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    Werneck

    Klimaschutz-Demo auch in Werneck

    "Wirksamer Klimaschutz, weil die Zukunft unserer Kinder auf dem Spiel steht", heißt es auf dem selbst gemalten Schild, das die Frauen um Beate Rumpel (rechts) zu ihrer kleinen Demonstration in Werneck mitgebracht hatten. Foto Rumpel Foto: Rumpel

    Es war eine kleine Gruppe, die sich am Freitag vor dem Rathaus in Werneck traf, um öffentlich für den Klimaschutz zu demonstrieren. Fünf Frauen hatten sich spontan zusammen getan, weil sie den Protest vieler Jugendlicher zu "Fridays for Future" unterstützen wollten. Die Idee dahinter: Warum überlassen wir den Schülern solche Aktionen, es ist doch unsere Sache, etwas für ihre Zukunft zu ändern?

    Das dachte sich Beate Rumpel aus Mühlhausen, die das Treffen kurzfristig organisiert hatte. Sie hatte am vorherigen Montagabend als Pfarrgemeinderatsvorsitzende ihres Wohnortes am Neujahrsempfang des Bischofs Franz Jung in Würzburg teilgenommen und war von den Ausführungen des Gastredners, des Physikers und Philosophen Harald Lesch, zum Klimawandel, zum Umgang mit dieser Welt betroffen. "Das treibt mich um", sagt Beate Rumpel, die mit ihrem Mann eine Biolandwirtschaft betreibt, "das greift mich emotional an."

    Für die Kinder auf die Straße gehen

    Sie mobilisierte ein paar gleichgesinnte Mütter. Denn: "Müssten wir, gerade wegen der Zukunft unserer Kinder, nicht alle auf die Straße gehen?", fragt die Mühlhäuserin. Denn bis die Kinder so alt seien, um politisch mitzuentscheiden, könnten sie nichts mehr bewirken gegen die großen Auslöser des Temperaturanstiegs: fehlende Reflexionsflächen für Sonnenstrahlen aufgrund weggeschmolzener Eisflächen, aufgetaute Permafrostböden, die Unmengen von bislang gebundenen Treibhausgasen entweichen lassen, sich verändernde Meeresströmungen – das Klima werde völlig unvorhersehbar.

    Beate Rumpel beschreibt ihren Einsatz für den Klima- und Umweltschutz, der sie schon immer interessierte, zum einen aus ihrem Glauben heraus: Dieser bedeute nicht nur das Bewahren der Schöpfung, sondern vor allem Nächstenliebe. "Der Nächste kann auch weit weg sein. Früher war das der Nachbar, von dem man etwas kaufte. Heute ist das anders, wenn wir etwas kaufen, müssen wir das immer hinterfragen."

    Zum anderen wolle und müsse sie für ihre Kinder aktiv werden, ergänzt sie, weshalb sie sich mit vielen konkreten Ideen und Verhaltensweisen für einen nachhaltigen Klimaschutz einsetzt. Das beginne bei einem fairen, regionalen und biologischen Einkauf fürs örtliche Pfarrfest und ende bei der radikalen Forderung nach Solaranlagen auf Kirchendächern. Viele solche Vorschläge hat sie auch in einem Brief an Bischof Jung formuliert, den sie nach dem Neujahrsempfang schrieb. Der Bischof selbst hatte dort erklärt, einen Energiecheck der Kirchenimmobilien anzugehen.

    Dass der Klimawandel auch in der Region angekommen ist, hat nicht nur Biobäuerin Beate Rumpel im vergangenen Jahr registrieren müssen: Ein Jahr mit verheerender Dürre und extremen Starkregen, mit Überschwemmungen und zerstörenden Stürmen, ein schlimmes Jahr, nicht nur für die Landwirtschaft.

    Neuer Termin: Am 1. Februar auf dem Balthasar-Neumann-Platz

    Ihre Demonstration für einen effektiven Klimaschutz habe am Freitag etliche Passanten und Autofahrer aufmerksam werden lassen, sagt Beate Rumpel. Sie will mit weiteren Mitstreitern auch am kommenden Freitag, 1. Februar, von 9.30 bis 10.30 Uhr auf dem Balthasar-Neumann-Platz in Werneck die Aktion wiederholen.

    Zwar weiß sie, dass das energetisch sanierte Rathaus dort ein guter Schritt in die richtige Richtung ist. Symbolisch will sie dennoch weiter vor diesem Ratsgebäude alle Regierungen der Welt, aber auch alle Mitbürger auffordern zu radikalen Veränderungen. "Weniger ist mehr", solle der neue Lebensgrundsatz sein.

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