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    Schonungen

    Klimawandel als Herausforderung für den Schonunger Wald

    Mehr als 100 Hügelgräber sind im Schonunger Forst dokumentiert. Bürgermeister Stefan Rottman zeigt eine Infotafel zu diesem Thema. Foto: Hans-Peter Hepp

    Obwohl der Wald von Larven, Käfern, Pilzen, steigenden Temperaturen und fehlenden Niederschlägen bedroht ist, hat Förster und Revierleiter Reiner Seufert keine Angst um die Zukunft des Waldes. Beim Bürgerwaldtag der Gemeinde Schonungen führte er zusammen mit Stephan Thierfelder vom Amt für Landwirtschaft und Forsten durch den Gemeindewald in der Nähe des Ortsteiles Hausen. Rund 60 Bürger nahmen an der dreistündigen Wanderung durch den Wald teil.

    Größere Artenvielfalt

    Auf ungefähr 1200 Hektar verteilt sich der Gemeindewald von Schonungen. Naturschutz- oder Wasserschutzgebiet ist nichts davon. Deshalb kann Förster und Revierleiter Reiner Seufert auch in der Fläche Einiges ausprobieren. So haben die Waldarbeiter rund 5000 Libanon-Zedern gepflanzt. Seufert und seine Kollegen setzen in der Zukunft auf noch mehr Arten im heimischen Mischwald.  In der Schonunger Forst gibt es neben den Nadelhölzern bereits jetzt Eichen, Buchen, Ulmen und Obstgehölze. Die Elsbeere könnte eine Art der Zukunft werden, meinte der Revierleiter. Weniger Nadelbäume wird es dagegen in unseren Breiten geben. Kiefern und Fichten benötigen viel mehr Feuchtigkeit als es derzeit gibt. Es fehlen im Sommer und Winter Niederschläge, die Trockenheit fördert das Aufkommen von Schädlingen, von Larven und Käfern. Ohne ausreichendem "Nass" fehlen den Nadelbäumen aber die Möglichkeit, die Eindringlinge mit Harz zu bekämpfen. Der Teil der Nadelbäume im Schonunger Gemeindewald sei allerdings gering, wie Seufert ausführte.

    Die überall steigende Zahl an befallenen Bäumen ließ  den Preis für den Festmeter Nadelholz erheblich fallen. Der jetzige Marktpreis reicht gerade, um die Kosten für die Arbeit zu decken. Dagegen sind andere Baumarten gefragt und Reiner Seufert zeigte sich auch über die Bilanz des letzten Jahres erfreut: Rund 400 000 Euro erzielte der Gemeindewald. Nach Abzug der Betriebs- und Personalkosten bleibt ein Plus von 3000 Euro übrig. Treue Firmen und Abnehmer für das heimische Holz zählte Seufert auf, darunter auch einen Sargbauer. Die genauen Zahlen stellt der Revierleiter in der nächsten Gemeinderatssitzung vor.

    Auf Pfaden und durchs Unterholz führte der Weg beim Bürgerwaldtag. Foto: Hans-Peter Hepp

    Bedrohung durch die Globalisierung

    Neben dem Klimawandel ist die Globalisierung ein weitere, neuer "Gegner" für den Wald. Von Reisen schleppen Touristen, ohne es zu merken, Schädlinge und Pilze aus fremden Ländern ein. Dies betreffe Europa genauso, so Stephan Thierfelder, wie die anderen Kontinente. Auf die fremden Eindringlinge sind die Bäume nicht eingestellt.

    Rund 100 Hügelgräber

    Hügelgräber findet man auch im Gemeindewald bei Hausen. Über 100 Stück haben die Sachkundigen gezählt, eine Tafel beschreibt die Zeugen einer längst vergessenen Zeit. Früher, da sind sich die Fachleute sicher, war an dieser Stelle ein freies Feld. Hier wurden die Toten – je nach Rang und Bedeutung für die damaligen Bevölkerung -  mehr oder weniger prunkvoll begraben. Angst vor Grabräubern hat Förster Reiner Seufert nicht: "Die, die sich auskennen, finden die Gräber auch ohne Schild!" Einige der alten Grabstellen, meint der Revierleiter, wurden schon in den der Vergangenheit geplündert.

    Der Bürgerwaldtag findet im Rhythmus von zwei Jahren statt. Die Tour führt immer in einen anderen Abschnitt des 1200 großen Walds.

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