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    Poppenhausen

    Klimawandel fordert Wasserversorger heraus

    Zu den aktuellen Baustellen der Rhön-Maintal-Gruppe zählt derzeit auch die Erneuerung der Fernwasserleitung von Geldersheim bis zum Riedhof in der Nähe des Abfallwirtschaftszentrums Rothmühle. Foto: Silvia Eidel

    Beim Wasserversorger Rhön-Maintal-Gruppe ist Verbandsvorsitzender Reinhold Stahl seit 18 Jahren eine Institution. Jetzt hat die Verbandsversammlung den 70-jährigen früheren Bürgermeister von Poppenhausen noch einmal an die Spitze gewählt.

    Seine zukunftsweisende, erfolgreiche Arbeit, seine langjährige Erfahrung und nicht zuletzt seine guten Verbindungen zur Landwirtschaft waren die Pluspunkte, die die Verbandsräte der Rhön-Maintal-Gruppe (RMG) mit der Wiederwahl honorierten. Es sei nicht leicht, ein so großes Verbandsgebiet – von Waldberg im Landkreis Rhön-Grabfeld bis Alitzheim im südlichen Landkreis Schweinfurt – zu führen, hatte zuvor Stahls Stellvertreter Franz Kuhn (Oerlenbach) geäußert, als er den Poppenhäuser für weitere sechs Jahren vorschlug.

    Günstiger Wasserpreis

    Der Zweckverband stehe gut da, der Wasserpreis liege mit 1,45 Euro pro Kubikmeter für Endverbraucher und mit 1,20 Euro für Großabnehmer unter dem landesweiten Durchschnitt von 1,85 Euro, wusste der Oerlenbacher Bürgermeister. Stahl werde die kommenden Herausforderungen – eine Erschließung des Gewerbegebiets in den Conn-Barracks bei Geldersheim sowie die weitere Sanierung der Hochbehälter – erfolgreich meistern, zeigte sich Kuhn überzeugt.

    Dass in den vergangenen Jahren jede Menge Herausforderungen bewältigt wurden, hatte Stahl zuvor in seinem Rückblick aufgeführt. So war beispielsweise ein eigenes Kommunalunternehmen als Tochter der RMG gegründet worden, um die Gemeinde Schonungen in das Verbandsgebiet aufnehmen zu können.

    In seine vierte Amtszeit als Verbandsvorsitzender der Rhön-Maintal-Gruppe wurde Reinhold Stahl (links) gewählt. Sein Stellvertreter Franz Kuhn (rechts) gratulierte zur Wahl. Foto: Silvia Eidel

    Erweitert wurde das Gebiet auch um die Gemeinde Sennfeld, um die Dittelbrunner Gemeindeteile Holzhausen und Pfändhausen sowie in diesem Jahr um den Poppenhäuser Ortsteil Pfersdorf. Aber Wachsen um jeden Preis wolle man nicht, so Stahl, weshalb der Verband auch nicht allen Anschlusswünschen nachgekommen sei.

    Herausforderung Conn-Barracks

    Arbeitsintensiv seien 2015 die Verhandlungen zur Erschließung der Conn-Kaserne nach dem Verlassen der US-Armee gewesen, um die Häuser zur Unterbringung der Flüchtlinge mit Wasser zu versorgen. Weil der größere Teil der Kaserne auf Geldersheimer Gemarkung und damit auf dem Gebiet der RMG liegt, überließen die Stadtwerke Schweinfurt dem Zweckverband das ganze Areal, erinnerte Stahl.

    Von der B 19 wurde eine ein Kilometer lange Hauptleitung gelegt, wobei zahlreiche Dienstbarkeiten mit Landwirten gesichert werden mussten. 13 Häuser sind inzwischen angeschlossen. Die bundeseigene Bima als Eigentümer des Ankerzentrums hat Beitragsbescheide erhalten, so dass die Investitionen gedeckt sind.

    Weyerer Wasserwerk saniert

    Investiert wurden circa zehn Millionen Euro in den Neu- und Umbau des RMG-Wasserwerks in Weyer, in einen neuen Hochbehälter in Eßleben sowie in die Sanierung weiterer Hochbehälter und Leitungen. Darunter fällt auch die Fernleitung zwischen Geldersheim und dem Riedhof, die auf zwei Kilometer Wasserverluste aufweist und seit Sommer ausgewechselt wird.

    Große Sorgen bereitet der RMG die Klimaveränderung, weshalb sie erstmals einen Verbund mit der Stadt Schweinfurt beim Wasserwerk Weyer herstellt: Die RMG verpflichtet sich, über 30 Jahre 650 000 Kubikmeter Wasser von den Stadtwerken zu beziehen.

    Stabiler Schuldenstand

    Der Schuldenstand von aktuell 9,7 Millionen Euro habe sich in seiner Amtszeit kaum verändert, sagte Stahl, obwohl allein in den letzten sechs Jahren 23 Millionen Euro investiert wurden. Das Augenmerk des Verbands habe immer auf einem niedrigen Wasserpreis gelegen. Hilfreich sei gewesen, die verkaufte Wasserabgabe von 4,3 Millionen Kubikmeter jährlich auf 4,8 Millionen zu steigern.

    Stahls Dank galt den Verbandsräten, den RMG-Mitarbeitern und den begleitenden Behörden. Den vitalen 70-Jährigen wählten die Vertreter der Verbandsgemeinden schließlich mit unterschiedlicher Stimmenstärke, entsprechend ihres Wasserverbrauchs.

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