• aktualisiert:

    Kreis Schweinfurt

    Klimawandel verursacht mehr Einsätze

    Mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber wurde Reiner Schraut ausgezeichnet. Das Bild zeigt die Gratulantenschar (von links) Kreisbrandrat Holger Strunk, Landrat Florian Töpper, Reiner Schraut, Bürgermeister Arthur Arnold sowie die Kreisbrandinspektoren Reinhold Achatz, Alexander Bönig und Johannes Grebner.  Foto: Horst Fröhling

    Zu insgesamt 2594 Einsätzen sind die Landkreisfeuerwehren im vergangenen Jahr alarmiert worden. Dabei sind insgesamt 38 637 Einsatzstunden geleistet worden. Die Zahl der Technischen Hilfeleistungen hat sich auf über 1400 nahezu verdoppelt. 

    Dies gab Kreisbrandrat Holger Strunk beim 52. Kreisfeuerwehrtag in Hesselbach bekannt.  Bürgermeisterin Birgit Göbhardt stellte zu Beginn die Gemeinde und ihre Feuerwehren vor. Landrat Florian Töpper dankte der Kreisbrandinspektion für die gute Zusammenarbeit. Er lege großen Wert auf eine feuerwehrnahe Verwaltung im Landratsamt. So sei der Stab des Katastrophenschutzes aufgestockt worden. Dabei seien zusätzliche Übungen notwendig gewesen. Die Feuerwehren seien "Helden des Klimawandels", denn dieser sei im Landkreis angekommen und dessen Folgen müssten wir uns stellen.

    In seinem Rückblick gab Kreisbrandrat Holger Strunk einen Querschnitt durch die Einsätze des vergangenen Jahres. Das Jahr begann am 1. Januar 2018 für die Feuerwehr mit dem ersten Einsatz in Gerolzhofen um 0.16 Uhr, einem Pkw-Brand, und das Jahr endete am 31. Dezember 2018 einsatztechnisch im Landkreis um 21.46 Uhr mit der Alarmierung der Feuerwehr Pfersdorf zu einer akuten Wohnungsöffnung.

    Am 20. Februar gab es einen Bombenfund in Mönchstockheim, am 25. Februar folgte ein Unfall mit mehreren beteiligten Pkws auf der A 70. Es sei sehr schnell ersichtlich gewesen, dass dieser Einsatz eine Belastung für die Einsatzkräfte wird. Die Kameraden hätten die Hilfe und Gesprächsangebote durch die Notfallseelsorge angenommen. Weitere Brände habe es im März und April in Reichmannshausen, Waldsachsen und in Schonungen gegeben. 

    Zahlreiche Unwettereinsätze

    Neben dem "Tagesgeschäft" seien von Mai bis September außergewöhnlich viele Unwettereinsätze zu verzeichnen gewesen, betonte Strunk. Am 10. Mai habe es Niederwerrn getroffen: Einsatz der Feuerwehren Niederwerrn, Oberwerrn, Poppenhausen Unwetter mit Hagel in Niederwerrn 36 Einsatzstellen. Am 23. Mai habe es weitere Unwettereinsätze im Landkreis Schweinfurt gegeben und gleichzeitig einen Dachstuhlbrand in Bergrheinfeld.

    Am 29. Mai brannte eine Scheune in Schallfeld, dazu gab es weitere Unwetter. Besonders betroffen seien Gochsheim, Sennfeld, Wasserlosen und Dittelbrunn gewesen; der ganze Landkreis hatte mehr als 300 Einsatzstellen. Am 9. Juni um 17.05 Uhr traf es Schwebheim und Unterspiesheim. Allein in Schwebheim seien über 150 Einsatzstellen aufgelaufen, insgesamt 220 an diesem Tag. 

    Blitzschlag und Starkregen

    Am 5. Juli wieder Unwetter in Unterspiesheim: Blitzeinschlag in einem Dachstuhl und gleichzeitig Keller auspumpen. Die Feuerwehr Unterspiesheim war gefordert. Das hieß: Kellerpumpen abbrechen und vorrangig Brandbekämpfung. Die Unwetter ließen nicht nach und einen Tag später war Starkregen in Eßleben: 3.16 Uhr, über 80 Liter pro Quadratmeter regnete es in kürzester Zeit. Im Nachbarort Opferbaum fielen 120 Liter. Da der Niederschlag aus Opferbaum über Essleben abfließt, trat der Bach über. Sandsäcke wurden von den Feuerwehren Niederwerrn, Oberwerrn, Geldersheim und Euerbach befüllt. THW und Feuerwehr Werneck unterstützten die Einsatzkräfte beim Sichern in überfluteten Kellern in Essleben und Mühlhausen.

    Einwohner halten zusammen

    Am 17. und 18. August erneut Unwetter – dieses Mal in Donnersdorf und Grettstadt. Es ging weiter: Am 3.9. um 11:10 Uhr Dachstuhlbrand in Zeuzleben, um 19.26 Uhr Brand in Schleerieth, am 11.9. Dachstuhlbrand in Düttingsfeld. Dann, am 23.9. kamen erneut Unwetter: Windbruch durch Sturm und Unwetter in Schönaich eine Scheune ist eingestürzt, Hausdächer wurden abgedeckt, Stromleitungen durch Windbruch zerstört. In Schönaich hielten alle Einwohner zusammen und waren tagelang mit den Feuerwehren im Einsatz.

    "Das ist nur eine kleine Zusammenfassung für den Landkreis Schweinfurt", sagte Strunk. Jede Feuerwehr werde für ihre Ortschaft und für den überörtlichen Brandschutz benötigt.  "Das Jahr 2018 war geprägt durch die vielen Unwetter, die über die üblichen Einsatzstellen hinaus bewältigt werden mussten", betonte Strunk. 

    Kinderfeuerwehren gegründet

    Kreisjugendwart Christian Eichel berichtete von den Aktivitäten bei der Nachwuchsarbeit. Kreisfrauenbeauftrage Nadine Bechmann engagiert sich zusätzlich im Landkreis im Bereich der Früherziehung in Kindergärten und Schulen. Aktuell seien im Landkreis die ersten Kinderfeuerwehren gegründet worden. Dafür sei sie als Ansprechpartner aktiv.

    Kreisbrandinspektor Johannes Grebner informierte über die Motorsägenausbildung bei den Feuerwehren, über Anmeldung, Inhalt, Ablauf und rechtliche Grundlagen. Zum Thema Feuerwehrführerschein für Fahrzeuge bis 7,49 Tonnen gab Kreisbrandinspektor Alexander Bönig die Neuerungen bekannt. Zur kommenden digitalen Alarmierung der Feuerwehren gab Fachkreisbrandmeister Frank Tonat einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung. Diese Alarmierung werde voraussichtlich bis Ende 2021 bei der Integrierten Leitstelle Schweinfurt eingeführt. 

    Daten und Fakten der Landkreis-Feuerwehren 2018 (2017)
    In den 29 Gemeinden gibt es derzeit 114 Freiwillige Feuerwehren sowie eine Betriebsfeuerwehr und zwei Werksfeuerwehren. Aktuell leisten 4566 (4526) Feuerwehrleute Dienst, davon sind 379 (369) Frauen. Weiter gibt es 802 (844) Jugendfeuerwehrleute, darunter 191 (195) weibliche sowie 4146 (4222) passive Mitglieder. Die Zahl der Atemschutzgeräteträger liegt bei 707 (791). Dazu gibt es sechs Kinderfeuerwehren mit 140 Mitgliedern. Insgesamt ist im Landkreis ca. zehn Prozent der Einwohner bei den Feuerwehren engagiert.
    Den Leistungsprüfungen "Löschgruppe" und "Technische Hilfeleistung" unterzogen sich 558 (424) Feuerwehrleute. Im Ausbildungszentrum wurden 58 (47) Atemschutzgeräteträger, 55 (53) Chemikalienschutzanzugträger und 38 (41) Maschinisten ausgebildet. Den Feuerwehrführerschein machten 35 (29), das Fahrsicherheitstraining 42 (42) Feuerwehrleute. Weitere Fortbildungen fanden bei den örtlichen Wehren statt.
    Die Einsatzverteilung für das Jahr 2018 (2017): Gesamt 2594 (2108) Einsätze, davon Brandeinsätze 552 (560), Technische Hilfeleistungen 1403 (821), Sicherheitswachen 135 (150), Fehlalarme sonstige Tätigkeiten 409 (440). Dabei wurden 38 637 (37 155) Einsatzstunden geleistet. 

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!