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    Gerolzhofen

    Klinik am Steigerwald: jetzt Schmincke & Schmincke

    Dr. Paul Schmincke arbeitet seit August als Oberarzt an der Klinik am Steigerwald. Foto: Schmincke

    Seit 23 Jahren werden Menschen mit chronischen Erkranken in der "Klinik am Steigerwald" am Waldrand oberhalb von Gerolzhofen mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) erfolgreich behandelt. Seit 23 Jahren heißt der Chefarzt dort Dr. Schmincke. Nun heißt auch der Oberarzt Dr. Schmincke:  Paul Schmincke, der Sohn von Chefarzt und Klinikgründer Christian Schmincke, ist in diesem Monat als Oberarzt in die Klinik am Steigerwald eingestiegen.

    "Ich bin ja sozusagen mit der Klinik am Steigerwald und der chinesischen Medizin aufgewachsen. Schon während des Medizinstudiums wusste ich immer von dieser anderen Dimension der Medizin. Mein Vater und ich haben sehr gerne und regelmäßig über medizinische Themen diskutiert und uns die Geschichten der Menschen, denen wir als Ärzte begegnet sind, erzählt", berichtet der Mediziner in der Hauszeitung der Klinik. "Dabei haben wir als Wissenschaftler immer sowohl die westliche als auch die chinesische Perspektive eingenommen."

    Facharzt für Allgemeinmedizin

    Er habe sich nie eine Medizin ohne diese beiden Perspektiven vorstellen können, sagt der 39-jährige Paul Schmincke. "Also habe ich meine gesamte Laufbahn daraufhin ausgelegt, sowohl in der Schulmedizin. als auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin Fuß zu fassen." Nun, als Facharzt für Allgemeinmedizin, sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich jetzt mit der Klinik am Steigerwald und seinen Wurzeln auseinanderzusetzen.

    Der neue Oberarzt, der Vater von zwei Kindern ist, studierte in China, Frankreich und Tübingen und hat dann in der Filderklinik, einer Klinik für anthroposophische Medizin, und in der TCM-Klinik Silima sein klinisches Wissen vertieft. Anschließend arbeitete er zwei Jahre als Allgemeinarzt in einer Praxis in Zell am Aichelberg. "So habe ich einen breitgefächerten Einblick in die medizinische Landschaft hierzulande bekommen, was mir wichtig war. Denn wer sich mit alternativen Methoden beschäftigt, sollte sich eher besser als schlechter in der Schulmedizin auskennen", wird Schmincke in der Klinikzeitung zitiert.

    Therapiespektrum erweitern

    Als erste Ziele hat sich der 39-Jährige gesetzt, das Therapie-Spektrum in der Klinik um den Bereich Neural-Theraphie und Chiropraktik zu erweitern, sofern es der Anwendung von chinesischen Arzneimitteln nicht im Wege stehe. "Diese Methoden haben ihren Vorteil in der schnellen und effektiven Schmerzlinderung. Ein Nachteil im Vergleich zur TCM besteht in der geringeren Förderung der Selbstheilung und damit geringeren Nachhaltigkeit." Wie bei vielen integrativen Ansätzen bleibe es eine Abwägung von Fall zu Fall, für welche Methode man sich letztlich entscheidet. Denn: "Medizin ist bestimmt von einem ausgewogenen Verhältnis von Systematik und Pragmatik."

    Außerdem sei es ihm ein Anliegen, das schulmedizinische Portfolio der Klinik etwas zu erweitern. "In dieses Themengebiet gehört auch hinein, dass ich mir ein regen Austausch mit den Krankenhäusern der Umgebung wünsche." Denn die Arbeit der TCM und der Schulmedizin gehe Hand in Hand -  im Sinne der Patienten. "Dabei möchte ich den Vergleich mit anderen TCM-Ausrichtungen und neueren Entwicklungen der Schulmedizin nicht scheuen."

    Und schließlich möchte Paul Schmincke Forschungsprojekte in der Klinik in der ehemaligen Waldesruh anstoßen: "Dabei geht es einerseits darum, Strukturen zu schaffen, die vielfältigen Erfahrungen aus dem klinischen Alltag in der Klinik am Steigerwald zu dokumentieren und zu veröffentlichen. Andererseits geht es darum, die TCM- Therapie bestimmter Krankheitsbilder fokussiert in Studien zu erforschen."

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