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    Obereuerheim

    Klosterschwester vergleicht Gebet mit den fünf Sprachen der Liebe

    Sie sprechen miteinander über das Sprechen mit Gott: Dekan Gregor Mühleck und Schwester Katharina Horn. Foto: Ursula Lux

    Der Oktober ist  in der katholischen Kirche traditionell der Rosenkranzmonat. Der Rosenkranz ist eine meditative Gebetsform, mit der entlang der Perlen einer Gebetsschnur wichtige Stationen des Lebens Jesu betrachtet werden. Für Dekan Gregor Mühleck der ideale Anlass, das Beten allgemein zu thematisieren.

    Zum Auftakt der Themenwochen hatte er Schwester Katharina Horn von den Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen eingeladen. "Solche sich wiederholenden Gebete wie den Rosenkranz kennen auch andere Religionen", erklärt sie. Für viele Ältere sei es eine meditative Weise, in die Tiefe zu gehen. Allerdings erlebe sie auch junge Menschen, die das Gebet instrumentalisieren. Die meinten, wenn sie nur genügend Rosenkränze beteten, dann würde Gott auch ihre Wünsche erfüllen. Man müsse aufpassen, dass Beten nicht zu einer Leistung verkomme, so Schwester Katharina. "Wir können uns die Gunst Gottes nicht erkaufen, wir haben sie längst." Sie zitiert dazu das Matthäusevangelium: "Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet." Dabei räumt sie durchaus ein, dass sie mit seinen Lösungen nicht immer einverstanden ist, vertraut aber darauf, dass Gott besser weiß, was wir brauchen.

    Mühleck erzählt, was er mit Schülern erlebt hat: Er habe ihnen die Legende des Heiligen Benedikt erzählt, der für Jahre in einer einsamen Höhle gelebt hat. Die Schüler sollten sich in dessen Lage versetzen. Alle Kinder landeten beim Gebet. "Wenn ich bete, bin ich nicht so allein", erklärten sie. Der Mensch habe eben das Bedürfnis, Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu finden, meinte Schwester Katharina. Dabei landeten viele bei der Einsicht, dass es da mehr geben muss, als unser menschlicher Verstand begreifen kann. Und mit diesem "Mehr" wollten sie auch in Verbindung treten.

    Das könne auf die unterschiedlichsten Arten geschehen, ergänzt Mühleck: im Sprechen, mit Tanz oder Gebärden, in der Meditation. Er lädt ein, all diese Formen auszuprobieren und seine eigene Art der Kommunikation zu finden.

    Schwester Katharina vergleicht das Gebet mit den Fünf Sprachen der Liebe, die der amerikanische Paartherapeut Gary Chapman prägte. Eine Partnerschaft lebe von Lob und Anerkennung, sagt Chapman, das findet der Gläubige im Lobpreis Gottes. Die Zeiten der Zweisamkeit sieht Schwester Katharina im Stillen Gebet. Chapmans Geschenke und die Hilfsbereitschaft sind für sie das Gebet, Spenden, Hilfsprojekte und soziales Engagement. Und die von Chapman favorisierte Zärtlichkeit findet sie in der Kirche bei Segnungsfeiern wieder.

    Schwester Katharina ist sicher: "Das Gebet verändert nicht die Welt in unserem Sinne, sondern uns selbst." Der betende Mensch strahle etwas Neues aus, und das könne ansteckend wirken auf andere, es doch auch einmal zu versuchen.

    Die Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus im Mainbogen lädt im Rosenkranzmonat zu folgenden Veranstaltungen ein:
    Akku leer - neue Energie her.
    Meditation und Gebet bauen Menschen auf.
    Was bieten mir die Stationen aus dem Leben Jesu mit verschieden gestalteten Rosenkranzandachten in den einzelnen Ortsgemeinden.
    Den Raum der Kirche erleben, liturgischer Tanz am 28.10. um 19 Uhr in der Kirche in Weyer.
    Hol dir ein aufbauendes Wort, Wallfahrt nach Laudenbach ins Taubertal am 25.10.
    Der eigene Körper betet, am 21.11. um 19 Uhr ebenfalls in Weyer.
    Aus der Dunkelheit ins Licht, Gottesdienst mit Tanzperformance am 1.11 um 9.30 Uhr in Gochsheim

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