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    Schweinfurt

    Knoblach fordert schärfere Bejagung

    Der Schweinfurter Abgeordnete der bayerischen Bündnisgrünen Paul Knoblach habe schon zum Beginn der Jagdsaison am 1. Mai die Jäger aus dem Raum Schweinfurt zu einer schärferen Bejagung aufgefordert, weil der Verbiss in den Wäldern ringsum viel zu hoch sei, heißt es in einer Pressemitteilung.

    „Die nahezu täglichen Polizeimeldungen von Wildunfällen, vor allem im nördlichen Landkreis Schweinfurt sowie in den angrenzenden Haßbergen und im Grabfeld, zeigen, dass die Bestände gewachsen sind“, so der Abgeordnete aus Garstadt. Deshalb wiederholt er nun besagte Forderung auch seitens der Grünen-Landtagsfraktion unter Berufung auf das letzte forstliche Gutachten der Bayerischen Forstbehörden von 2018 zur Situation der Waldverjüngung. Demnach ist der Verbiss in 47 Prozent der Hegegemeinschaften Bayerns, zu denen die Jagdreviere zusammengefasst sind, zu hoch oder deutlich zu hoch.

    „Leider gehört die Region um Schweinfurt einmal mehr dazu, weshalb das Gutachten eine deutliche Erhöhung der Abschusszahlen empfiehlt“, erklärt der Abgeordnete. Nur so sei das im Bayerischen Jagdgesetz verankerte Waldverjüngungsziel - die natürliche Verjüngung standortgemäßer Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen - zu erreichen.

    Der Abgeordnete, Mitglied im Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sieht die Staatsregierung in der Pflicht, auf die Einhaltung des Bayerischen Jagdrechts zu achten. Knoblach verweist in diesem Zusammenhang außerdem auf Urteile des Verwaltungsgerichts München und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, dass „das Jagdwesen klar dem gesetzlichen Grundsatz Wald vor Wild folgen muss". Die Gerichte hätten „deutlich“ die Bedeutung des Waldes für das Klima, den Wasserhaushalt und andere lebensnotwendige Naturgüter bekräftigt und den Wildverbiss als wichtigstes Indiz für die Beurteilung der Frage eingestuft, ob der Wildbestand zu hoch ist.

    „Ich bin kein Jagdgegner, als Ökolandwirt und Inhaber jagdbarer Flächen weiß ich aber um die fachliche Notwendigkeit unter anderem des aktuellen Forstgutachtens“. Und das habe nun Mal für die hiesige Region ein Ungleichgewicht von Wald und Wild festgestellt.

    Bearbeitet von Wolfgang Hüßner

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