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    Schweinfurt

    Konzert zu Ehren Karl Schöners: "Er hat für die Musik gebrannt"

    Das Fagottensemble Windessenz spielte beim Konzert zu Ehren von Karl Schöner.  Foto: Josef Lamber

    Eine von großer Hochachtung geprägte Hommage an Karl Schöner (1919 – 1980), Musiker, Komponist, Arrangeur, Chorleiter und Leiter der Musikschule, erklang am Dienstag im voll besetzten Konzertsaal der Musikschule Schweinfurt. Sohn Jörg Schöner hatte dieses Gedenk-Konzert für seinen Vater in monatelanger Arbeit vorbereitet, dafür viele Musiker gewinnen können. Seine Zwischentexte gaben einen anschaulichen Rückblick auf das vielfältige musikalische Schaffen Schöners und bereicherten das prächtig gelungene Konzert.

    Karl Schöner wurde am 27.12.1919 in Gochsheim geboren, seine Eltern waren Gemüsegärtner, sein Vater außerdem Volksmusikant mit eigener Kapelle. So wuchs Karl Schöner mit Volks- und Kirchweihmusik auf. Das Fagottensemble Windessenz  (Ralf Müller, Christian Jäckel, Fabian Schnaidt, Jörg Schöner)  verdeutlichte die beschwingte Stimmung einer Plantour mit einem Walzer, einem Rheinländer und einem Hüpfer. Schöners Eltern ermöglichten ihm ein Musikstudium am Würzburger Staatskonservatorium. Schon seine Hauptfächer zeigten seine Begabung und Vielseitigkeit: Trompete, Klavier, Komposition, Horn und Chorleitung.

    Nach dem Krieg übernahm Karl Schöner 1945 seine ersten Chöre, war Trompeter an der Bayerischen Kammeroper München, Außenstelle Bad Kissingen. Ein weiteres Standbein war seine Tanzkapelle, mit der er nicht nur in fränkischen Tanzsälen aufspielte, sondern auch im "Club Sixfive" der US-Army in Schweinfurt. 

    Karl Schöner Foto: Archiv Schöner

    Aus dieser Zeit hat Jörg Schöner ein wunderschönes Medley zusammengestellt: Vom "Boulevard-Ensemble" aus Christine Schöner (Gesang), Jörg Schöner (Klavier) und von den "Temposündern" aus Eberhard Fasel (Gesang), Peter Riegler (Saxofone), Jörg Schöner (Klavier) – jeweils ergänzt durch eine Rhythmusgruppe – erklangen swingende Evergreens wie "Chattanooga Choo Choo"

    Von 1967 bis 1977 war Karl Schöner Leiter der "Musikschule der Stadt Schweinfurt". Er erweiterte das Unterrichtsangebot und den Unterrichtsbereich auf die Gemeinden im Landkreis. Einige der damaligen Schüler (Ruth Irblich, Ulrike Wächtler, Andrea Schärringer, Jörg Schöner und Gitarrist Lorenz Schmidt) spielten Schöners Komposition für Blockflöten-Ensemble "Polka, Pastorale und Scherzo".

    Viel Applaus gab es für die Musiker in der Musikschule. Foto: Josef Lamber

    Für Schöners Tätigkeit als Chorleiter – Liederkranz Gerolzhofen, Polizeichor und Volkschor Schweinfurt – stand der Chor des Landratsamtes Schweinfurt, der unter seinem Dirigenten Albin Freibott drei Volkslieder zum Klingen brachte. Weitere Bausteine Schöners musikalischer Tätigkeit waren seine Auftritte mit seinen vier Kindern, die von ihm initiierte "Fränkische Weihnacht" im Theater, Auftritte in ganz Bayern, 1969 die erste Rundfunksendung des BR.

    Zum Abschied ein Wiegenlied von Karl Schöner

    Aus dieser Zeit folgte eine Tanzsuite von Karl Schöner, gespielt vom Fagottensemble mit seinem wunderbar sonoren Klang. Mit einem "Wiegenlied" von Karl Schöner verabschieden sich alle Mitwirkenden, belohnt von einem langen stürmischen Applaus des begeisterten Publikums. Jörg Schöner zum Schluss: "Mein Vater hat in seinem Leben viel bewirkt, für seine Sache, die Musik gebrannt und ist bei allem Engagement immer Mensch geblieben".

    Zu Beginn hatte Musikschul-Leiterin Andrea Schärringer das Publikum begrüßt, besonders die Familie Schöner und Landrat Florian Töpper. Im Voraus dankte sie allen, die bei der Planung und Durchführung dieses Ehrenabends für den "Kulturbotschafter" Karl Schöner beteiligt waren. Der Bayerische Rundfunk wird Konzertausschnitte am 27. Dezember  senden.

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