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    Kreis Schweinfurt

    Kreistag: Fast alle Kreisräte drängen auf ihre Wiederwahl

    Es war für den Kreiswahlausschuss Routine, alle Wahlvorschläge zur Landrats- und Kreistagswahl zuzulassen. Dafür wusste Reinhold Stahl, wie man schneller auszählen kann.
    Es könnte zur neuen Legislaturperiode nur wenige Veränderungen im Schweinfurter Kreistag geben: 56 von 60 Kreisräten treten bei der Wahl am 15. März wieder an. Foto: Anand Anders

    Es war eher Routine, die der Kreiswahlausschuss unter Leitung von Sonja Weidinger am Dienstagnachmittag abgearbeitet hat: Er hat die beiden einzigen Bewerber um den Posten des Landrats zugelassen. Auf dem Stimmzettel wird sich am 15. März zuerst der Name des Herausforderers Lothar Zachmann (CSU) aus Dingolshausen finden, anschließend der von Amtsinhaber Florian Töpper (SPD) aus Dittelbrunn.

    Keine Unterstützer notwendig

    Erwartungsgemäß sind auch alle sieben Listen, die sich um die 60 Mandate im Schweinfurter Kreistag bewerben, zur Wahl am 15. März zugelassen worden. Da CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne, die Linke und FDP bereits Mandate im Kreistag besitzen, mussten sie auch keine Unterstützungsunterschriften nachweisen. Auch die erstmals antretende AfD konnte auf diese Formalie verzichten, weil sie in Bundes- und Landtag vertreten ist. Insgesamt stehen 311 Bewerber zur Wahl. 122 von ihnen sind Frauen, vor sechs Jahren waren es 103.

    Abgeordnete als Stimmengaranten

    Auch die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (CSU) und die Landtagsabgeordneten Gerhard Eck (CSU) und Paul Knoblach (Grüne) sind Teil des Kandidaten-Pools. Sie sind auf ihren Listen prominent platziert, gelten sie und ihr Bekanntheitsgrad doch als besonders wichtige Stimmengaranten. Zudem versuchen 19 der heute 29 amtierenden Bürgermeister, ein Kreistagsmandat zu erreichen; derzeit sitzen dort zehn amtierende und zwölf ehemalige Rathauschefs. Die Nähe zwischen Landkreis und Gemeinden ist schon alleine deswegen groß, weil die Kommunen über die Kreisumlage die wichtigsten Geldgeber des Landkreises sind. Und der Kreistag bestimmt die Höhe des Beitrags.

    2014 war für den Kreistag ein besonderes Wahljahr, weil fast die Hälfte der Kreisräte ausgetauscht worden ist. Das lag in erster Linie daran, weil viele langjährige Mandatsträger – besonders aus der CSU – nicht mehr angetreten waren. Ein solch kräftiges Stühlerücken ist 2020 von vorneherein nicht zu erwarten: Denn 56 der 60 Kreisräte treten zur Wiederwahl an. Nur Nadine Friedrich, Günther Jakob, Reinhold Stahl und Sebastian Witzel (alle CSU) verzichten.

    Nachrücker bei der SPD

    Auffällig: Ausgerechnet die drei Fraktionsvorsitzenden Friedel Heckenlauer (CSU), Ewald Öftring (Freie Wähler) und Birgid Röder (Grüne) sind auf dem letzten Platz ihrer Liste zu finden, von dem manche sich genauso viel Aufmerksamkeit erwarten wie für den Spitzenplatz. Keine Bedenken hatte der Kreiswahlausschuss gegen zwei Änderungen: Bei der SPD ist mit Oliver Werner (Grafenrheinfeld) für Marc Leistner (Niederwerrn) ein Nachrücker auf die Liste gefolgt, was die Reihenfolge ab Rang 47 verändert hat. Bei der FDP hatte ein ursprünglicher Bewerber keine Zustimmungserklärung abgegeben; die Partei hat somit mangels Nachrücker nur 19 Kandidaten.

    Eine wahlrechtliche Fußnote: In der Reihenfolge der Listen auf dem Wahlzettel für die Kreistagswahl stehen die ersten Plätze den Parteien zu, die im Landtag vertreten sind, und werden nach dem aktuellsten Wahlergebnis aufgereiht. Somit kommt die CSU vor den Grünen und Freien Wähler. Danach folgen AfD, SPD und FDP. Das Schlusslicht in der Reihung bilden die Linken, die keine Abgeordneten im Landtag stellen.

    Barcodes helfen beim Auszählen

    Jeder Wähler kann am 15. März für den Kreistag 60 Stimmen vergeben, dabei – wie auch bei der Gemeinde- und Stadtratswahl – Kandidaten von mehreren Listen auswählen (panaschieren) und einem Bewerber maximal drei Stimmen geben (kumulieren). Auf den Stimmzetteln sind auch Barcodes zu finden. Mit Lesegeräten werden die Stimmen bei der Auszählung erfasst. Das erhöht nicht nur das Tempo des Zählvorgangs, sondern verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Wahlhelfer ungültige Stimmzettel übersehen, wie der Leiter des Arbeitsbereichs Kommunalrecht im Landratsamt, Harald Schmitt, sagte. Denn das Programm verfügt über eine Plausibilitätskontrolle. Den Praxistipp des Tages steuerte Ausschussmitglied und Altbürgermeister Reinhold Stahl (Poppenhausen) bei: Unter den Wahlhelfern in seiner Heimat befinde sich ein Mann mit Erfahrung an einer Supermarktkasse; da geht das Auszählen noch schneller.

    Zurückliegende Ergebnisse

    Ergebnis Landratswahl 2012: Florian Töpper (SPD/Grüne) 57,7 %, Harald Leitherer (CSU) 42,3 %.
    Ergebnis Kreistagswahl 2014: CSU 50,2 %, SPD 18,5 %, Freie Wähler 15,1 %, Grüne 10,1 %, Die Linke 3,8 %, FDP 2,2 %. Mandatsverteilung: CSU 30, SPD 11 (+ Landrat), Freie Wähler 9, Grüne 6, Die Linke 2, FDP 2.

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