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    Kreis Schweinfurt

    Kreistagswahl: AfD gibt nur fünf Namen ihrer Kandidaten preis

    Erstmals tritt die AfD mit einer Liste zur Kreistagswahl am 15. März an. Warum sie nicht alle Namen ihrer Kandidaten nennen will.
    AfD-Kreisvorsitzender Bernd Schuhmann aus Schwebheim führt die 20-köpfige Liste zur Kreistagswahl an, die die Partei erstmals eingereicht hat. Foto: AfD

    Der Schwebheimer Gärtnermeister Bernd Schuhmann führt die Liste der Alternative für Deutschland (AfD) an, die sich am 15. März erstmals um Mandate im Schweinfurter Kreistag bewirbt; Schuhmann steht auch dem Kreisverband vor, der sich im Juli 2019 vom bisherigen gemeinsamen Kreisverband Schweinfurt/Kitzingen gelöst hat. Inzwischen habe sich nach Information Schuhmanns vom Freitag der danach gebildete gemeinsame Schweinfurter Kreisverband in Kreisverbände für Schweinfurt-Land und -Stadt getrennt.

    Bezirksrat Schmitt auf Platz drei

    Auf dem zweiten Platz der Kreistagsliste folgt Bernhard Heß (Altmannsdorf), gefolgt von Alfred Schmitt (Poppenhausen). Der Architekt sitzt im Bezirkstag von Unterfranken und ist bislang der einzige Mandatsträger der Partei aus dem Landkreis Schweinfurt.

    Wie Kreisvorsitzender Schuhmann im Gespräch mit der Redaktion sagte, stehen auf den nächsten Plätzen Klaus Böttner (Obereuerheim) und Simone Seybold (Oberwerrn). Insgesamt habe man 20 Bewerber, darunter sieben Frauen. Die Namen der übrigen 15 Kandidaten wollte Schuhmann am Freitag gegenüber der Redaktion nicht nennen. Man wolle sie "vor gesellschaftlichem Druck schützen". Gleichwohl bewerben sie sich um ein öffentliches Wahlamt; spätestens am kommenden Dienstag, wenn der Kreiswahlausschuss im Landratsamt über die Zulassung der Wahlvorschläge entscheidet, werden die Identitäten der Personen öffentlich. Ein Drittel, so betonte Schuhmann, seien "Immigranten".

    Ziel ist Fraktionsstärke

    Als Minimalziel strebt die AfD Fraktionsstärke an; das wären nach der heute gültigen Geschäftsordnung des Kreistags zwei Mandate. Vier Sitze entspräche den Wunschvorstellungen der Partei; dafür sind etwa sechs bis acht Prozent der Stimmen nötig.

    Inhaltlich zielt die AfD auf die "leistende Mittelschicht", der möglichst die Steuern zugute kommen sollen, die sie "als Einzahler" in die Staatskasse entrichte. Die Einstellung dahinter ist der Wunsch, dass für die Bürger möglichst viel so bleiben soll, wie es heute ist. "Ich möchte keine Schwebheimer Kirchweih mit Sicherheitsdienst erleben", formuliert Schuhmann als Beispiel. Die Reaktivierung der Steigerwaldbahn lehnt die AfD als "Millionengrab" ab.

    Für die geplante Neuordnung des Nahverkehrs brauche es eine Studie, um dann fallbezogen auf einzelne Regionen einzugehen. Eine Personalaufstockung im Landratsamt sei stets zu überprüfen, auch wenn dadurch Fördermittel nicht ausgeschöpft würden. Auch zum Neubau des Berufsschulzentrums äußerte sich Schuhmann: Man dürfe nicht die höchsten Standards bei der Energieeffizienz ansetzen. Es sollten nur die Möglichkeiten realisiert werden, die sich spätestens nach 20 Jahre amortisierten.

    Keine Empfehlung für Landratswahl

    Einen eigenen Landratskandidaten stellt die AfD nicht auf. Auch werde sie laut Schuhmann keine Empfehlungen für die Bewerber Florian Töpper (SPD) und Lothar Zachmann (CSU) abgeben.

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