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    Schwebheim

    Kulturwochen enden mit „kleinen Schlückle“ und vielen Leichen

    Die beiden Rundfunksprecher Heinz Peter und Yvonne Freifrau von Bibra (von links) präsentierten ihren Besuchern Wein und Leichen. Foto: Ursula Lux

    Was tun, wenn auf Föhr niemand wirklich was von Wein versteht? In den Föhrer Weinstuben weiß man damit umzugehen. Schließlich ist das ja ein moderner Betrieb mit Computer, Scanner und einem Drucker für die Etiketten. Gruselig war er nicht der letzte Abend der Kulturwochen, auch wenn es um "Weinleichen" ging. Schließlich verstarben die ja eingebettet in humorvolle Geschichten.

    Heinz Peter, Weindozent in München und Hörfunk-Sprecher, und seine BR-Kollegin Yvonne Freifrau von Bibra sind in der Gemeinde keine Unbekannten: Immer wieder sind sie zu Lesungen vor Ort. Diese Lesung allerdings war etwas anders, wurden doch zu den Kriminalgeschichten immer auch die passenden Weine kredenzt.

    Peter, zuständig für die Weinauswahl aber warnte: "Das ist heut kein Schöpplesabend", von jedem Wein gebe es "immer nur ein kleines Schlückle". Und das auch erst, wenn man die dazu passende Geschichte aufmerksam mit angehört hätte.

    Nun das mit der Aufmerksamkeit bei den Mordgeschichten war kein Problem, waren diese doch in erster Linie witzig und die Bereitschaft, herzerfrischend zu lachen, stieg beim Publikum von Geschichte zu Geschichte, oder besser von Minischöpple zu Minischöpple. Peter und von Bibra lasen Kurzgeschichten, die sich alle rund um den Wein drehten. Dabei spielten beide aufs Feinste mit ihren Stimmen und den Stimmungen ihrer Zuhörerschaft.

    "Der falsche Franke"

    Die Aufgabe der Besucher bestand darin, sich die Geschichte anzuhören, und mit ihrem "Alkoholverträglichkeitsvermögen zu haushalten". Der erste Wein war ein Silvaner vom Würzburger Juliusspital, der dem Wein der Geschichte einem Silvaner von Schlossspital, "angemessen sauer, der falsche Franke" nachempfunden war. Während der Verkostung versuchte Peter, den Wein und seinen Geschmack vorzustellen.

    "Er fließt wunderbar über die Zunge und nimmt den direkten Weg durch die Gurgel runter." Aber so aufmerksam die Besucher den Geschichten lauschten, wenn der Wein erst mal im Glas war, dann klangen die Gläser, und die Münder standen nicht mehr still. Peter ließ sich davon wenig beeindrucken, er erklärte seine Weine und ihre Geschichte einfach über den allgemeinen Geräuschpegel hinweg.

    Vom Silvaner ging‘s über "eine Leiche zum Riesling" zum Riesling und knackfrischen Salaten mit Mosel-Aal, über einen Roséwein hin zu Rotweinen aus Sizilien, der Pfalz und dem Kaiserstuhl. Immer gewürzt mit dem nötigen Körnchen krimineller Energie, witzigen Kurzgeschichten und humorvoller Darbietungsweise. Und natürlich mit vielen "kleinen Schlückchen" bester Weine, die die lockere Atmosphäre des Abends abrundeten.

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