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    Eßleben

    Landrat Töpper besuchte den Biohof Cäsar in Gut Dächheim

    Beim Besuch des Biohofs Cäsar in Gut Dächheim und Eßleben von links: Roswitha Ziegler (3. Bürgermeisterin von Werneck), ... Foto: Tobias Gößmann/Landratsamt

    Landrat Florian Töpper hat zusammen mit Vertretern der Agentur für Arbeit, der Gemeinden Waigolshausen und Wasserlosen sowie des Markts Werneck, des Bauernverbandes, des Amts für ländliche Entwicklung und Forsten und des Landratsamts den Biohof Cäsar in Gut Dächheim und Eßleben besucht. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt organisiert einmal im Quartal einen Unternehmensbesuch, den Landrat Töpper als Arbeitstermin nutzt, um sich vor Ort mit den Betrieben über aktuelle Themen und Herausforderungen auszutauschen.

    „Die Familie Cäsar zeigt authentisch, wie man das Thema Bio in allen Bereichen des Betriebes konsequent umsetzen kann“, so Landrat Töpper. Die Familie Cäsar, die das Gut Dächheim gepachtet hat, führte den Betrieb zunächst konventionell, seit 2008 wird er ökologisch nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes bewirtschaftet. Der Biohof Cäsar ist BioRegio-Betrieb und bietet als solcher für umstellungsinteressierte Landwirte ein Infoangebot zum ökologischen Landbau.

    Neben Ackerbau und Legehennen-Haltung kultiviert der Betrieb zehn verschiedene Kulturen, davon 80 Prozent im Vertragsanbau. Darunter befinden sich Feldgemüse wie Zuckerrüben, Rote Bete, Kartoffeln oder Sojabohnen. Im bundesweiten Soja-Netzwerk ist der Biohof Cäsar auch als Demonstrationsbetrieb aktiv.

    Im Betrieb arbeiten neben dem Betriebsleiterehepaar der Sohn, Frederick Cäsar, ein Festangestellter und eine Teilzeitkraft. Bereits seit vielen Jahren unterstützen im Mai und Juni rund 20 Saisonarbeiter aus Rumänien den Biobetrieb. Hilmar und Sohn Frederick Cäsar führten die Besuchergruppe um Landrat Töpper zuerst durch das Gut Dächheim bei Theilheim, wo die Maschinenhalle mit den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen besichtigt werden konnten. „Für den Bioanbau sind spezielle Maschinen notwendig“, berichtete Frederick Cäsar, der an der TU München Agrarwissenschaften studiert hat und seit einigen Jahren wieder im elterlichen Betrieb arbeitet.

    Auch Hilmar Cäsar bestätigte, dass der Ökolandbau neueste Technik erfordert. Die Ökolandwirtschaft sei die richtige Entscheidung gewesen, resümierte Hilmar Cäsar, nur dass sie zehn Jahre zu spät erfolgt sei, sagte er mit einem Augenzwinkern. Landrat Töpper  betonte wie wichtig es sei, regionale Produkte und Bioprodukte in örtlichen Betrieben und Einrichtungen einzusetzen. Anna-Katharina Paar von der Ökomodellregion Oberes Werntal stellte den aktuellen Stand des Projekts „Einsatz von Bioprodukten“ in öffentlichen Einrichtungen vor, die Bioprodukten aus der Region zu einer stärkeren Verbreitung verhelfen soll. In der Diskussion waren sich alle einig, dass in der „Regionalität“ von Lebensmitteln Potentiale für die Erzeuger liegen, weshalb mehr Anstrengungen in die Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit investiert werden müsse. 

    Anschließend ging es nach Eßleben zu dem Legehennenbetrieb mit 6000 Hennen, der seit 2014 als weiterer Betriebszweig aufgebaut wurde. Die Stromversorgung des Feststalls erfolgt über ein Mini-Blockheizkraftwerk. Das Futter der Tiere bekommt Familie Cäsar von der auf Bio-Tierfutter spezialisierten Kaisermühle in Gänheim, zugleich ein Kunde für ihr Getreide.

    Im Landkreis Schweinfurt wirtschaften aktuell 79 Betriebe auf 5431 Hektar (11,4 Prozent der Nutzfläche) nach den Kriterien des ökologischen Landbaus. Neben dem Untermain weist der Bereich Schweinfurt das stärkste Wachstum im unterfränkischen Ökolandbau auf. Der Schwerpunkt liegt im westlichen Landkreis (Ökomodellregion Oberes Werntal).

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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