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    Schweinfurt

    Laptop, Beamer, Tablet: 2020 rüsten Schweinfurts Schulen auf

    Noch steckt die Digitalisierung an den Schulen (Symbolbild) in den Kinderschuhen. Nächstes Jahr soll das Aufrüsten in Schweinfurt beginnen. Staatliche Mittel helfen dabei. Foto: Friso Gentsch/DPA

    Ob Grund-, Realschulen, Gymnasien oder auch Berufsschulen: das digitale Klassenzimmer soll ab 2020 Realität werden. Der Plan steht, so Schulamtsleiter René Gutermann; die Finanzierung auch. Für 2018 hatte der Freistaat sein Programm "digitales Klassenzimmer" aufgelegt, Schweinfurt sich beworben. Erfolgreich. Nun sollen ab 2020 die von den Schulen ausgearbeiteten Medienkonzepte umgesetzt, zumindest ein Anfang gemacht werden. 1,2 Millionen Euro umfasst das Gesamtpaket. 90 Prozent davon trägt der Freistaat, den Rest die Stadt Schweinfurt. Der Hauptausschuss stimmte dem geschlossen zu, es gab aber auch erste Kritik.

    Und zwar an dem, worauf auch Gutermann hingewiesen hatte. Bei den Kosten geht es nur um die Ausstattung – Laptops, Beamer, Tablets, Interaktive Tafeln, Dokumenten-Kameras und so weiter. Außen vor bleibt bei dem Förderprogramm die Frage, wer sich denn darum kümmern wird, dass das "digitale Klassenzimmer" rund läuft. Fünf Vollzeitstellen für die IT-Betreuung wären vermutlich nötig, sagt Schulamtsleiter Gutermann. Schon jetzt sei ein Mitarbeiter des Schulamts mit nichts anderem beschäftigt, als die Ausstattung an den Schulen zu koordinieren.

    Ein Punkt, den nicht nur Reginhard von Hirschhausen (Bündnis 90/Die Grünen) kritisch sah. Auch nach Ansicht von Ralf Hofmann (SPD) macht es sich der Freistaat an dieser Stelle zu einfach, lasse die Kommunen mit den Folgekosten alleine. Die müssten Druck auf die Staatsregierung ausüben. Was, so Bürgermeistern Sorya Lippert, schon der Fall ist. So sei der Städtetag "intensiv dabei". Und wenn die Stadt versuchen würde, an Fördermittel von privater Seite oder von Stiftungen zu kommen? Florian Dittert (CSU) brachte diese Frage ins Gespräch. Eine Option allerdings ist sie nicht, antwortete Schulamtsleiter Gutermann. Anders als an Hochschulen, die Sponsoring in Anspruch nehmen könnten, sei dies an Grundschulen nicht möglich. "Kommerzielle Werbung" sei an staatlichen Schulen verboten, so Gutermann. Wobei es natürlich, so Sozialreferent Jürgen Montag, bereits private Initiativen gibt, die die Schulen unterstützen – in Form von Fördervereinen.

    Erst der Freistaat, jetzt übernimmt der Bund

    Die Investitionen sind die eine Seite, die Folgekosten die andere: Das ist auch bei dem Bundesprogramm nicht anders, das die bayerische Initiative 2019 abgelöst hat. Auch für dieses Programm will sich die Stadt mit ihren Schulen bewerben. Umgesetzt würde es in den Jahren 2021 bis 2024. Möglich wäre hier ein Förderbetrag von maximal rund 4,1 Millionen Euro, ebenfalls 90 Prozent der Investitionen. Der Bewerbung um dieses Millionen-Paket stimmte der Schul- und Kulturausschuss zu, auch wenn die Folgekosten vielen Bauchschmerzen bereiten. Doch an der Notwendigkeit der Digitalisierung an den Schulen führt kein Weg vorbei, auch das war allen klar.

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