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    FORST

    Leserbrief zu Forst: "Nur Show und unüberlegter Aktionismus"

    In Forst im Landkreis Schweinfurt ist es im Gottesdienst zu einem Eklat zwischen Kirchenreformerinnen der Bewegung Maria 2.0 und einem Pfarrer gekommen.  Foto: Getty Images

    Zum Bericht über den Eklat in der Kirche in Fort vom 16. August erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

    "Wir tun doch niemandem was, wir wollen doch nur unsere Meinung vertreten“. Mit diesen Worten wird eine der beteiligten Frauen der Initiative „Maria 2.0“ im Artikel vom 16. August zitiert.

    Der  Forderungskatalog der Initiative „Maria 2.0“ lautet wie folgt:

    1.       Gegen Machtstrukturen in der Kirche

    2.       Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern

    3.       Aufhebung des Pflichtzölibats

    4.       Umfassende Aufklärung von Missbrauchsfällen

    Am 14. August haben die Vertreterinnen von „Maria 2.0“ dann ihre Meinung während einer Andacht in Forst kundgetan und gezeigt, womit man es bei dieser Bewegung zu tun hat.

    Rund 20 Frauen erscheinen quasi uniformiert zur Feier der Andacht. Nachdem ihnen nicht die geforderte Aufmerksamkeit geschenkt wird, versucht die „Vorsitzende“ dieser uniformierten Truppe ein Statement am Ambo zu verlesen. Kein Wunder dass sie dort vom Pfarrer wegverwiesen wurde. In der Kirche soll das Wort Gottes verkündet werden und nichts sonst!

    Man stelle sich vor, ein x-beliebiger Bürger würde versuchen, bei einer Gemeinderatssitzung aus dem Besucherbereich das Wort zu ergreifen und sein „Statement“ zu verlesen. Ich glaube kaum, dass der jeweilige Bürgermeister das zuließe!

    Die ganze Aktion ist aus meiner Sicht nichts anderes als eine bewusste Provokation mit dem Ziel, das Maximum an Störung zu verursachen. Die Main-Post-Gruppe tut  sich auch keinen Gefallen damit, dass der Eindruck entsteht, den Privatinteressen einer ihrer freien Mitarbeiter ein Podium zu bieten. Alleine schon die fünf bis sechs Artikel zu diesem Thema sprechen Bände. Ich kann mich nicht erinnern, welches Thema zuletzt so große Aufmerksamkeit bekam. Ich habe hier ganz deutlich den Eindruck, dass die notwendige Neutralität zur Berichterstattung nicht mehr gewährleistet ist. Das Gefühl wird verstärkt durch die Tatsache, dass der Organist, welcher auf einmal nicht mehr Orgel spielen möchte, zufällig denselben Nachnamen wie die Vertreterin der Main-Post-Gruppe hat.

    Man kann zu den einzelnen Punkten im Forderungskatalog von „Maria 2.0“ stehen wie man möchte. Beispielsweise ist es mir ein Rätsel, warum für manche der Zölibat ein Problem darstellt. Man fragt ja auch nicht, ob der Schuldirektor oder der Bürgermeister sexuell unterwegs ist. Wenn der Zölibat für die betroffenen in Ordnung geht, dann sollte man das von außen respektieren. Allerdings finde auch ich, dass es in der katholischen Kirche durchaus an mancher Stelle Gesprächsbedarf gibt. Wahr ist aber auch, dass niemand diese Damen zwingt, Mitglied zu bleiben!

    Was man allerdings definitiv nicht braucht, sind Menschen, die sich völlig respektlos und übergriffig verhalten. Diese weißuniformierte Truppe ist im Wirtshaus besser aufgehoben als in einem Gotteshaus.

    Hans-Walter Schmalzbauer,
    97497 Dingolshausen

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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