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    Waigolshausen

    Leserforum: Ist das bestehende System noch das richtige?

    Zu "Entsorgung von Klärschlamm wird teurer" erreichte uns folgender Leserbrief.

    Klärschlamm ist ein Problem. Vielleicht der richtige Moment um einmal zu reflektieren, was wir eigentlich machen: Unsere Extremente werden mit reichlich Trinkwasser(!) vermischt und zusammen mit anderem Dreck durch riesige Kanalsysteme zu zentralen Sammelstellen - den Kläranlagen - geschwemmt. Die Nährstoffe, die im Klärschlamm zum Problem werden, können aber auch ganz anders betrachtet werden: Phosphor, ein wichtiger Dünger in der Landwirtschaft, kann aus Urin gewonnen werden. Und 'Terra Preta', die unglaublich fruchtbare und stabile 'schwarze Erde' der Inka entstand aus menschlichem Kot und Pflanzenkohle.

    Natürlich wünscht sich niemand die Plumpsklos zurück und dass die Idee der Kanalisation ein Segen für die Hygiene war, ist auch unbestritten. Allerdings sollte darüber nachgedacht werden, ob das bestehende System noch das richtige für die aktuellen Herausforderungen ist. Alltagstaugliche Alternativen zum "Wasser Closet" (WC) gibt es bereits, zum Beispiel unter dem Stichwort Trocken-Trenn-Toilette oder Kompost-Klo.  Wie wäre es denn mal mit einem Neubaugebiet, das ohne Kanalanschluss auskommen kann: Lokale Nährstoffkreisläufe über die genannten WC-Alternativen; Pflanzenkläranlagen oder Kreisläufe für Grauwasser; und grundwasserfreundliches Versickern von Niederschlagswasser. Ungewohnt? Sicher, aber unmöglich doch hoffentlich nicht.

    Joachim Rees
    97505 Geldersheim

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    Bearbeitet von Helmut Hickel

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