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    Schweinfurt

    Leserforum: Kleinod geopfert

    Zum Artikel "Hackschnitzel aus der Hochleistungsplantage" vom 6. August erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

    Auf einem ehemaligen Acker in Schwebheim wächst ein Energiewald. Die dort angepflanzten Pappeln sind bereits nach sieben Jahren reif für Harvester und Holzhäcksler. Man erreicht mit diesen schnell wachsenden Bäumen beträchtliche Einsparungen zu anderen Energieträgern wie Öl, Gas oder Kohle. Doch die Sache hat noch eine andere Seite, dass nämlich Klimaschutz vor Naturschutz geht. Befand sich doch vorher an dieser Stelle ein idyllischer See mit einem weiten naturbelassenen Uferbereich und vielfältigem Tier- und Pflanzenleben. Dieses biologische Kleinod wurde einem schnell wachsenden Rohstoff geopfert. Ein kleines Beispiel, wie wir mit unserem auf Wachstum basierenden Wirtschaftssystem Natur zerstören. Alles muss schnell und immer schneller Profite abwerfen. Zeit zu sorgsamem Hegen und Pflegen eines echten Waldes wie früher, Zeit zum Stillhalten, zum Nachdenken hat man nicht mehr. Schon Goethe war es einst, der vorausahnend dieses immer mehr Tempo annehmende Beschleunigen als teuflisch – er nannte es veloziferisch – verurteilte.

    Hans Schwinger
    97525 Schwebheim

    Bearbeitet von Lena Bayer

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