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    SCHWEINFURT

    Leserforum: Stadtsanierung – wie's früher war!

    Zur Berichterstattung über die Altstadtsanierung erreichte uns folgender Leserbrief:

    Bekanntlich war ja früher alles besser? Aber, stimmt das auch für Schweinfurts Innenstadt und Entwicklung? Ich werde dabei an die 1960iger-Jahre erinnert. Da hat man für ein sicherlich notwendiges Kaufhaus den schönsten Teil der Stadtmauer mit Türmchen an der Heilig-Geist-Kirche geopfert.

    In der Manggasse stand das stattliche Gasthaus/Hotel „Roter Ochsen“ – in dem ich 13 Jahre gewohnt hatte. Jetzt steht dort ein kahler Zweckbau, der mehr an eine Seilbahnstation erinnert (ähnliches Gebäude steht auch übrigens in der Kirchgasse).

    Das gute Bavaria-Filmtheater hat man, obwohl ich dort jeden Roy-Black- und Uschi-Glas-Film angeschaut habe, abgerissen. Erst jetzt hat man erfahren, welch wertvolle Bausubstanz dabei verschwand. Ähnliches scheint jetzt dem Gegenüber bevorzustehen; gemeint sind die beiden Häuser am ehemaligen Postplatz (Wichtermann-Platz).

    Entsetzt war ich aber, als ich sah, dass jetzt Häuser abgerissen wurden, die noch vor Jahren – zu Griesers Zeiten – renoviert worden wären. Das eine stand in der Judengasse und das andere in der Bauerngasse. Da wurden früher in der Judengasse viele Häuser renoviert und jetzt wird einfach abgerissen.

    Auch das Haus in der Bauerngasse – trotz schlechtem Dach – wäre sicherlich zu retten gewesen. Dabei wird viel berichtet, was in dem Gebiet der Neuen Gasse alles gemacht werden soll. Neu – aber auch besser?

    Schweinfurt macht es sich derzeit ziemlich schwer, sich darzustellen. Mich stören jedes mal auf der Autobahn die großen braunen Schilder, auf denen auf Schweinfurt mit einem Schornstein und einem Betonklotz (Schäfer-Museum) aufmerksam gemacht werden soll. Dabei gibt es – kaum einer weiß es – seit Jahren neue Schilder, die aber nicht aufgestellt werden können, weil sie nicht in das derzeitige Fundament passen (Falschkauf).

    Dies war sogar damals Thema in einer Radiosendung. Sie sind irgendwo eingelagert. Auf die vielen leer stehenden Geschäfte muss nicht extra aufmerksam gemacht werden, die kennt jeder. Und die Läden – in denen Bilder ausgestellt waren und uns dies als Erfolg verkauft wurde – sind auch wieder leer. Mit andern Worten, ich mache mir große Sorgen um meine Heimatstadt.

    Gerhard Räth 97453 Schonungen

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