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    NIEDERWERRN

    Leserforum: Windräder dienen der Zukunftssicherung von jungen Baufamilien

    Die Aussagen in diesem Leserbrief entsprechen nicht den Tatsachen und können deshalb nicht unwidersprochen bleiben. Zunächst fällt der einleitende Satz auf, die Gemeinde Schonungen würde ein Neubaugebiet „im Windparkgebiet Forst“ planen. Da der geltende Regionalplan als Mindestabstand zur Wohnbebauung einen Abstand von 800 Meter vorsieht, kann diese Behauptung so nicht stimmen.

    Dies wird im nächsten Satz durch den Autor selbst bestätigt, der einen Abstand von über 1000 Meter zum nächstgelegenen Windrad angibt, was schwerlich als „im Gebiet liegend“ gelten kann. Auch die Aussage, man könne die Windräder bei geschlossenem Fenster hören, hält einer mathematischen und physikalischen Überprüfung nicht stand. Da ein Standard-Isolierglasfenster einen Schalldämmwert von 32 dB aufweist und schon das Atemgeräusch bei 25 dB liegt, müssten die Windräder vor dem Fenster mit ca. 55 bis 60 dB Schallpegel einwirken, um innen wahrnehmbar zu sein.

    Damit wären sie niemals genehmigungsfähig gewesen und was auch immer da innen gehört wird – Windräder sind es nicht.

    Die Behauptung, dass Windräder an gleicher Stelle nicht mehr genehmigungsfähig wären, ist ebenso falsch. Sie dürften sehr wohl neu errichtet werden, wenn dies politischer Wille der Gemeinde Schonungen wäre. 10 H dient eben nicht dem Emissionsschutz wie fälschlich behauptet, sondern soll die kommunale Selbstbestimmung stärken. Der Emissionsschutz wird einzig durch die Technische Anleitung Lärm geregelt, nach der alle schallerzeugenden Bauten und Anlagen in Deutschland genehmigt werden müssen.

    Ich war persönlich bei der Anhörung zu 10 H im Bayerischen Landtag anwesend, nach der - trotz der fast einhelligen Ablehnung durch die geladenen Vertreter gesellschaftlicher Gruppen (kommunale Spitzenverbände, Wirtschaft, Wissenschaft und Naturschutzverbände) - dieses klimapolitisch so schädliche Gesetz beschlossen wurde.

    Bezüglich seiner Sorge um die neuen Baufamilien darf ich den Autor des Leserbriefs beruhigen. Vor der Ausweisung eines Baugebietes werden alle Träger öffentlicher Belange gehört. Dazu gehört der Emissionsschutz, der akribisch prüft ob die Grenzwerte der TA-Lärm eingehalten werden.

    Ich bin seit einigen Jahren gemeinsam mit anderen Bürgern an einem Windpark bei Münnerstadt beteiligt, dessen nächstgelegene 200 Meter hohe Anlage ebenfalls ca. 1000 Meter vom Ortsrand entfernt ist. Es gab weder vor dem Bau, noch während des mittlerweile dreieinhalbjährigen Betriebs irgendwelche negative Stimmen von Bürgern. Die Schönheit und der Schall liegen vielleicht im Auge und Ohr des Betrachters.

    Windenergie und Solarenergie sind die einzige Hoffnung der Menschheit, die drohende Klimakatastrophe noch abzuwenden. Einen ganz kleinen Vorgeschmack auf die drohende „Heißzeit“ haben wir in diesem Sommer erhalten. Freuen wir uns am Anblick von Windrädern – jedes einzelne ist ein Zeichen der Hoffnung!

    Dipl.-Ing.(FH) Gunter Häckner

    2. Vorsitzender Bundesverband Windenergie, Regionalverband Unterfranken

    97464 Niederwerrn

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