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    Schweinfurt

    Letzte UKW-Frequenz für Schweinfurter Jugendsender

    Radio will immer digitaler werden, doch UKW ist zählebiger als gedacht. Weshalb der Schweinfurter Jugendsender radiohastag+ sich über den ehemaligen AFN-Sendeplatz freut. 
    UKW-Sendestart mit Freude und Freunden. Den berühmten "roten Knopf" drückten gemeinsam (vorne von links) Gerolzhofens Bürgermeister Thorsten Wozniak, Eric Jurke ("Tante Suzie"), Landrat Florian Töpper, Bürgermeisterin Sorya Lippert, Katharina Köhler (ufra) und Studioleiter Felix Straube.  Foto: Helmut Glauch

    UKW, die ultrakurze Radiowelle also, wurde schon mehrfach totgesagt, es gab auch schon diverse, längst verstrichene Termine für die endgültige Abschaltung. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, knapp 80 Prozent der Radiohörer empfangen ihr Lieblingsprogramm nach wie vor über UKW, die endgültige Abschaltung wurde mal wieder – diesmal auf das Ende der 2020er-Jahre – verschoben.   

    Bisher nur digital, dafür aber in ganz Unterfranken

    Seit gut zwei Jahren hat Schweinfurt mit dem Radio-Primaton-Ableger radiohashtag+ einen eigenen Jugendsender, der bislang aber lediglich digital im DAB+Regionalnetz Unterfranken zu empfangen war. Und nun seit Montag, 9 Uhr, ganz "old school" auch auf der UKW-Frequenz 87,7.  Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in seiner Sitzung im April beschlossen, dem Schweinfurter Jugendsender diese Frequenz vorerst bis Juni 2025 zuzuweisen, womit er buchstäblich wieder mit jedem Kofferradio empfangbar ist. Das wurde am Montagvormittag im Sendehaus der Regio-Medien in der Carl-Zeiss-Straße mit einer Sendestart-Party und mit vielen Gästen und Freunden gefeiert. 

    Der Countdown läuft, nur noch wenige Minuten bis zum UKW-Start. Lena Gersitz moderiert die radiohastag+ Morningshow. Foto: Helmut Glauch

    87,7 Megaherz (MHz), das ist die freigewordene Frequenz des ehemaligen US-Soldatensenders AFN. Gesendet wird vom "blauen Hochhaus" aus, und "wir sind über die Stadtgrenzen hinaus und weiter als lizenziert hörbar", freute sich Studioleiter Felix Straube. "Die Zukunft gehört ganz klar dem Digitalradio", so Straube im Gespräch, "weil es ganz einfach besser klingt." Im Moment sei es aber so, dass man junge Leute, die zum Beispiel im ersten Auto noch ohne Digitalradio unterwegs sind, eben einfach besser über UKW erreicht. Im Rahmen des sogenannten Zweitfrequenz-Konzepts war bereits seit 1997 eine Jugendfrequenz für Schweinfurt vorgesehen. Die Verwirklichung war allerdings nicht möglich, da es vor der Rückgabe der 87,7 MHz durch die US-Streitkräfte keine freie Frequenz in Schweinfurt gab.

    Ein Jahr auf den Sendestart hingearbeitet

    Straube ist sich relativ sicher, dass radiohastag+ eine der letzten, wenn nicht die letzte UKW-Frequenz bekommen hat, die in Bayern noch zu vergeben war.  Ein Jahr habe man intensiv auf diesen UKW-Sendestart hingearbeitet.   

    Landrat Florian Töpper und Bürgermeisterin Sorya Lippert waren die beiden ersten, die am Radiomikrophon Grußbotschaften in die UKW-Welt von radiohastag+ senden durften.  "Als Grufti aus dem Rathaus wünsche ich dem Sender viele junge Hörer", so Lippert. "Ein Jugendradio für Stadt und Landkreis hat uns noch gefehlt", so die Botschaft des Landrates.   

    Radiotorte mit Mikro und Kopfhörer zur Eröffnung. Die beiden Moderatoren Luca Pollmeier und Lena Gersitz durften anschneiden.  Foto: Helmut Glauch

    Aber was macht so ein Jugendradio eigentlich? In erster Linie jede Menge angesagter neuer Musik, die bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gut ankommt. Deutsch-Rap zum Beispiel, wie er im traditionellen Radio eher selten vorkommt, hat dort seinen Platz. Aber auch Nachrichten, Informationen, Tipps und Trends werden der radiohastag-Community serviert, wie Morgenshow-Moderatorin Lena Gersitz erzählt.

    Sendebetrieb in zwei "Schichten"

    Immer "zehn Minuten vor halb und zehn Minuten vor einer ganzen Stunde" kommt zur Sprache, was die Region und die Welt so bewegt. Und weil es ein Jugendradio ist, wird es dabei eher um die Eröffnung einer Skaterbahn als eines Altenheimes gehen, ergänzt Studioleiter Felix Straube. Um 5.50 Uhr beginnt Lena Gersitz mit der Morningshow, den Radio-Soundtrack zum Feierabend übernimmt ab 14.50 Uhr Luca Pollmeier. Natürlich ist das Jugendradio auf allen gängigen sozialen Medien unterwegs, und man kann sich die App herunterladen –  oder von nun an ganz einfach sein altes Dampfradio einschalten.       

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