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    Obbach

    Letzter Ruck für die Dorferneuerung in Obbach

    2020 soll das letzte Stück der Ortsausfahrt Obbach Richtung Euerbach neu ausgebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahme wird auch das Bushäuschen umgestaltet. Foto: Irene Spiegel

    Nach 15 Jahren Dorferneuerung wird jetzt in Obbach der letzte Ruck gemacht. Mit dem Ausbau der restlichen 400 Meter der Staatsstraße 2290 am Ortsausgang Richtung Euerbach geht die 2004 begonnene Dorferneuerung ihrem Ende entgegen. Noch befindet sich die Planung im Vorentwurfsstadium. In diesem Jahr wird also nichts mehr laufen. Doch 2020 soll gebaut werden. Die Gelder dafür hat das Staatliche Bauamt in Schweinfurt als Bauherr zumindest für den Haushalt vorgesehen.

    Lange haben Gemeinde, Amt für Ländliche Entwicklung und Staatliches Bauamt sich bemüht, die Voraussetzungen für diesen letzten Schritt zu schaffen. Grundstücksverhältnisse waren zu klären, weil die Straße zum Ortsausgang hin angehoben und aufgeweitet werden soll, um die Einfahrt in die Gemeindeverbindungsstraße nach Sömmersdorf ÖPNV-fähig zu machen. Busse und andere große Fahrzeuge setzen dort auf, der Höhenunterschied zwischen den zwei Straßen ist für große Fahrzeuge zu groß, die Einfahrt schlichtweg zu steil. Zwischenzeitlich hat die Gemeinde zwei Grundstücke erwerben können, unter anderem das mit dem leerstehenden Anwesen am Ortsende, das inzwischen abgerissen ist, und mit den weiteren betroffenen Grundstücksbesitzern Bauvereinbarungen getroffen. Die Detailplanung kann nun auf den Weg gebracht werden.

    Im Zuge des Straßenausbaus wird auch der innerörtliche Gehweg weitergeführt: zuerst ortsauswärts rechts bis zum Bushäuschen und dann weiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang der Gärten bis zur Einmündung des Wirtschaftsweges. Eine tropfenförmige Insel in der Straßenmitte soll Fußgängern und Radfahrern das Überqueren der Straße erleichtern.

    Die Einfahrt in den Wirtschaftsweg soll ebenfalls neu gestaltet werden. Dieser wird "sauber rechtwinklig" an die Staatsstraße angebunden, sagt Rüdiger Köhler, für den Landkreis Schweinfurt zuständiger Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Derzeit mündet der Feldweg im spitzen Winkel in die Ortsstraße, was Traktor- oder Radfahrern die Sicht bei der Ausfahrt auf die Staatsstraße erschwert. Und wenn man schon dabei ist, wird der Wirtschaftsweg gleich noch ein Stück mit ausgebaut, etwa auf 75 Metern, so Köhler.  

    Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro veranschlagt

    Kosten von rund 1,5 Millionen Euro haben die Planer für die Gesamtbaumaßnahme errechnet. Während das Staatliche Bauamt für die Finanzierung des Straßenkörpers zuständig ist, geht die Gestaltung der Randbereiche zu Lasten der Gemeinde, wofür es allerdings Zuschüsse im Rahmen der Dorferneuerung gibt. Die verbleibenden Restkosten konnten Kommunen bislang zu einem gewissen Anteil auf die Anlieger umlegen. Seit die CSU aber die "Strabs" (Straßenausbaubeitragssatzung) abgeschafft hat, bleiben die Kommunen alleine daran hängen. In Obbach ist das kein Problem: "Die Gelder sind in unserer Finanzplanung berücksichtigt", versichert Bürgermeister Arthur Arnold.

    Auch für die weitergehenden Maßnahmen, die die Gemeinde im Zuge des Staatstraßenausbaus plant, hat man im Haushalt vorgesorgt. So soll auf dem erworbenen Grundstück am Ortsende ein Parkplatz angelegt werden, um die Verkehrssituation in der Sömmersdorfer Straße zu entschärfen. Dort kommt es durch die parkenden Autos im Umfeld der Hausarztpraxis immer wieder zu Engpässen. "Wir wollen damit auch den Praxis-Standort stützen", begründet Bürgermeister Arnold diese Investition. Im Sommer wurde bereits das leerstehende Haus auf dem Grundstück abgerissen. Zur Staatsstraße hin soll eine Stützmauer das abfallende Gelände abfangen und eine Begrünung den Ortsrand abrunden. 

    Offener, heller und freundlicher soll das Buswartehäuschen gestaltet werden. Das ehemalige Wasserpumpenhaus wurde 1924 von Georg Schäfer errichtet.  Foto: Irene Spiegel

    Optisch aufwerten will die Gemeinde zudem das von Georg Schäfer 1924 errichtete Wasserpumpenhäuschen an der Straßeneinfahrt nach Sömmersdorf, das als Buswartehalle dient. "Es soll offener, heller und freundlicher gestaltet werden", sagt Bürgermeister Arthur Arnold. Auch um Verschmutzungen und Schmierereien, wie sie immer wieder in dem schwer einsehbaren, dunklen Innenraum erfolgen, vorzubeugen. 

    "Wir sind mit der Dorferneuerung viel weiter gekommen als wir gedacht haben", zieht Bürgermeister Arnold zufrieden Bilanz und freut sich, dass 2020 der letzte Ruck gemacht wird. Ein Großprojekt – außerhalb der Dorferneuerung – hat das Staatliche Bauamt aber noch im Visier: den weiteren Ausbau der Staatsstraße von Obbach bis Euerbach. Sie entspricht laut Rüdiger Köhler nicht mehr den heutigen Anforderungen: zu schmal, zu wellig, zu eng in der Kurve. Doch dieses Vorhaben ist noch Zukunftsmusik.

    Dorferneuerung Obbach
    Angesichts der Veränderungen in der Landwirtschaft und der demografischen Entwicklung hat die Gemeinde Euerbach 2004 mit der Dorferneuerung im Gemeindeteil Obbach die Weichen dafür gestellt, dass das Wohnen und Leben mitten im Ort wieder attraktiv wird. Mit fachlicher und finanzieller Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken wurden seitdem zahlreiche öffentliche Vorhaben verwirklicht: Ein neuer Dorfplatz entstand anstelle eines kleinen Gehöfts. Das ehemalige Rathaus wurde für Veranstaltungen saniert, der Mühlbach als grüne Wegeverbindung im Ort renaturiert und der Spielplatz Mönchsbergstraße umgestaltet sowie eine Wegeverbindung nach Sömmersdorf geschaffen. Eine Herausforderung war der Ausbau der Ortsdurchfahrt mit ihren vielen Kurven, der aufgrund noch zu klärender Grundstücksverhältnisse 400 Meter vor dem Ortsende Richtung Euerbach endete und jetzt fertiggestellt wird. Auf der Liste der weiteren Vorhaben steht noch die Verbesserung im Dorfgraben und eine Fortführung der Mühlbach-Fußweges.

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