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    Schweinfurt

    Liederkranz-Konzertchor präsentierte Weltmusik

    Auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Vokalisten und Musiker überzeugten beim Konzert im Theater Foto: Josef Lamber

    Um es schon einmal vorwegzusagen: Dieser "Konzertchor" ist jedes Konzertes wert. Das scheinen die Schweinfurter bereits gewusst zu haben, denn der Ansturm auf die Stadthalle erinnerte eher an den bei Sitzungen der Schwarzen Elf. Die Reihen waren gut gefüllt, als über 80 Sänger auf die Bühne kamen. Allein das war schon ein beeindruckendes Bild, diesen optischen Eindruck aber unterstrich der Chor des bewährten Vereins Liederkranz Schweinfurt 1833 dann auch akustisch.

    Hervorragende Verstärkung von Urs John und seiner Jazzband 

    Verstärkung bekam der Chor bei seinem Muttertags-Konzert in diesem Jahr von Urs John und seiner Jazzband. Vor allem John am Klavier und Sebastian Wagner am Saxophon verleiteten das  Publikum immer wieder zu Zwischenapplaus. Gewohnt stimmgewaltig übernahm Sopranistin Anja Gutgesell die Solopartien des Konzerts. Vom Pianissimo bis hin zu den höchsten Tönen, ob mit oder ohne Chorunterstützung verstand sie es den Saal mit dem Klang ihrer Stimme zu füllen. Eine Stimme, die für sich spricht, ebenso einfühlsam wie durchdringend. Eine Stimme, die nicht überhört werden kann, und die das affektierte auf und von der Bühne gehen, eigentlich nicht nötig hätte.

    Einfühlsam und doch durchdringend. Anja Gutgesell hat eine Stimme die für sich spricht. Foto: Josef Lamber

    Der künstlerische Leiter des Konzerts Matthias Göttemann hatte seine Sänger zu höchster Perfektion geführt. Er begrüßte die Menschen im "lebendig, fröhlich besetzten Saal" zu einem musikalisch ebenso hochwertigen wie genussvollen Abend. "Weltmusik" hieß das neue Projekt des Konzertchors. Sein bisheriges Repertoire von geistlichen und weltlichen Oratorien, erweiterte der Chor um Filmmusik, Chor-Balladen, Jazz und Musical Hits und traf damit genau den Nerv seines von Beginn an begeisterten Publikums. Nicht nur mit "Gabrielas Song" berührte der Chor die Herzen seiner Zuhörer.

    Unvergessliche Melodien und die bekannten Songs aus "Wie im Himmel" 

    Mit zahlreichen unvergesslichen Melodien ließ er sein Publikum in Erinnerungen schwelgen. Der Chor überzeugte als homogener mitreißender Klangkörper mit hoher Präzession. Göttemann brachte aber nicht nur seine Sänger und Musiker zu Bestleistungen, er motivierte auch das Publikum. Nach den berührenden Melodien aus dem Film "Wie im Himmel", wurde es temperamentvoll. "So liebe Leute, jetzt ist das Konzert vorbei", erklärte der Dirigent. Vorbei im Sinne von stillsitzen und zuhören, Fingerschnipsen, mitsingen und mitklatschen waren angesagt als der Chor "You raise me up" anstimmte. Schnell wurden aus den Zuhörern Mitsänger und Göttemann dirigierte abwechselnd den Chor, die Jazzband und das Publikum.  "Nicht ganz uneigennützig" habe er das getan, erklärt der Dirigent, denn jetzt "fühlen sie, wenn sie geeignet sind". Für sein zweites Projekt in diesem Jahr freut sich der Chor nämlich noch über Mitsänger. Im Herbst soll Joseph Haydns "Die Jahreszeiten" aufgeführt werden.

    Matthias Göttemann Foto: Josef Lamber

    So ganz war das Mitgrooven, Mitschnipsen und und Summen dann nicht mehr aus den Zuhörern raus zu kriegen als die weltbekannten Melodien der Beatles oder die aus dem Musical der Popkultur "Hair" erklangen. Mit einem Stück "zum persönlichen Augenzwinkern "When I'm sixty-four" verabschiedete sich der Chor dann feurig in die Pause.

    Lang anhaltender Applaus als Lohn für die Akteure

    In bewährter Weise ging es in der zweiten Hälfte des Konzerts weiter. Besonders beim Medley aus dem Musical "The Phantom of the Opera" gelang es dem Chor, der Solistin und der Jazzband die ganze Palette menschlicher Stimmungen rüberzubringen. Ein fasziniertes Publikum dankte den Sängern und Musikern mit lange anhaltendem Applaus.

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