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    SCHWEINFURT

    Meisterbriefe und Meisterpreise

    So sehen Meister aus: Zum Brief gab's auch noch einen Schal. Foto: Uwe Eichler

    Eine Bierdusche gab's zwar nicht bei der Meisterfeier im Konferenzzentrum auf der Maininsel Schweinfurt, dafür wurden rote Meisterschals stolz in die Höhe gereckt: Insgesamt 294 Meisterprüflinge waren eingeladen worden, um von der Handwerkskammer für Unterfranken ihre Meisterbriefe zu erhalten, in 17 Handwerksberufen. 47 Jungmeisterinnen und -meister erhielten für herausragende Prüfungsleistungen darüber hinaus den Meisterpreis der bayerischen Staatsregierung. Immerhin 31 Meisterinnen bringen Schwung in ihre Berufe.

    Es geht bei solchen Anlässen zwar immer noch „zünftig“ zu, aber zugleich modern und zukunftsorientiert, unter der Großleinwand. Für Elan sorgten Moderatorin Irina Hanft vom Regionalstudio des BR sowie die flotten Rhythmen des Duos „Miss Sophy & the Groove“. Zwischendurch wurde Meister Nr. 295 ausgezeichnet: Unterfrankens Noch-Regierungspräsident Paul Beinhofer erhielt diesen Ehrentitel, nachdem er seit dem Jahr 2000 bei der Übergabe von knapp 11 000 Meisterbriefen dabei war. Beinhofer, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht, gilt als besonderer Fürsprecher der Aus- und Weiterbildung in der „Wirtschaftsmacht von nebenan“, sprich beim regionalen Handwerk.

    Handwerkskammer Unterfranken steht für 18 500 Betriebe

    „Wissen, Können, Wollen“ – all das mache den guten Meister aus, meinte Walter Heußlein. Der Schreinermeister aus Billingshausen, bei dem Praktikantin Irina Hanft schon ein Vogelhäuschen bauen durfte, vertritt als Präsident der Handwerkskammer Unterfranken 18 500 Betriebe. Heußlein zeigte demonstrativ ein Autolenkrad und zitierte Gottlieb Daimler. Der Autopionier hatte mal vermutet, es werde weltweit nie mehr als eine Million Automobile geben, aufgrund des Mangels an Chauffeuren. Die Prognose hat sich bekanntlich nicht erfüllt. Heute müssen Innovateure das Lenkrad oft selbst in die Hand nehmen: Nachdem kleine und mittelständische Unternehmen, anders als die „Großen“, nicht von der EEG-Umlage befreit sind, geht ein Trend im Handwerk zur Eigen-Produktion und Speicherung von Strom. Heußlein erinnerte diesbezüglich an eine laufende Umfrage der Handwerkskammer.

    Ein weiteres Problem: der Fachkräftemangel – das Handwerk hofft da auf Zuwanderung. „Dieser Tag gehört Euch. Die Zukunft übrigens auch“, meinte der Laudator in Richtung der Geehrten. Auch für Paul Beinhofer ist das Handwerk eine wichtige Stütze der regionalen Wirtschaft, in Unterfranken trage es 30 Prozent der Ausbildung im dualen System. „Auch schwächeren Schulabgängern und jungen Flüchtlingen muss die Chance auf eine Berufsausbildung gegeben werden“, war er sich mit Heußlein einig.

    Ein weiteres Thema: die Digitalisierung, die mit Dachdecker-Drohnen, vernetzten „Smart Homes“ und online maßgeschreinerte Möbel – auch das sei längst auch beim Handwerk angekommen. Der Politiker erinnerte an die Offensive „Bayern Digital II“, ebenso an Förderungen wie Aufstiegs-Bafög oder Meisterboni im Freistaat. Aktuell beträgt der Bonus 1500 Euro, ab Juni 2019 wird er auf 2000 Euro angehoben.

    47 Meisterpreisträger von der Staatsregierung ausgezeichnet

    Besonders gewürdigt wurden die Träger des Meisterpreises als die besten zwanzig Prozent der Jungmeister. Bei den Bäckern zählt dazu Roder Martin (Oberwittbach), bei den Elektrotechnikern David Hetterich (Arnstein), Florian Dietmeyer (Geiselwind), Manuel Merz (Obernzenn), Johannes Dallner (Gerolzhofen) und Dominik Kober (Wiesentheid). Bei den Feinwerkmechanikern: Florian Weise (Heustreu) und Louis Ehrhard (Breuberg). Bei den Friseurinnen: Caroline Felder (Lohr), Efthimia Sevastidou (Knetzgau), Michelle Prößler (Waldaschaff), Anna-Lena Herkert (Amorbach) und Verena Jeckel (Wiesthal). Bei den Installateuren und Heizungsbauern: Luis Holzheimer (Sandberg). Bei den Kraftfahrzeugtechnikern: Julian Dürr (Schweinfurt) Maximilian Beyer (Kirchdorf), Andreas Menschick (Würzburg), Johannes Meister (Tagmersheim), Bastian Christ (Horrweiler), Alexander Ort (Grafenrheinfeld) und Kevin Frey (Neckarbischofsheim). Bei den Landmaschinenmechanikern: Jonas Fischer (Leinach), Simon Hüttinger (Treuchtlingen), Daniel Gös (Ipsheim), Tim Wiegner (Wettringen) sowie Florian Kuther (Unterpleichfeld). Bei den Malern und Lackierern: Dominik Uri (Burgwindheim), Christian Schmitt (Altenbuch), Tobias Ott (Strahlungen), Christoph Dietz (Strahlungen).

    Bei den Metallbauern: Tobias Kühnel (Burghaslach), Tobias Schlichting (Würzburg), Maximilian Leicht (Lichtenfels). Bei den Schneidwerkzeugmechanikern: Maximilian Pickel (Mühlhausen) und Max Brüske (Schwenningen). Bei den Schreinern Martin Greb (Burglauer), Christian Büttner (Hollstadt) sowie Bettina Roggenhofer (Leiblfing). Bei den Steinmetzen und Steinbildhauern: Walter Segbers jun. (Miltenberg). Bei den Straßenbauern: Christopher April (Fuchsmühl), Robin Günthner (Wörth), Lukas Berninger (Erlenbach a. Main), Thomas Knoll (Langenneufnach), Manuel Schönhuber (Obing), Sebastian Schwab (Luhe-Wildenau), bei den Uhrmacherinnen Julia Zorn (München) sowie Susen Albers (Schnaittach).

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