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    Schweinfurt

    Millionen für den Bauunterhalt: Schulen sind der dickste Brocken

    Der Turmvorbau am Alten Rathaus hat Risse. Wasser dringt ein. 2020 soll er ebenso wie der Innenhof des Neuen Rathauses saniert werden.  Foto: Josef Lamber

    Über 200 Liegenschaften besitzt die Stadt Schweinfurt. Viele sind aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Da muss ständig repariert, renoviert oder saniert werden. 55 Millionen Euro hat die Stadt seit 2009 hier investiert. Und Jahr für Jahr geht es so weiter. Für 2020 sind für den großen Bauunterhalt Maßnahmen mit einem Volumen von 4,7 Millionen Euro geplant. Den größten Batzen, drei Millionen Euro, verschlingen die städtischen Schulen. Die restlichen 35 Prozent sind für die anderen Liegenschaften vorgesehen. Für den kleinen Bauunterhalt sind nochmal 1,3 Millionen Euro nötig, so dass insgesamt sechs Millionen Euro in den Haushalt 2020 eingestellt werden müssen. Markus Sauer, Leiter des Stadtentwicklungs- und Hochbauamtes, stellte dem Bau- und Umweltausschuss die geplanten Maßnahmen vor.

    Die Dr.-Ludwig-Pfeiffer-Schule wird zur Ganztagesschule ausgebaut. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

    Von den drei Millionen Euro für die Schulen fließt fast ein Drittel in die Dr.-Ludwig-Pfeiffer-Schule und Pestalozzi-Schule. Hier erfolgt der Umbau zur Ganztagesschule, was 900 000 Euro kosten wird. Auch für die Dr.-Georg-Schäfer-Schule muss tief in die Kasse gegriffen werden. Hier wurde bereits mit der Sanierung der Gebäudehülle begonnen, bis 2022 folgen noch drei weitere Bauabschnitte, die ins Geld gehen. 2020 sind 570 000 Euro fällig, 2021 dann 1,82 Millionen Euro und 2022 noch einmal 1,44 Millionen Euro.

    Drittgrößter Posten bei den Schulen ist die Sanierung der 400-Meter-Laufbahn am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. Sie kostet 260 000 Euro und soll zum Schutz vor Vandalismus umzäunt werden, was weitere 100 000 Euro kostet. Rüdiger Köhler (CSU) stellte die Sinnhaftigkeit des Zaunes in Frage, weil ein Zutritt zum Sportgelände ja nach wie vor über die Schule möglich ist.

    Energieeinsparung durch Fensteraustausch

    Eine deutliche Energieeinsparung erhofft man sich durch den Austausch der Fenster in der städtischen Musikschule. 278 000 Euro sind dafür fällig. In der Auen-Volksschule müssen die vom Pilz befallenen Holzdecken erneuert sowie die Elektroinstallation und die Hausmeistereinhausung saniert werden. Kosten: 167 000 Euro. In der Friedrich-Rückert-Schule geht es nach der Heizungssanierung mit dem Austausch der Fenster weiter. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, weshalb man keine Fenster von der Stange kaufen kann. Aktuell wird ein Musterfenster erarbeitet, das den energetischen und denkmalschützerischen Anforderungen genügen soll. Mit 160 000 Euro ist die Maßnahme veranschlagt. Für die Walther-Rathenau-Schulen werden 135 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen und den Austausch von Türen fällig.

    Energieeinsparung: Die Musikschule erhält im Jahr 2020 neue Fenster. Foto: Helmut Glauch

    Bei der Albert-Schweitzer-Schule stehen die großen Sanierungsmaßnahmen erst in den nächsten Jahren an. Für die Planung müssen 2020 aber 100 000 Euro bereitgestellt werden. Jeweils 50 000 Euro sind für kleinere Umbaumaßnahmen in der Schillerschule und in der Kerschensteiner-Volksschule vorgesehen. Die dicken Brocken kommen hier 2022 mit 877 000 Euro beziehungsweise 610 000 Euro für Sanierungsmaßnahmen. In der Ludwig-Erhard-Berufsschule müssen Umbauarbeiten erfolgen. Eingeplant sind dafür 74 000 Euro. 

    Die Digitalisierung macht auch vor den Schulen nicht Halt. Insgesamt stellt die Stadt 2020 für die technische Aufrüstung 145 000 Euro bereit. In den Folgejahren sind jeweils 45 000 Euro vorgesehen.

    Innenhof im Neuen Rathaus wird saniert

    Neben den Schulen sind noch zahlreiche andere Liegenschaften zu unterhalten. Allen voran das Neue Rathaus, bei dem 2020 der Innenhof saniert und der Bürgerservice im Erdgeschoss umgebaut werden soll. 2019 wurden dafür schon Mittel bereitgestellt, weitere 434 000 Euro sind im Haushalt 2020 einkalkuliert. Auch am Alten Rathaus steht eine Maßnahme an: Der Turmvorbau hat Risse und muss für 35 000 Euro saniert werden.

    2020 soll der Bürgerservice im Neuen Rathaus umgebaut werden.  Foto: Ruppert

    285 000 Euro will die Stadt für den Neubau von zwei Umkleidekabinen im Willy-Sachs-Stadion investieren. Lohnt sich das noch, wenn die Schnüdel Meister werden und das Stadion dann sowieso drittliga-tauglich gemacht werden muss? Stefan Funk (CSU) fragte ganz optimistisch, ob es dafür schon Pläne gebe. Nein, gibt es nicht, aber eine laufende Untersuchung zur Aufwertung des Stadions. Sollte der FC 05 tatsächlich aufsteigen, müsse man erst einmal mit einer Kompromisslösung leben, so Ralf Brettin.

    Zum Bauunterhalt der Stadt gehört auch das Schullandheim Bauersberg. Hier steht die Sanierung der Heizung an, was 100 000 Euro kostet. Ziemlich die gleiche Summe muss fürs Konferenzzentrum berappt werden. Hier soll auf LED-Beleuchtung umgerüstet werden. Ein ständig wiederkehrender Posten sind mit 60 000 Euro für 2020 die Sanierungsmaßnahmen an den Öfen im Krematorium. 2022 soll eine Kompletterneuerung erfolgen. Kosten: 890 000 Euro.

    Erste Sanierungsmaßnahmen an der Parkgarage der Kunsthalle

    Erste Sanierungsmaßnahmen für 70 000 Euro stehen an der Parkgarage der Kunsthalle an. Hier haben sich in der Betonbeschichtung Risse gebildet. Nicht unüblich, sagt die Bauverwaltung. Größer wird der Sanierungsaufwand an der Tiefgarage Graben, die 2021 angegangen werden soll. Drei Millionen Euro sind einkalkuliert. Bis 2022 aufgeschoben ist die Sanierung des Alten Rathauses in Oberndorf, was Peter Hofmann (SPD) für bedenklich hält, weil der Putz an der Fassade schon abbröckelt. Ein Großprojekt wird die Sanierung der 30 Jahre alten Feuerwache, was in den nächsten Jahren erfolgen soll. Jeweils 50 000 Euro sind für die Stadthalle, den Stadtparksaal und verschiedene Ledward-Gebäude vorgesehen. Außerdem hält die Stadt 200 000 Euro für "Unvorhergesehenes" bereit.

    Letztlich müssen noch Gelder für Baumaßnahmen der Hospitalstiftung bereitgestellt werden. Insgesamt 464 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen im Friederike-Schäfer-Heim, Wohnungssanierungen in der Elsa-Brändström-Straße und für den Bau eines Aufzugs am Gebäude der Disharmonie.

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