• aktualisiert:

    OBERSCHWARZACH

    Minimallösung besser als Nichts

    Außen soll die Filialkirche wieder in neuem Glanz erstrahlen, die Schönheitsreparaturen im Inneren wurden dagegen gestri... Foto: Gudrun Theuerer

    Für die Handthaler Bürger stand in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Oberschwarzach ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung, so dass die Besucherplätze gerade so für die Anwesenden ausreichten.

    Es ging in der Sitzung um die Entscheidung des Marktgemeinderats zum Antrag der Kirchenverwaltung auf Erhöhung des gemeindlichen Zuschusses für die Außen- und Innenrenovierung der Filialkirche „Maria Magdalena”. Dass die Kirche renoviert werden muss, ist unumstritten, aus Verkehrssicherungsgründen müssen die Handthaler inzwischen sogar auf das Läuten der Kirchenglocken verzichten.

    Doch nicht nur die Kostenschätzung aus dem Jahre 2016 mit rund 690 000 Euro für die Renovierung ist der Grund, warum sie bisher noch nicht in Angriff genommen wurde. Unklar ist, wer die Baulast für das Gebäude trägt, die politische Gemeinde, oder die kirchliche Gemeinde, sprich die Kirchenverwaltung.

    In der nichtöffentlichen Sitzung vom 18. Juni hatte der Marktgemeinderat bereits eine Erhöhung des Zuschusses abgelehnt und an Bürgermeister Manfred Schötz den Auftrag erteilt, die notwendigen baulichen Maßnahmen und die Baulast noch einmal prüfen zu lassen.

    Zwar gibt es im Archiv der Diözese Würzburg Unterlagen, die nach Meinung der Kirche auf die Baulast der politischen Gemeinde verweisen, für diese wiederum geht aber aus den Unterlagen nicht klar genug hervor, ob dort der Markt oder die Kirchengemeinde gemeint ist. Darüber diskutierte man bereits im Jahre 2010 und kam zu keinem Ergebnis. So steht die Frage bei jeder neuen Maßnahme wieder zur Diskussion, aber auch diesmal muss eine Lösung gefunden werden ohne dass die Baulast klar ist.

    Aus den diversen Gesprächen mit Pfarrer Stefan Mai weiß der Gemeinderat, dass die Kirche maximal dazu bereit ist, sich an den dringend notwendigen Maßnahmen für den Erhalt der Kirche mit zu beteiligen.

    Damit die Renovierung in Angriff genommen werden kann, wurde die Planung daher nun auf die notwendigsten Maßnahmen reduziert, wie die Renovierung des Dachstuhls und der Außenfassade. Schönheitsreparaturen wurden dagegen gestrichen. Für die nächsten 35 bis 40 Jahre sollte dann nichtsmehr anfallen. Die neue Kostenaufstellung liegt jetzt bei knapp 433 000 Euro. Nach Abzug von Spenden und Fördergeldern bleiben am Ende noch 350 000 Euro übrig, 175 000 Euro davon soll die Marktgemeinde übernehmen, so der Vorschlag der Kirche.

    Der Vorschlag von Marktgemeinderat Robert Ruppenstein war dagegen, dass die Marktgemeinde 175 000 Euro übernehmen solle, wenn die ursprüngliche Maßnahme realisiert werden würde. „Was jetzt nicht gemacht wird, wird auch später nicht mehr durchgeführt“, mahnte Ruppenstein. Wer dann aber für die Differenzkosten von rund 250 000 Euro aufkommt, ist noch offen. Kirche oder Gemeinde? Bürgermeister Manfred Schötz schlug vor, dann auch für neue Spender zu werben.

    In der lebhaften Diskussion, ob man sich nun mit der „Minimallösung” zufrieden geben soll, oder die ursprüngliche Planung beibehält, mit dem Risiko, dass sich die Diözese dann, wie von Pfarrer Mai angekündigt, überhaupt nicht an den Kosten beteiligt, kamen auch die Handthaler zu Wort. Diese wollten das Risiko nicht eingehen, und sprachen sich klar für die Minimallösung aus.

    Paul Römer, Kirchenpfleger von Handthal, brachte es auf den Punkt „Unserer Priorität ist, dass das Notwendigste gemacht wird. Wenn die Möglichkeit jetzt nicht nutzen, kann es sein, dass die Chance endgültig verpasst ist”, so Römer.

    Der Marktgemeinderat beschloss am Ende mit einer Gegenstimme, dass die Marktgemeinde der Kirchenverwaltung 50 Prozent der nicht mit Fördergeldern abgedeckten Kosten für die Renovierung bis zu maximal 175 000 Euro gewährt. Damit erfolgt aber keine Anerkennung der Baulast. In einem Antrag an Marktgemeinde und Diözese wollen die Handthaler aber auf jeden Fall noch einmal für die Umsetzung der vollständigen Maßnahme werben.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!