• aktualisiert:

    Schweinfurt

    Mit 10 km/h in den neuen Schweinfurter Stadtteil Bellevue

    Die Margarita-Calvary-Straße ist die Verlängerung des Amerika-Platzes und damit die Hauptzufahrtsstraße vom John-F.-Kennedy-Ring in den neuen Stadtteil Bellevue.  Foto: Gerd Landgraf

    Der zweite Punkt der Tagesordnung für den Ferienausschuss Ende August sah nach einem Abnicken aus. Doch die Stadträte entschieden einstimmig auf Vertagung, denn der Antrag hat es in sich, was nicht der Bauverwaltung, sondern dem Beirat für Menschen mit Behinderung aufgefallen war. Dieser hatte im Vorfeld der Sitzung die Stadträte informiert und den Standpunkt vertreten, dass auf einer Haupterschließungsstraße, durch die auch der Stadtbus fahren soll, nur Tempo 10 zulässig ist, wenn dort für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz gebaut wird.

    In der Margarita-Calvary-Straße im neuen Stadtteil Bellevue will ein Bauträger ein Seniorenwohnheim mit Kfz-Stellplätzen errichten und dabei auf die vorgesehene Tiefgarage verzichten. Für das Erdgeschoss sind Flächen für eine Tagespflege und Büros für einen ambulanten Pflegedienst vorgesehen. Zudem sind für das Erd- und das erste Obergeschoss ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz geplant. Ansonsten sieht der Antrag auf Vorbescheid 63 Apartments als betreute Wohnungen bis zum dritten Obergeschoss vor.

    Beirat muss gefragt werden

    Zu den Außenanlagen hatte der Beirat für Menschen mit Behinderung bereits Anfang August auf Anforderung der für diesen Bereich zuständigen Architektin ein Gutachten abgegeben. Um Wohngemeinschaften für Demente sei es dabei aber nicht gegangen, sagte jetzt Vorsitzender Manfred Neder der Redaktion auf Nachfrage. Da an Demenz Erkrankte aber mitunter orientierungslos unterwegs seien, dürfe vor deren Haustür der Verkehr nicht ungebremst fließen, meint Neder. Eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer sei in einem solchen Fall nötig. 

    Unter diesem Aspekt wird die Verwaltung den Antrag nun erneut prüfen müssen. Manfred Neder hofft, dass dann der Beirat – wie  vorgeschrieben – einbezogen und nicht wieder vergessen wird.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Anmelden