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    WASSERLOSEN

    Mit dem Rollstuhl immer am Ball bleiben

    Bevor es mit dem Spiel richtig losgehen konnte, gab es vom Trainer Gerd Herold (Mitte, oranges Trikot) noch eine Einweis... Foto: Dominik Zeißner

    In den noch jungen Sommerferien konnte die Gemeinde Wasserlosen bei ihrem Ferienspaßprogramm zwei ganz besondere Gäste aus Würzburg begrüßen. Durch die Greßthalerin Dagmar Hofmann, die mit Andrea Weth den Tag organisierte, kam der Kontakt mit Gerd Herold zustande. Herold ist seit zwölf Jahren Trainer des VdR (Verein der Rollstuhlfahrer) in Würzburg und kam mit Christian, einem aktiven Spieler aus dem Verein, nach Wasserlosen. Aus Würzburg mitgebracht hatten die beiden Sportler ein Dutzend Rollstühle, die für den fachmännischen Basketballsport geeignet sind.

    Für den Tag hatten sich etwa 15 Kinder angemeldet, darunter auch ein paar Mädels. Zuerst machte Herold am Vormittag in der Dr.-Maria-Probst-Halle die Kinder mit dem Rollstuhl vertraut. Auch der gemeindliche Jugendbeauftragte Josef Schneider war vor Ort und schaute interessiert zu. Dann wurde eine Art „Rollstuhlführerschein“ ausgestellt.

    Nach der Mittagspause ging es dann in der Halle richtig zur Sache: Die Kinder spielten gegeneinander Rollstuhlbasketball. In einem Team war auch Christian dabei. Dass er aktiven Rollstuhlbasketball betreibt, wurde schnell sicht- und spürbar. Seine Gegner ließ er beim Dribbeln alt aussehen, er umkurvte mit seinem fahrbaren Untersatz jeden, der ihm in den Weg kam. Vor dem Korb warf er den Ball dann aber fairerweise einem Mitspieler in die Hände – in der Hoffnung, dass dieser ihn auch einnetzt. Doch so einfach war das gar nicht . . .

    Trainer Herold wollte mit dem Ausflug nach Wasserlosen auch ein Stück weit für den Behindertensport Werbung machen, sensibilisieren und aufklären. Außerdem wollte er den Inklusionsgedanken voranbringen und den Jugendlichen den Umgang mit behinderten Menschen als etwas Normales und Alltägliches darstellen.

    Christian, der „Profi“, beantwortete gelassen die Fragen der Kinder. Er erzählte, dass er fast genauso lebt wie Menschen ohne Handicap. So war er erst kürzlich beim Kanufahren auf einem Fluss dabei. Zuletzt verwies er auf ein Event, das bald stattfindet und auf das er sich wahnsinnig freut: die Rollstuhl-Basketball-WM in Hamburg vom 16. bis zum 26. August. Vielleicht wird das eine oder andere der Kinder, die den Ferientag mit den beiden Würzburgern verbracht haben, nun auch interessiert die Sportnachrichten verfolgen.

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