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    Bergrheinfeld

    Mitfahrbank wird in Garstadt ausprobiert

    Über die Idee der Einrichtung einer Mitfahrbank im Gemeindeteil Garstadt wurde in der Gemeinderatssitzung diskutiert und abgestimmt.

    Die Mitfahrbank-Idee stellte Bürgermeister Ulrich Werner vor. In vielen Gemeinden und Kommunen, besonders im ländlichen Raum, fehlt es häufig an öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem abends sowie an Feiertagen und Wochenenden.     

    Der Bus kommt vielleicht einmal in der Stunde oder noch seltener. Ohne Auto sind viele Jugendliche in ihrem Dorf deshalb "gefangen". Und auch für Senioren wird die schlechte ÖPNV-Verbindung zu einem immer größeren Problem. Zum Beispiel, wenn sie in Bergrheinfeld oder in der Stadt einkaufen gehen wollen, aber nicht mehr fit genug sind, um mit dem Auto hinzufahren.

    Nicht zu vernachlässigen ist der ökologische Aspekt. Denn es fällt mittlerweile immer mehr auf, dass viele Pkws nur mit einer Person oder maximal zwei Personen besetzt sind. Wieso dann nicht mal einen oder mehrere Menschen im eigenen Fahrzeug mitnehmen? Das ist klimaschonender, als wenn jeder selber beziehungsweise allein fährt. Zudem verursacht man so auch weniger Verkehrsbelastung, gerade in Städten, auf Pendlerstrecken und auf Hauptverkehrsadern.

    In Garstadt soll auf Vorschlag des Bürgermeisters eine Mitfahrbank in der Dorfstraße aufgestellt werden. Die Einwohner können sich auf die Mitfahrbank setzen und darauf warten, von einem Autofahrer mit nach Bergrheinfeld oder noch weiter mitgenommen zu werden. In der Gegenrichtung soll eine Bank in der Bergrheinfelder Hauptstraße stehen.

    In der Diskussion gingen die Meinungen auseinander. Gemeinderat Achim Hiernickel befürwortete diese Idee, während Gemeinderat Bernhard Klotz keinen Bedarf dafür sieht. Beide Gemeinderäte sind aus Garstadt. Als schwierig sieht den Vorschlag Gemeinderätin Friederike Weippert. Kinder warne man, nicht bei Fremden ins Auto zu steigen, und sie glaube nicht an eine große Resonanz. Dies werde bereits in vielen anderen Gemeinden erfolgreich praktiziert, deshalb sollten wir es ausprobieren, meinte Gemeinderätin Anita Krämer.     

    Bürgermeister Ulrich Werner schlug vor, dies für ein Jahr auszuprobieren und Rückmeldung in der Bürgerversammlung zu holen. Bei vier Gegenstimmen befürwortete das Gremium diesen Vorschlag.

    Auch wenn die Mitfahrbank nicht gut ankommen sollte, geht die Gemeinde beim Aufstellen kein finanzielles Risiko ein: Eine Mitfahrbank kostet 1700 Euro. Und selbst wenn eine Gemeinde die Bank nicht als Mitfahrgelegenheit nutzt, bleibt die Bank immer noch eine Sitzgelegenheit, auf der sich die Einwohner sonnen oder einen Kaffee trinken können. Verschwendet ist das Geld also nicht.

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