• aktualisiert:

    EUERBACH

    Mittendrin: Anbau mit Schwebecharakter

    Fränkisches Ochsenblutrot lässt historisches Bauwerk vermuten. Hier aber, im ehemals landwirtschaftlichen Gehöft im Altort von Euerbach, kennzeichnet es eine originelle Lösung für modernes Bauen in Verbindung mit einem bestehenden Wohnhaus. Und eine Möglichkeit, wie auf einem großen Innerortsgrundstück zwei getrennte Wohneinheiten entstehen und dennoch ein Zusammenleben eröffnen.

    Individuelle Wohnlösungen mit Charme

    Der moderne Flachdach-Anbau in Rot, der über der Hoffläche zu schweben scheint, erstaunt beim Öffnen des Hoftores. Unerwartet schiebt er sich vom ersten Stock des Wohnhauses von 1978 über die Durchfahrt zur Scheune. Eine noch unvollendete große Balkon-Terrassenfläche ergänzt den Gebäuderiegel, der auf Stahlstützen steht, bis hinüber zur Nachbarscheune. „Das wird ein großes und offenes Ess- und Wohnzimmer mit Küche“, erläutert der Bauherr Thomas Arnold, der sichtbar noch mitten in den Bauarbeiten an seinem künftigen Zuhause steckt.

    Planungen laufen seit 2015

    Der 30-Jährige hatte sich nach dem Tod seiner Großmutter 2014 entschlossen, gemeinsam mit seiner Tante das Familienanwesen zu übernehmen und zu teilen. Die Schwester seines Vaters, Euerbachs Bürgermeister Arthur Arnold, hatte die Mutter dort gepflegt und im Dachgeschoss des Hauses gewohnt. Ab 2015 begannen die Überlegungen zur Neuorganisation des Grundstücks für zwei Parteien. Sie mündeten zunächst in ein neues, einstöckiges, barrierefreies, 80 Quadratmeter großes Wohngebäude für Walburga Arnold gleich rechts am Eingang des Hofes.

    Auch ihrem Neffen war wichtig, in seinem Heimatort zu bleiben. Weil das Gehöft in Familienbesitz war, weil das Grundstück mit Scheune und Garten für ihn „einfach genial“ war, mit viel Platz, mitten im Dorf und dennoch am Rand der Bebauung, mit Zufahrt von hinten zur Scheune, und ruhig gelegen, reifte die Entscheidung. Nach einer ersten kostenlosen Bauberatung, ein Service in allen Gemeinden der Allianz Oberes Werntal, entwickelte sich das Hausbauprojekt mit dem ungewöhnlichen Anbau über der gemeinsamen Hoffläche.

    Nierige Raumhöhen zwingen zu innovativem Bauen

    Der Grund für das künftige Wohnen im ersten Stock sowie im Dachgeschoss liegt in der niedrigen Raumhöhe des Erdgeschosses, das früher einmal einen Schweinestall beherbergte. Der wurde zwar inklusive zweiter Mauer beim Hausbau 1978 entkernt, die Raumhöhe von 2,10 Meter aber beibehalten. Deshalb sind auch jetzt wie früher im Erdgeschoss eine Art Waschküche, Sanitäranlagen und die neue Hausheizung, eine Gastherme, untergebracht. Dazu Lagerplatz, ein Partyraum und natürlich der Hauseingang mit Zugang zum innenliegenden Treppenhaus.

    Mit viel Eigenleistung und der Hilfe von Freunden hatte der junge Bauherr nicht nur Scheune und Haus entrümpelt. Im Wohngebäude wurden Wände durchgebrochen, neue Räume aufgeteilt, neue Fenster eingebaut, das Dach gedämmt, neu gedeckt und um eine große Gaube zum Hof hin ergänzt. Dahinter verbirgt sich bereits ein helles, modernes Badezimmer, zeigt Thomas Arnold beim Rundgang durchs Haus. Im Dachgeschoss ist außerdem das Schlafzimmer mit begehbarem Schrank vorgesehen sowie ein großes Kinder- oder Gästezimmer vor dem erhaltenen Giebel Richtung Altort mit Glasfront und Ausblick auf den Zwiebel-Kirchturm.

    Großes, helles Wohn- und Esszimmer

    Der erste Stock, das Wohngeschoss, beeindruckt mit dem 60 Quadratmeter großen, hellen Wohn- und Esszimmer samt offener Küche über die ganze Haustiefe. Durch den mutigen Anbau in Holzständerbauweise hat sich der vorhandene Platz etwa verdoppelt und ermöglicht jetzt junges, modernes Wohnen statt früherer kleiner Zimmer.

    Zum Hof hin öffnet sich der Raum über eine Glasfront zur sonnigen, nach Süden gelegenen Terrasse. Zum Garten hin, Richtung Norden, blieb der vorhandene Balkon erhalten, der vom Küchenbereich aus begehbar ist und als schattiger Sitzplatz dient. Als besonderes Detail fällt der mit Steinfliesen verkleidete Kamin in diesem Raum ins Auge plus einer hellen Nische zum gemütlichen Verweilen.

    Besuchern Rede und Antwort stehen

    Über die großzügige Wohnung mit 300 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche freut sich nicht nur Thomas Arnold. Sein Vater, der als Sprecher der Allianz das Thema Innenentwicklung seit Jahren forciert, ist ebenso froh über die gefundene Lösung zum Erhalt des elterlichen Anwesens.

    Am Tag der Innenentwicklung ist das Anwesen von Thomas Arnold, Kirchgasse 15 in Euerbach, am Samstag, 28., und Sonntag, 29. September von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Bauherr sowie Bürgermeister Arthur Arnold sind für Besucher vor Ort.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!