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    Schonungen

    Mobiles Planetarium: Schüler schauten in den Sternenhimmel

    Mit Lars dem kleinen Eisbären erkundeten die Schüler der Grundschule und der Lebenshilfe im mobilen Planetarium gemeinsam die Arktis und das All. Foto: Ursula Lux

    Es war wieder einmal ein guter Anlass etwas gemeinsam zu machen. Die Schüler der Körperbehindertenschule der Lebenshilfe und der Grundschule brachen gemeinsam auf in die unendlichen Weiten des Weltalls. Seit Jahrzehnten gibt es eine enge Kooperation der beiden Schulen, eine solche Reise allerdings starteten sie das erste Mal.

    In der Turnhalle der Grundschule steht ein großes Kuppelzelt. Daniel Rüde und Lars Hoenicke haben es aufgebaut. Sie heben immer wieder die Zellwand an, um die Kinder mit ihren Rollstühlen rein zu lassen. Die Grundschüler kriechen durch das Eingangsloch. Drinnen ist es finster und es geht eng zu. Dennoch lassen sich die Kinder faszinieren, die Enge ist schnell vergessen, als am "Himmel" Lars der kleine Eisbär erscheint. Aber halt, bevor der kleine Eisbär seine Geschichte erzählt, gilt es ein bisschen was vom Himmel zu begreifen. Rüde schaltet die Computeranimation ein und der Sternenhimmel über Schonungen erscheint. Ein Beamer mit einer speziellen 360 Grad Linse projiziert diesen auf die Innenseite des Zelt-Planetariums.

    2500 Sterne zu sehen

    Die Projektion zeigt 2500 Sterne. Aber das sei nur ein kleiner Teil, erklärt Rode. Allein in unserer Galaxie schätze man die Anzahl der Sterne auf 200 Milliarden, im gesamten Weltall auf 100 Trilliarden. Den Großen Wagen kennen die Schüler, aber dass er auch Bestandteil des Großen Bären ist, wissen sie noch nicht. Und als der Computer eine Eisbärenabbildung über das Sternenbild legt, ertönen die Ahs und Ohs aus allen Ecken.

    Den Kopf einziehen und hinein in die unendlichen Weiten des Weltalls. Im Gänsemarsch begeben sich die Grundschüler auf eine ganz besondere Reise. Foto: Ursula Lux

    Die Kinder sitzen und liegen so weit möglich am Boden und blicken fasziniert nach oben. In ihrer Phantasie verlängern sie die Hinterachse des Großen Wagens und entdecken den Polarstern. Der führt sie direkt in die Arktis. Mit Hilfe dieser Sternbilder habe man früher navigiert, erklärt Rode. Mit dem "kleinen Eisbären Lars" erkunden sie die Arktis, lernen Beluga- und Pottwale kennen, begegnen den großen Eisbären und retten die Belugas vor einem Walfänger. Begeistert strecken sie sich dem Schnee entgegen, der vom Zelthimmel auf sie zu fallen scheint. Und sie lernen, dass die Heimat der Eisbären schmilzt, diese faszinierende Region am Nordpol durch die Erderwärmung bedroht ist.

    Merkur, Venus, Erde, Mars

    Aber so spannend die Geschichte des kleinen Eisbären auch ist, richtig ruhig wird es, als die Kinder die Planeten sehen: Merkur, Venus, Erde, Mars, die Steinplaneten sind ja ganz unterschiedlich groß. Und wer dreht sich wohl am schnellsten um die Sonne? Der Merkur braucht 89 Tage, der Mars 700, die Kinder staunen. Und wenn man dann erst noch die großen Gasplaneten einbezieht – das Weltall ist voller Wunder. 270 Erdenjahre braucht der Neptun, um die Sonne zu umkreisen. Die Erde ist in der Projektion inzwischen so klein, dass sie kaum mehr wahrnehmbar ist. Trotz guter Vorbereitung, hält es nicht jeder im Planetarium aus, ein bisschen beängstigend ist es für ein Kind schon, dass sich über ihm die Welt dreht.

    Matthias Rode hat mit diesem Schulplanetarium seine Erfahrungen als Gesamtschullehrer mit seinem Hobby der Astronomie verbunden. Unterstützt wurde er in seinem Projekt von Tilo Hohenschläger, der 2013 das Studium als Master of Physics mit der Vertiefung in Astronomie, Weltraumwissenschaften und Astrophysik an der University of Kent abschloss. Mit ihrem Schulplanetarium wecken sie bei den Kindern und Jugendliche die Faszination für das Weltall, gleichzeitig machen sie auf die Gefährdung durch die Erderwärmung aufmerksam.

    Nach knapp einer Stunde verlassen die Kinder das mobile Planetarium wieder, in den heimatlichen Sternenhimmel aber werden sie jetzt mit anderen Augen schauen.

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