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    Ebrach

    Monumental und mystisch

    Wenn der Dirigent Gerd Schaller Anton Bruckners Te Deum am Sonntag, 1. September, im Rahmen des Ebracher Musiksommers aufführt, darf man sich mit Recht auf ein besonderes musikalisches Ereignis in der Abteikirche freuen. Foto: Mile Cindric

    Es ist monumental und großartig, aber auch zart und innig, laut und heftig und ebenso mystisch wie sphärisch: Das Te Deum des romantischen Komponisten Anton Bruckner. Da es so schwer zu singen und zu spielen ist und man außerdem ziemlich viele Musiker und Sänger dafür braucht, wird es nur recht selten aufgeführt. Wenn der Dirigent Gerd Schaller das Werk also nun am Sonntag, 1. September um 17 Uhr in der Abteikirche von Kloster Ebrach aufführt, kann man sich mit Recht auf ein besonderes musikalisches Ereignis freuen, heißt es in der Pressemitteilung.

    Schon seit mehr als zehn Jahren gilt Schaller als einer der führenden Bruckner-Dirigenten weltweit, gewann mit seinen CDs diverse Preise in Europa und den USA, und machte auch hier in der Region durch seine beeindruckenden Bruckner-Interpretationen in der akustisch perfekt für diese Musik geeigneten Ebracher Kathedrale immer wieder auf sich aufmerksam.

    Bei seinem Projekt BRUCKNER2024 geht es nun darum, bis zum 200. Geburtstag Bruckners dessen sämtliche symphonischen und auch einige der chorsymphonischen Werke in allen vorliegenden Fassungen aufzuführen und auf CD aufzunehmen. So wird auch das Konzert in Ebrach mitgeschnitten – als weiterer Schritt zum Ziel. Und als großer Schritt, da neben dem Te Deum auch noch Bruckners Messe in d-Moll auf dem Programm steht – ebenfalls ein Höhepunkt des Repertoires, mit zahlreichen Gänsehaut-Momenten.

    Die Aufführung dieser beiden geistlichen Werke im Konzert, statt im liturgischen Rahmen dürfte dabei übrigens durchaus im Sinne des Komponisten sein: Hatte Bruckner doch selbst ausdrücklich dafür plädiert, beide Stücke sollten eher von Profis und im Konzert gesungen werden, da sie einem Kirchenchor dann doch „zu viele Proben“ abverlangen würden . . . Wo sonst noch im gesamten Chorrepertoire müssen Sopran und Tenor auch zum Beispiel über mehrere Takte das berühmte „hohe C“ singen – außer in Bruckners Te Deum?

    Gerd Schaller umgibt sich denn für die Aufführung in Ebrach am 1. September auch mit höchst professionellen, technisch versierten und stimm-, beziehungsweise klanggewaltigen Mitstreitern: Dem bekannten Kühn-Chor und dem Radiosymphonieorchester Prag, sowie vier hervorragenden Solisten. Auch der kulturell-musikalische Aspekt dürfte somit bestmöglich berücksichtigt sein – galt doch Prag zu Bruckners Zeiten neben Wien als eine der musikalischen Hauptstädte des österreichischen Kaiserreichs.

    Informationen und Karten: Im Internet unter www.ebracher-musiksommer.de, Email: info@ebrachermusiksommer.de, Tel. (09552) 297.

    Bearbeitet von Norbert Vollmann

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