• aktualisiert:

    Schweinfurt

    Müll, Lärm und Autos auf Maininsel: Was die Stadt erreicht hat

    Im Sommer waren die Anwohner auf der Maininsel frustriert: Feiernde Menschen, zu schnelle Autos, Müll am Ufer. Warum es nun ruhiger ist und was die Verwaltung vorschlägt.
    Gut lesbar: Auf der Maininsel ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben. Die Stadt hat deshalb vor dem Hotel eine neue Markierung auf der Straße aufbringen lassen. Foto: Oliver Schikora

    Der vergangene Sommer in Schweinfurt war nicht nur wieder ein heißer, er hatte natürlich auch einige lauschige Abende zu bieten. Diese aber waren nur bedingt angenehm für Anwohner in den Wohnhäusern auf der Maininsel – die ist nämlich aufgrund der Lage direkt am Wasser und dem schönen Blick auf die Stadt im Sommer beliebt. Mit unschönen Folgen: Müll, Lärm und zu schnelles Fahren.

    Das Thema ist kein Neues. Schon 2018 gab es Beschwerden (wir berichteten), im vergangenen Jahr wandten sich die Anwohner mehrfach an Stadträte, Verwaltung und Polizei. Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Ordnungsreferent Jan von Lackum kamen Mitte Juli mit den Anwohnern zusammen, mit dabei war auch der stellvertretende Polizeiinspektionsleiter Matthias Wehner. Die Sorgen nahm die Verwaltung ernst, bat aber um Geduld, denn die Lösung ist komplex. Was hat sich in den vergangenen Monaten getan?

    Ordnungsreferent Jan von Lackum zieht auf Nachfrage dieser Zeitung eine gemischte Bilanz. Insgesamt sei es im Moment wetterbedingt ruhiger geworden auf der Maininsel, aktuell gibt es dort auch kein Müllproblem. Dennoch war es zum Beispiel an sonnigen Herbsttagen genau so wie im Sommer mit vielen Menschen am Kai.

    Das Spielstraßen-Schild am Beginn der Straße auf der Maininsel wurde gedreht und deutlich sichtbarer positioniert. Foto: Oliver Schikora

    Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht, zeitnah umgesetzt, was im Sommer ins Auge gefasst wurde. Eine der größten Sorgen der Anwohner im hinteren Bereich der Maininsel nach dem Hotel und dem Pflegeheim: die Geschwindigkeit der Autos. Erlaubt ist lediglich Schrittgeschwindigkeit, gefahren wird im wieder schneller.

    Neue Beschilderung und verengte Fahrbahn

    Deshalb hat die Stadt die Beschilderung deutlich verbessert. Das Schild am Anfang der Straße ist nun besser lesbar, außerdem wurde an zwei Stellen mit Pflanzkübeln auf drei Meter verengt, um den Verkehr zu verlangsamen. Ebenso überdeutlich sichtbar ist die neue Spielstraßenmarkierung auf der Straße direkt vor dem Hotel.

    Mit Pflanzkübeln wurde die Straße auf der Maininsel auf drei Meter verengt, was den Verkehr verlangsamt. Busse und Lieferfahrzeuge können nach wie vor problemlos passieren. Foto: Oliver Schikora

    Ebenso eingelöst wurde das Versprechen, mehr zu kontrollieren: der städtische Ordnungsdienst war  l zwischen Anfang Juli und Ende August 41 Ma vor Ort, auch abends. Dabei, so von Lackum, wurden bis zu 60 Personen entlang des Mainkais gezählt, die "sich alle friedlich und ruhig verhielten." Außerdem war die Sicherheitswacht mehrfach auf Streife, auch die städtischen Streetworker hätten sich vor Ort ein Bild gemacht sowie die Polizei, uniformiert und in Zivil.

    Grundsätzlich, betont von Lackum, stehe es jedem Mitbürger frei, sich in dem öffentlichen Bereich aufzuhalten, natürlich auch abends. "Wir können nur belehren und um Rücksicht bitten", so von Lackum. Er betont aber auch eine Erkenntnis, die die Polizeiinspektion mehrfach geäußert hat: "Die Maininsel ist kein polizeilicher Brennpunkt."

    Servicebetrieb kommt zwei Mal pro Woche zur Reinigung

    Die meisten Mitbürger, die sich abends auf der Maininsel treffen, räumen danach auf, doch es gibt auch solche, die ihre Kippen, leeren Flaschen und Dosen oder die Fast-Food-Verpackungen liegen lassen. Der städtische Servicebetrieb reinigt nun Straße und Gehweg freitags und montags sowie auf der Wasserseite der Kaimauer, wenn dort der Müll mit der Greifzange erreichbar ist. Grundsätzlich ist dieser Berich der Schleuse nicht im Eigentum der Stadt.

    Blick von der Maxbrücke auf die Maininsel. Gerade im Sommer treffen sich an der Kaimauer gerne Menschen, um dort gemeinsam ein paar Stunden mit Blick auf Wasser und Stadt zu verbringen. Foto: Gerd Landgraf

    Die Geschwindigkeit der Autofahrer wurde laut von Lackum ebenfalls mehrfach durch die Polizei kontrolliert, tagsüber und in den Abendstunden. Es stellte sich heraus, dass nicht gerast wird, drei Autofahrer waren zu schnell, kamen aber mit einer Verwarnung davon.

    Ein Vorschlag von Jan von Lackum, wie man das Thema "Poser" in der Nacht in den Griff bekommt, erzeugte bei den Anwohnern im Sommer ein geteiltes Echo: ein Nachtfahrverbot nach dem Hotel. Anwohner sollen eine Ausnahmegenehmigung beantragen, die elf Euro pro Jahr kostet, um weiterhin zu ihren Parkplätzen zu gelangen. Von Lackum erläutert, dass die Polizei nur durch ein Nachtfahrverbot eine konkrete Handhabe habe, Autofahrer, die keine Ausnahmegenehmigung haben, wegzuschicken. Ein Schild "Anlieger frei" biete nicht den notwendigen Rahmen, denn ein Jeder könne ein "Anliegen" haben, um in den hinteren Bereich zu fahren.

    Manche Anwohner wehren sich gegen kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung

    Der Redaktion liegen zwei schriftliche Beschwerden von Anwohnern wegen der notwendigen Ausnahmegenehmigung vor, sie fühlen sich wegen der Kosten durch die Stadt gegängelt. Von Lackum erklärt, die Stadt könne die Ausnahmegenehmigung aus rechtlichen Gründen nicht kostenlos ausgeben, die elf Euro pro Jahr seien aufgerundet der vorgeschriebene Mindestsatz. Er betont aber auch, die Stadt werde natürlich kein Nachtfahrverbot erlassen, "so lange die Anwohner in diesem Bereich sich nicht einig sind."

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!