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    WAIGOLSHAUSEN

    Musikalische Perlen in Waigolshausen

    Trommelwirbel, die Gitarre steigt ein, mehr und mehr Instrumente melden sich zu Wort, und der Dirigent Martin Dummer am Pult wäre kurzzeitig über zwei weitere Hände wohl nicht ganz undankbar gewesen. Dass ein Musikverein mit konzertanter Blasmusik auch Rock kann, ist hinlänglich bekannt. In diesem Fall aber war es Rock mit Flamenco im Innenteil, „Innuendo“ von Queen, und auch das brachten der Musikverein Waigolshausen und die Theilheimer Musikanten bei ihrem dritten Gemeinschaftskonzert sehr gut über die Bühne.

    Dieses Rockepos, ähnlich gigantisch und doch anders gigantisch als man es von der Rockband „Queen“ kennt, war für viele Zuhörer in der Mehrzweckhalle in Waigolshausen der Gradmesser schlechthin für die Musiker. Da bleibt eigentlich nur noch, den Hut zu ziehen und sich respektvoll zu verneigen.

    „Wie die Zeit vergeht“, war das Gemeinschaftskonzert betitelt, zu dem der Musikverein Waigolshausen in seinem 50. Jahr des Bestehens eingeladen hatte.

    Ursprünglich war vorgesehen, auf dem Dorfplatz vor der Kirche zu spielen. Weil die Musiker schon da vom Unwetter regelrecht vom Platz gespült worden waren, war den Verantwortlichen die Wetterlage für ein Freiluftkonzert zu ungewiss. Weshalb das Konzert kurzerhand in die Mehrzweckhalle verlegt worden war. Der Zuspruch war so groß, dass zusätzliche Stühle herangeschafft werden mussten.

    Diese musikalische Zeitreise lässt sich ein wenig mit einer „etwas anderen Art einer Stadtführung“ vergleichen. Mit einer, bei der der Fremdenführer die touristischen Höhepunkte zeigt, die man einfach gesehen haben muss, und der seine Gäste Stellen zeigt, die man sonst nicht so oft sieht, die aber nicht weniger reizvoll sind als die Höhepunkte.

    Musikalisch betrachtet waren das zwei Medleys mit Filmmusik aus Hollywood (etwa Breakfast at Tiffanys, der Zauberer von Oz und das Motiv von Indiana Jones) und einem „Best of Phil Collins“. Eher weniger bekannt ist die Filmmusik des mit sieben Oscars prämierten „Der mit dem Wolf tanzt“, hier wagten sich die Musiker an das Thema des Protagonisten John Dunbar. Und das „La Pulce d'Aqua“ von Angelo Branduardi, einem Violonisten der Popmusik, hier gespielt von der Flötistin Christina Ziegler.

    Wie man 130 Millionen Jahre in acht Minuten bekommt, zeigte „Alpine Inspirations“. Erst eine musikalische Explosion, dann ein langsames Zur-Ruhe-Kommen und Zur-Entfaltung-Bringen, bis sich das abendliche Alpenglühen all denjenigen zeigte, die beim Zuhören die Augen schlossen. Und die anspruchsvolle Karlspolka mit den beiden Solisten Johannes Mauder und Christian Benkert, und das Xylophonsolo von Christoph Weißenberger. Und so weiter und so fort.

    Zwei Stunden lang präsentierten die Musiker aus Waigolshausen und Theilheim, die übrigens beide von Martin Dummer dirigiert werden, musikalische Perlen.

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