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    Schweinfurt

    NFC-Chip oder QR-Code: Wie Bürger Probleme melden können

    Wie können die Schweinfurter der Stadtverwaltung sagen, wo es dreckig ist oder etwas kaputt ging? Warum die SPD findet, neuartige NFC-Chips könnten eine Lösung sein.
    So genannte NFC-Chips ermöglichen nicht nur kontaktloses Zahlen wie auf dem Symbolbild, sie können vielfältig eingesetzt werden, zum Beispiel, um Schäden in der Stadt direkt an die Verwaltung zu melden. Ein entsprechender SPD-Antrag wurde aber abgelehnt, da es bereits ein etabliertes Mängelmeldesystem gibt. Foto: Visa Europe

    Man geht spazieren in seiner Stadt, läuft auf einem Weg mit viel Hundekot oder kommt an einem Spielplatz vorbei, bei dem ein Spielgerät kaputt und eine Bank defekt ist. Welchem städtischen Mitarbeiter kann ich das als Schweinfurter wie mitteilen? Eine Frage, die auch die SPD-Fraktion beschäftigte, Fraktionschef Ralf Hofmann hatte in den Haushaltsberatungen eine günstige und sehr moderne Lösung: NFC-Chips.

    Mit diesen Chips, im Prinzip die Nachfolger der so genannten QR-Codes, die man mit seinem modernen Mobiltelefon abscannt, woraufhin sich eine Internetseite mit Informationen öffnet, sollen laut SPD möglichst viele städtische Besitztümer ausgestattet werden. "Erkennt der Bürger ein beschädigtes Spielgerät auf einem Spielplatz, eine defekte Laterne oder ein beschädigtes öffentliches WC, kann er durch sein Smartphone eine Schadensmeldung direkt an den Servicebetrieb abgeben", so Hofmann.

    Screenshot des Mängelmelders auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt. Foto: Screenshot Oliver Schikora

    Jedes ausgewählte Objekt sollte mit einem entsprechenden Chip, der nach Hofmanns Recherchen nur 50 Cent pro Stück kostet, ausgestattet werden. Inklusive Softwarelizenzen kommt Hofmann bei 2000 Objekten auf 5000 Euro pro Jahr für die Stadt. Durch den NFC-Chip wird man sofort an die Verwaltung geleitet, "der Bürger wird Partner der Verwaltung", so Hofmann.

    Der Leiter des städtischen Servicebetriebs, Axel Meffert, musste Hofmanns Enthusiasmus ein wenig bremsen. Er verwies zum einen darauf, dass eine flächendeckende Ausstattung mit NFC-Chips "ein Riesenaufwand ist", aus mehreren Gründen. Zum Beispiel besitze die Stadt 25 000 Bäume, habe 7000 Mülltonnen ausgegeben, mehrere hundert Spielgeräte, mehrere tausend Mülleimer, mehrere hundert Hundekotbeutel-Halter, die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Darüber hinaus müsse jeder einzelne Chip programmiert werden, bevor er an den entsprechenden Standort komme.

    Meffert erklärte, man habe zum einen den Mängelmelder auf der städtischen Internetseite, zum anderen verwende man ein QR-Code-System, das man selbst programmiert und weiterentwickelt habe und das "gleichwertig" zu dem von Hofmann vorgestellten System sei. Einer Weiterentwicklung in Richtung einer App-Anwendung für das Mobiltelefon, die unter anderem Linken-Stadtrat Sinan Öztürk vorschlug und auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) gut fand, steht Meffert aber offen gegenüber. 

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