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    Niederwerrn

    Nach der Renovierung Wiedereinzug in St. Bruno gefeiert

    Heller Ruheraum in der Hektik der Moderne: In Niederwerrn wurde die Kirche St.Bruno wiedereröffnet. Foto: Uwe Eichler

    Die Kirche ist derzeit in Bewegung, auch in der Stadtrandgemeinde. Fast schon im Wortsinn: "Achtung, die Bänke sind noch nicht fixiert", warnte Pfarrer Stefan Kömm die Besucher beim Eröffnungsgottesdienst in der Kirche St. Bruno: "Nicht alle gleichzeitig erheben", lautete der Ratschlag des Seelsorgers.

    Das Gotteshaus war randvoll, als nach einem Jahr Umbauzeit und Renovierung "Wiedereinzug" gefeiert wurde, zusammen mit Diakon Dieter Ibsch, zu den Klängen der Kirchenband. Heller und freundlicher ist das Innere geworden, das sich im Glanz der Frühlingssonne in leuchtendem Warmweiß präsentierte. Nur die Orgel fehlt: Sie wird noch bis Anfang 2020 bei Orgelbaumeister Thomas Eichfelder in Bamberg gebaut, unter teilweiser Wiederverwendung der bestehenden Orgelpfeifen.

    Mit Bamberg, der Stadt eines Kaiserdoms, konnte und wollte sich Niederwerrn aber nie messen. Der vom Würzburger Dombaumeister Hans Schädel 1952 geschaffene Kirchenbau überzeugte in der Nachkriegszeit durch schlichte, harmonische Klarheit und Eleganz. Die Renovierung soll diese ursprüngliche Formsprache wieder aufgreifen, einer "einfach schönen" Kirche, wie Stefan Kömm sie im doppelten Wortsinn nannte.

    Finanzieller Kraftakt

    Immerhin 1,5 Millionen Euro kostet der Kraftakt, der die katholische Kirchengemeinde fit machen soll für die Zukunft, in Kombination von Tradition und Moderne. Den Löwenanteil trägt die Diözese (damit der Kirchensteuerzahler), 20 Prozent die politische Gemeinde. 60 000 Euro des Eigenanteils finanziert die Pfarrgemeinde über Spenden: Das "Spendenbarometer" auf dem Kirchenvorplatz zeigte einen Stand von etwas über 44 000 Euro an – vor dem Festgottesdienst.

    Als erstes fallen dem Besucher die goldglänzenden Türen auf: keine "Goldene Pforte", sondern Messing, das in den kommenden Jahren stilvoll "patinieren", sprich mitaltern soll. Neben dem neuen Anstrich für Decke und Wände gibt es hinter den Glastüren vor allem eine moderne Fußbodenheizung und teilweise neue Beleuchtung. Die Bänke wurden renoviert, bleiben aber weitgehend erhalten. Die Hörgeräte-Spule und sonstige Technik wurde erneuert, das Tabernakel kann nun illuminiert werden: "Das werden wir sparsam einsetzen", so der Pfarrer. Die bunten Kirchenfenster sind ausgebaut und liegen, fein säuberlich in Kisten verpackt, im Keller des Kirchturms.

    Schmucklose Milchglasfenster

    Die jetzigen, schmucklosen Milchglasfenster, in den sanierten Rahmen, waren nicht unumstritten. Man habe "lange abgewogen", sagte Pastoralreferent Michael Stöcker, und sich dann doch für natürliches, helles Licht rund um den Altarraum entschieden. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", gab Stöcker zu, "aber bei tausend Bildern täglich kann einem das Hören und Sehen vergehen."

    Die neue, alte Kirche St. Bruno soll ein "Ruheraum" sein: ein Ort der Sammlung inmitten der Bilderflut des Alltags. Ulrike Stöcker weist auf die neuen Standorte der Maria als Mutter Gottes und des Kirchenpatrons, des Heiligen Bruno von Würzburg, hin. Die Figuren stehen nicht mehr "abgehoben" über dem Kirchenvolk, sondern begrüßen Besucher schon an den Eingängen, "auf Augenhöhe". Vor dem Marienbild, im Stil der Schönstattbewegung, bringen Opferkerzen noch mehr Licht in die Kirche.

    Es gab Blumen und Dankesworte: Großspender Winfried Maul, durch den die Polsterung der Kirchenbänke ermöglicht wurde, und Pfarramtssekretärin Michaela Karch sind zwei Beispiele für viele Sponsoren und Mithelfer. Die Abschlussworte übernahm Christian Brückner vom Architekturbüro Brückner & Brückner, das einen lebensnahen, bodenständigen Gemeindemittelpunkt gestaltet hat.

    Beim Stehempfang auf dem Vorplatz, mit Klosterbier und Verköstigung, folgten Grußworte von Vizelandrat und Altbürgermeister Peter Seifert sowie Bürgermeisterin Bettina Bärmann. Auch die Kinder und Vertreter der Pfarrgemeinde kamen zu Wort. Pfarrerin Grit Plößel, die den katholischen Niederwerrnern das Martin Luther-Haus mit zur Verfügung gestellt hat, in der Zeit ohne eigene Kirche, stand für den ökumenischen Geist der Gemeinde.

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