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    NIEDERWERRN

    Nachhall im Sitzungssaal

    Zu Beginn der Gemeinderatssitzung in Niederwerrn gab es ein Dankeschön: Die Schülerinnen Elisa und Soraya bedankten sich für die mehr als 9000 Euro, mit denen die Kommune ein Projekt der Innung SHK (Spengler-, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Schweinfurt-Main-Rhön) bezuschusst hat, nach der Insolvenz des Arbeitsförderungszentrums (afz). Die Werkstatt-Tage, in Zusammenarbeit mit der Hugo von Trimberg-Schule, gibt es seit 2003. Sie sollen praxisnah die Berufsfindung der Jugendlichen erleichtern. Am Hainig wurde Siebtklässern die Welt des Handwerks nähergebracht, an Beispielen wie der Stromversorgung eines Modellhauses, dem Bau von Vogelhäuschen oder Tätigkeiten im Bereich Körperpflege, etwa Massage.

    Trotz Applaus: Vollentspannung war am Ratstisch danach nicht angesagt. Das Architekturbüro von Joachim Perleth hat sich schon 2017 mit einem Brandschutzkonzept für das Rathaus Niederwerrn beschäftigt. Im Altbau müssen die Fenster saniert werden. Nun zeigt sich Bedarf an weiteren Umbaumaßnahmen. „Die Kosten haben sich weiterentwickelt“, formulierte es Perleth. Waren zunächst etwas über 200 000 Euro Schätzkosten im Raum gestanden, bewegen sich die reinen Baukosten bei 450 000 Euro. Mit Nebenkosten könnten bis zu 650 000 Euro erreicht werden.

    Neben neuen Böden, Wänden, Fenstern und Türen sorgt auch die Anpassung der Server, des Datenschutz und der EDV-Leitungen für einen Kostenhub. Ebenso die Modernisierung der Beleuchtung und elektroakkustischen Anlage im Sitzungssaal und eine Klima,- Brand- und Einbruchmeldeanlage.

    Nötig ist laut Planern zudem die Verbesserung des Schallschutzes. Ziel sei ein Nachhall von 0,6 Sekunden, sagte Perleth, momentan sei man bei 1,6 Sekunden: „Das ist schon fast wie in der Kirche, da könnte man ein Orgelkonzert veranstalten.“ Einige Kosten, wie die Anpassung der „Raumschale“ des Sitzungssaals, stehen noch aus. Der Umbauzuschlag des Architekten wurde ebenfalls angepasst.

    Für Bürgermeisterin Bettina Bärmann sind die Mehrkosten kein Luxus: „Wir haben massive EDV-Probleme“. Der Saal werde nicht allein durch den Gemeinderat, sondern auch standesamtlich oder für Schulungen des Landratsamts genutzt.

    „Ich bin verwirrt“, meinte Willi Gößmann (CSU). Man sei bei „450 000 plus x Euro“ angelangt: „Kriegen wir dafür nicht ein neues Rathaus?“ „Wenn man Handwerker im Haus hat, dann summiert sich das“, erwiderte Bettina Bärmann. Einen Zuschuss gebe es leider nicht, meinte sie auf Nachfrage von Michael Haag: „Wir müssen es durchziehen. Es ist viel Geld, aber dann ist das Rathaus wieder für die nächsten zwanzig Jahre gerüstet.“ Gößmann kritisierte, dass man die Zahlen gerne schon vorab erfahren hätte, für die Fraktionsbesprechung. Nichtsdestotrotz wird im Winter umgebaut (eine Gegenstimme).

    Aldi-Neubau

    Behandelt wurden die Einwände der Träger öffentlicher Belange, bezüglich der Änderung des Flächennutzungsplans „Stadtgrenze-Süd“, für einen Neubau des Aldi. Geändert wird auch der Bebauungsplan. Einspruch hatte unter anderem der Inhaber einer angrenzenden Autowerkstatt erhoben. Durch die Aufstockung des Gebäudes befürchtet er Einschränkungen von Licht und Belüftung. Andrea Steinlein sieht als Leiterin der Hauptverwaltung keine „erdrückende oder abriegelnde Wirkung“ des Neubaus, bei 7,50 Meter Abstand. Vielmehr werde die Grenzbepflanzung des Areals zurückgenommen und die Lüftungsanlage des Einkaufsmarkts verlegt. Eine Wertminderung für eine mögliche Wohnbebauung auf dem Nachbargelände verneint die Gemeinde ebenfalls, es gebe keinen aktuellen Bauantrag.

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