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    Sennfeld

    Nahwärme verbindet Einrichtungen in Sennfeld

    Auf diesem Grundstück hinter der Sparkasse wird die Heizzentrale für den Nahwärmeverbund Sennfeld errichtet. Foto: Silvia Eidel

    Es ist eine große und zukunftsträchtige Investition: Der Nahwärmeverbund, der in Sennfeld zunächst fünf gemeindliche Einrichtungen und eine kirchliche beheizen soll. Einstimmig gab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht zur Vorplanung für das auf 2,17 Millionen Euro geschätzte Projekt.

    Hinter der Sparkasse soll auf einem freien Grundstück die Heizzentrale für das Nahwärmenetz gebaut werden, rief Planer Ralf Geyer den Stand der Dinge in Erinnerung. Angeschlossen werden in der Raiffeisenstraße die Grund- und Mittelschule, die Frankenhalle, die Gebäude des evangelischen Kindergartens und die Feuerwehrgerätehalle, in der Friedhofsstraße die gemeindlichen Mehrfamilienhäuser 23 bis 25 sowie in der Ziegelhütte das Familienbad. 920 Meter wird das Leitungsnetz lang sein.

    Noch nicht angeschlossen, aber ermöglicht werden nach dem Ratsbeschluss die gemeindlichen Mehrfamilienhäuser in der Hermann-Schumann- und Pfarrer-Niedermeier-Straße. Geschätzte 275 000 Euro würde diese Erweiterung kosten. "Wir können dort anschließen, wenn sowieso die Straße gerichtet werden muss", fasste Bürgermeister Oliver Schulze zusammen. Gemeinderat Gerold Schömig hatte sich zuvor für einen sofortigen Anschluss ausgesprochen.

    Drei Varianten vorgestellt

    Vorgehalten werden mit der Heizanlage auch Kapazitäten für eine Lüftungsanlage in der Turnhalle der Frankenhalle, die dort einmal eingebaut werden soll.

    Bei drei vorgestellten Varianten der Vorplanung folgte der Gemeinderat der Empfehlung des Planers sowie der Gemeindeverwaltung hinsichtlich ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte. Demnach soll gegenüber der ursprünglichen Machbarkeitsstudie die Anlagentechnik reduziert werden.

    Der errechnete Wärmebedarf von rund 1900 Kilowatt Nennwärmeleistung soll nun mit einem Biomassekessel (Holzhackschnitzel) mit 500 Kilowatt und mit zwei Erdgaskessel mit je 700 Kilowatt erreicht werden. Das Ausfallrisiko sei dabei gering, so der Planer, die Versorgungsicherheit gegeben. Die Herstellungskosten dieser Variante liegen bei geschätzten 2,173 Millionen Euro. Eine öffentliche Förderung von 400 000 Euro über C.A.R.M.E.N., das Netzwerk für nachwachsende Rohstoffe, erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung mit Sitz in Straubing, wird erwartet.

    Erdleitungen in Grünstreifen?

    Diskutiert wurde im Rat, ob die gedämmten Erdleitungen in Grünstreifen gelegt werden könnten, um Kosten beim Aufreißen der Straße zu sparen, wie es Holger Merz vorschlug. Man müsse auf Wurzeln von Bäumen und Sträuchern achtgeben, so Schulze, und man dürfe sich nichts verbauen. Helmut Heimrich erinnerte daran, dass im Untergrund zwischen Friedhofstraße und Familienbad "eine ungeordnete Infrastruktur" liege, die die Leitungsverlegung erschwere.

    Wenn es nach Planer Geyer geht, soll bis Ende des Jahres die Entwurfsplanung stehen und der Förderantrag abgegeben werden. Die Ausführungsplanung, die Ausschreibung und die Beauftragung sollen bis Ende März 2020 erfolgen. Die Arbeiten für den Rohbau der Heizzentrale könnten ab Juli 2020 beginnen, ebenso für die Verkehrsanlagen, die Rohrtrasse und die Straße. Mit den Hauseinführungen könnten diese Anlagen Ende 2020 fertig gestellt sein. Ab 2021 soll die Technik in die Heizzentrale gebaut werden, so dass nach der Heizsaison 2020/2021 die Wärmelieferung möglich wäre. Die jeweiligen Gebäude sollen sukzessive in 2021 umgeschlossen werden.

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