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    HAMBACH

    Nationenfahnen künden Reiterstars an

    Von Jahr zu Jahr wird am Lindenhof hoch über Hambach die Latte höher gelegt: Für das Internationale Vielseitigkeitsturnier mit Bayerischer Meisterschaft vom 17. bis 19. August, die Königsdisziplin im Pferdesport, werden nicht nur 240 Reiter und 300 Pferde aus über zehn Nationen erwartet. Die Teilnehmer, darunter Olympiasieger und Weltmeister, sowie Zuschauer erwarten neben dem besonderen Ambiente und der anspruchsvollen 2-Sterne-Geländestrecke unter anderem eine neue Halle und ein neuer Dressurplatz.

    Die Vorbereitungen für das hippologische Event laufen auf Hochtouren. „Wir müssen noch ein paar Fahnen nachkaufen“, sagt Gerold Ort, Hofbesitzer und Vorsitzender des Vereins Pferdefreunde Lindenhof Hambach, der das Turnier ausrichtet. Großbritannien und Mexiko sind nämlich erstmals bei diesem Wettkampf auf der einzigen 2-Sterne-Strecke Nordbayerns und einer von nur drei in ganz Bayern vertreten. Aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn haben sich ebenfalls Reiter angemeldet.

    Das Turnier wächst

    „Das Turnier wächst“, konstatiert Gerold Ort. Weil sich in der Szene herumgesprochen hat, dass es am Lindenhof seit fünf Jahren eine bestens präparierte 2-Sterne-Strecke und hervorragende Bedingungen gibt, strömen Reiter aus dem In- und Ausland herbei. Darunter sind wieder etliche Nationenreiter und klangvolle Namen wie die Olympiasieger Andreas Dibowsky oder Peter Thomsen. „Wir mussten die Nachnennliste sperren“, erklärt Ort, „sonst wäre es zu viel geworden“. Schließlich sind an die 800 Starts in Dressur, Springen und Geländeritt zu absolvieren.

    Bewusst hat der Verein daher bei diesem Turniertermin einige Prüfungen weggelassen und bereits an Pfingsten Wettkämpfe aus dem E- bis A-Bereich für den Nachwuchs der Vielseitigkeit angeboten.

    „Buschreiter“ aus dem flachen Norddeutschland

    Das große Areal rund um den Maibacher Berg mit Berg- und Tal-Strecken lockt auch viele „Buschreiter“ aus dem flachen Norddeutschland, weiß Ort. Die Streckenführung wird von den Parcoursbauern Siggi Adler und Ralf Markert jedes Jahr mit großem Aufwand verändert – eine immer neue Herausforderung für Pferd und Reiter. Gut 100 verschiedene Sprünge über selbstgebaute Holzhindernisse sind im A-Gelände, auf der 1*-Strecke sowie der 2*-Strecke zu absolvieren.

    Neu sind beispielsweise die „Entenhütte“ oder der „Schweinerücken“, sagt Markert. Viele Hindernisse tragen die Namen von Sponsoren und werden entsprechend bemalt und liebevoll mit den dazugehörigen Utensilien dekoriert: Das „Hühnernest“ ebenso wie „Svenjas Backwaren“, das „Frankenmeutes Kennel“ wie die „Müller-Ecke“. Für frisches Grün an den Hindernissen sorgen 500 Fichten, die der technische Leiter, Detlef Lück, mit Vereinsmitgliedern im Fichtelgebirge schlägt.

    100 Tonnen Sand werden für die Strecke benötigt

    Gut 100 Tonnen Sand werden für das Turnier benötigt. Schließlich wollen 8,5 Kilometer Geländestrecke, etwa vier Meter breit, gut vorbereitet sein. „Bei der Trockenheit in diesem Jahr ist es äußerst schwierig, das Geläuf für die Pferde weicher zu machen“, erklärt Gerolds Sohn David Ort, Landwirtschafts- und Pferdewirtschaftsmeister. Er kümmert sich um den Boden, ob dieser nun gefräst und gesandet oder doch, falls noch Regen kommt, gelocht und gesandet wird. „Das können wir je nach Wetter erst 24 Stunden vor dem Turnier erledigen“, deutet er den enormen Zeitstress an.

    Ein Zeltdorf für Pferde

    Nicht nur der gut präparierte Boden findet den Zuspruch der Reiter. Für ihre kostbaren Vierbeiner wird auf einem drei Hektar großen Areal am Waldrand neben dem Lindenhof ein Zeltdorf aufgebaut. In vier Stallzelten stehen 160 Pferdeboxen bereit. Erstmals sind alle über eine Wasserleitung der Rhön-Maintal-Gruppe mit Tränken ausgestattet. „Das ist schon Luxus“, sagt Gerold Ort. Normalerweise müssen die Pferde von Hand getränkt werden. „Wenn man bedenkt, dass ein Pferd 50 bis 60 Liter pro Tag braucht, ist das eine enorme Erleichterung.“

    Die meisten Reiter übernachten in den Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen im ganzen Umkreis. „In und um Schweinfurt ist alles ausgebucht“, sagt Ort. Weshalb das Vielseitigkeitsturnier auch ein Wirtschaftsfaktor für die Region ist.

    Eigens für den Wettkampf wurde ein zusätzlicher neuer Dressurplatz gebaut, so dass an drei Stellen gleichzeitig Dressurprüfungen stattfinden können. Den Sand dafür hat Ort extra aus Norddeutschland kommen lassen. Auch der Vorbereitungsplatz für das Springen wurde vergrößert.

    Spektakel mit internationalem Flair – und für Zuschauer kostenlos

    Am augenfälligsten ist die neue Mehrzweckhalle aus Holz: 18 mal 35 Meter misst das hölzerne Gebäude mit dem integrierten Richterturm. „Das ist ein Meilenstein“, weiß auch der Bauherr. Denn jetzt muss nicht mehr jedes Mal aufwändig die Versorgung für die Zuschauer aufgebaut werden. Jetzt hat auch das Meldebüro einen festen Ort. Zudem war ein Lagerraum für die vielen Hindernisse dringend nötig.

    Neben den 120 Vereinsmitgliedern helfen immer mehr Freiwillige aus Hambach mit, freut sich Gerold Ort. Für ihn und den Verein ist das kommende Wochenende auch die Generalprobe für 2019: Dann wird der Bundeswettkampf Vielseitigkeit CCI* erstmals am Lindenhof ausgetragen, der Mannschaftsvergleich der deutschen Bundesländer.

    Für die Zuschauer bedeutet das dreitägige Spektakel vom 17. bis 19. August ab 9 Uhr beziehungsweise 8 Uhr morgens ein kostenfreies Vergnügen mit internationalem Flair.

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