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    Neue Frischeküche für den Kindergarten

    „Wenn nicht jetzt wann dann?” – auch mit diesem Argument baten die Vertreterinnen der Greßthaler Kirchenverwaltung den G... Foto: Elmar Heil

    Auf Wunsch von Bürgermeister Anton Gößmann und dem Gemeinderat erläuterte Tanja Full von der Greßthaler Kirchenverwaltung – unterstützt von Susanne Dems – im voll besetzten Sitzungssaal das neue Konzept des Kindergartens, das hinter der Einrichtung einer Frischeküche stehe.

    So hätten sich die Kirchenverwaltung als Träger des Kindergartens sowie der Elternbeirat im Zuge der laufenden Sanierung auf vielfaches Drängen von Eltern ausführlich dazu erkundigt und sich einstimmig dafür ausgesprochen. In einer solchen Küche würde vor allem Wert gelegt auf regionale und saisonale Produkte sowie auf möglichst viel Bio-Essen – morgens, mittags und nachmittags.

    Damit könne man besonders auf das jetzige mitgebrachte Mittagessen, das in der Mikrowelle zubereitet wird, verzichten und somit erheblicher Personalaufwand vermieden werden.

    Vor allem erkundigten sie sich bei benachbarten Kindergärten, wie eine solche Küche von Kindern und Eltern angenommen würde. Von dort hätten sie nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Kinder könnten vermehrt beim Anbau von Gemüse oder Obst zum Beispiel im Pfarrgarten mit einbezogen werden und so lernen, dass nicht alles aus dem Supermarkt komme und damit auch Müll vermieden werden könne.

    Beim Eindecken, Essen und Abräumen müssten die Kinder mithelfen, wobei auch deren Kommunikationsfähigkeit gefördert werde. Zudem bedeute die „Vollpension“ eine enorme Entlastung von Familien, vor allem wenn beide Elternteile berufstätig sind.

    Vier-Stunden-Teilzeitkraft

    Auch bei Caritas, Diözese, Amt für Ländliche Entwicklung und Lebensmittelüberwachung habe man sich kundig gemacht. Diese hätten den Plan „als eine gute Investition und als richtigen Schritt in die Zukunft“ bezeichnet. Für die Frischeküche müsste eine Teilzeitkraft mit voraussichtlich vier Stunden pro Tag eingestellt werden, an deren Kosten sich die Gemeinde aber nicht beteiligen müsse. Berechnungen der Ämter zu Folge würden für die Eltern weniger als vier Euro Unkosten pro Tag und Kind entstehen. Dieser Betrag fließe in den Kindergartenbeitrag mit ein. Sozial schwache Familien könnten mit Kostenerstattungen rechnen. Damit lägen die Kosten unter dem Angebot einer Catering-Firma in Höhe von vier Euro.

    Full legte auch eine Kostenrechnung für eine Industrieküche in Edelstahl mit den erforderlichen Geräten, die den gesetzlich festgelegten hygienischen Vorschriften entsprechen, vor: 33 463 Euro. Zusätzliche Arbeiten wie etwa das Verlegen neuer Strom- und Wasserleitungen habe der Architekt mit 17 000 Euro angesetzt. Seitens der Ämter sei eine Bezuschussung in Höhe von zwei Dritteln in Aussicht gestellt, so dass die Gemeindekasse lediglich mit etwa 16 600 Euro belastet würde.

    Nachahmer wahrscheinlich

    Urban Büchs sieht die Sache positiv, bemängelte jedoch, dass diese Einrichtung nicht schon bei den Sanierungsplänen 2014 mit berücksichtigt worden sei. Zudem müsse die Gemeinde auch die Finanzen im Auge behalten, da damit zu rechnen sei, dass dies auch bei den drei anderen Kindergärten Nachahmer finden könnte und seines Erachtens für die Grundschule noch wichtiger wäre. Zweiter Bürgermeister Gottfried Bindrim befürchtet, dass durch die Vollverpflegung die Essensrituale in der Familie verloren gingen. Zudem sei seiner Meinung nach seitens der Kirchenverwaltung hinsichtlich der Sanierungskosten nicht mit offenen Karten gespielt worden und auch die Küche bedeute wieder eine Verteuerung.

    „Gut investiert“

    Auf die Befürchtung einiger Räte, dass Kinder ein einheitliches Essen ablehnen könnten, wies Full auf die Erfahrungen anderer Kindergärten hin. Das würde durch die „Gruppendynamik“ oft vermieden, denn Kinder würden in der Gemeinschaft meist auch essen, was sie nicht kennen. Bedenken blieben bei einzelnen Räten hinsichtlich Eltern, die das neue Konzept nicht mittragen möchten, trotzdem aber mit höheren Beiträgen belastet würden. Full dazu: Derzeit werden nur zwei Kinder vor 14 Uhr abgeholt. Für deren Verpflegung müssten die Eltern sicher auch jetzt schon mit mindestens vier Euro rechnen.

    Matthias Kippes leitete schließlich ein schnelles Ende der Diskussion ein. Er erklärte: „Das Geld ist gut investiert. Die Gemeinde sollte das Projekt unterstützen.“ Abstimmung: 14:3 für die Einrichtung der Frischeküche.

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