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    WAIGOLSHAUSEN

    Neue Urnengräber und Baumbestattungen

    Baumbestattungen will die Gemeinde künftig auf der Obstbaumwiese im südlichen Teil des Waigolshäuser Friedhof ermögliche... Foto: Gerald Gerstner

    Dass sich die Bestattungsformen verändern, ist auch in Waigolshausen zu beobachten. Der Trend geht weg vom klassischen Familiengrab hin zu Urnenbestattungen, die wenig Pflege bedürfen. Auch neue, völlig pflegefreie Bestattungsmöglichkeiten wie Baumbestattungen werden gewünscht, ebenso eine bessere Gestaltung der Friedhöfe, wie zuletzt die Bürgerversammlungen zeigten.

    Wie es mit den Friedhöfen in der Gemeinde weitergeht, war Thema bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Vorausgegangen waren Ortseinsichten des Bauausschusses im Bergrheinfelder und den drei gemeindlichen Friedhöfen.

    Bürgermeister Peter Pfister stellte fest, dass die Situation in den Friedhöfen ganz unterschiedlich ist. In Hergolshausen gibt es zehn Urnengräber, von denen seit 2012 nur eins belegt ist. Vier Gräber wurden seit 2015 neu erworben und ebenso viele aufgegeben. Der Theilheimer Friedhof gliedert sich räumlich in zwei Teile. Zwei Gräber wurden seit 2015 aufgegeben und sechs neu erworben. Platz für weitere Urnengräber sei vorhanden. Im östlichen Bereich besteht bereits ein Rasenfriedhof mit verkleinerten Gräbern. Nachgedacht werden sollte über eine Beschattung durch Baumpflanzungen, sagte Pfister.

    Deutlich sind die Veränderungen im Waigolshäuser Friedhof. Seit 2015 wurden hier elf neue Urnengräber gezählt. Nur sieben Gräber wurden neu erworben, während 15 Gräber aufgegeben wurden. Davon betroffen sind vor allem die kaum noch gewünschten Familiengräber im alten Friedhof, wo derzeit 51 Grabstellen frei sind. Hinzu kommen zahlreiche Barrieren und die beengten Platzverhältnissen, weshalb sich Pfister dafür aussprach, im kompletten Altfriedhof künftig keine Gräber mehr neu zu vergeben. In einem Grundsatzbeschluss befürwortete der Gemeinderat dies einstimmig.

    Ausreichend freie Gräber, aktuell 99, gibt es im neuen Friedhofsteil, sowie 17 im nördlichen Bereich. Alte Gräber haben aber in allen drei Friedhöfen der Gemeinde weiterhin Bestandsschutz und die 20-jährige Liegezeit kann nach Ablauf auch verlängert werden. Ebenso bleiben Urnenbestattungen in Familiengräbern weiterhin möglich, hob Pfister hervor. Deutlich machte er, dass die Gemeinde die alten Friedhöfe auch künftig unterhalten müsse.

    Handlungsbedarf besteht in Waigolshausen bei den Urnengräbern, wo es nur noch sechs freie beim Leichenhaus gibt. Im Frühjahr sollen deshalb die beiden komplett belegten Urnengräberreihen und ihre Betonwände bis zum Querweg verlängert werden, beschloss der Rat einstimmig. Durch Umbau der bestehenden Familiengräber könnten so 14 weitere Urnengräber geschaffen werden. Die Ausführung soll der Bauhof übernehmen.

    Pfisters Vorschlag, im Anschluss an die Urnenreihengräber bis zur Friedhofsmauer weitere Möglichkeiten für pflegefreie Urnenbestattungen zu schaffen, bremste der Rat aus. Stattdessen wurde dafür plädiert, zunächst mit einem Landschaftsarchitekten ein Konzept für die langfristige Gestaltung des Friedhofs zu erarbeiten. Gedacht ist wohl an einen parkähnlichen Charakter, der zum Verweilen einlädt, wie die Äußerungen von Thomas Steinlein und Wolfgang Strobel zeigten. Die Verwaltung wird dazu mit Planungsbüros Kontakt aufnehmen.

    Einstimmig sprach sich der Rat aber dafür aus, im südlichen Friedhofsbereich bei den Obstbäumen künftig pflegefreie Baumbestattungen zu ermöglichen. Für acht bis neun Bestattungen soll ein Baum ausgewählt werden. Die Umsetzung, die auch eine Anpassung der Friedhofssatzung und Gebührenregelungen erfordert, wird einige Zeit in Anspruch nehmen, machte Geschäftsleiter Josef Zeißner deutlich. Frühestens im kommenden Jahr sei damit zu rechnen.

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