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    SÖMMERSDORF

    Neuer Lebensraum für Wildbienen und Insekten

    Eine „wilde” Mischung aus einheimischen und fremden Pflanzen, die Insekten zusätzlichen Lebensraum verschaffen, blüht in... Foto: Hans-Peter Hepp

    „Wir müssen uns den klimatischen Veränderungen anpassen und in unsere Blühmischungen auch Pflanzen aus aller Herren Ländern einarbeiten!“ Kornelia Marzini vom der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau unterstrich ihre Aussagen mit den Erfahrungen der Landwirtschaft. Mit Blühstreifen und -flächen soll zusätzlicher Lebensraum für Insekten und andere Tiere geschaffen werden. Rund 70 Interessierte – viele aus der Landwirtschaft – waren zum Praxis-Talk zu diesem Thema nach Sömmersdorf gekommen. Drei unterschiedliche Flächen in der Allianz Oberes Werntal präsentierten Organisatorin Anna-Katharina Paar (Ökomodellregion) mit zahlreiche Experten.

    Wasserlosens Bürgermeister Anton Gößmann, in der Allianz Sprecher für den Bereich Landwirtschaft, versprach den Gästen in Sömmersdorf viele Informationen aus erster Hand und nannte die Veranstaltung eine sehr gute Möglichkeit zum „Netzwerken“. Manfred Kraus vom Bauernverband nutzte seine kurze Ansprache, um auf die Leistungen der Landwirte aufmerksam zu machen und verknüpfte dies mit statistischen Werten aus den letzten Jahren. Das Interesse an ökologischem Anbau und an begleitenden Maßnahmen wie Blühstreifen sei nach wie vor groß, berichtete Kraus.

    BienenBlütenReich

    Landwirt Manfred Peter führte die Gäste zu seinem Acker, der zum Projekt BienenBlütenReich zählt und seine KuLaP (Kulturlandschaftsprogramm)-Blühfläche ist. Hier wachsen hauptsächlich Sonnenblumen und Buchweizen. Peter beklagte den großen bürokratischen Aufwand, der mit seinem Engagement für die Insekten und Wildtiere verbunden sein. Gleichzeitig lobte er Initiativen wie Mellifera, wo man als Blühpate den Ausbau von Insekten-Lebensraum unterstützen kann und das Netzwerk Blühende Landschaften. Dr. Ina Heidinger vom Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, zählte eine ganze Reihe von Tieren auf, die in einem solchen Umfeld Schutz und Nahrung finden.

    Marokkanisches Weinkraut

    Zwischen Rütschenhausen und Obbach liegt die zweite Fläche, die der Konvoi an Fahrzeugen aufsuchte. Die Gemeinde Wasserlosen nutzt den Prototyp einer mehrjährigen „Durchblüh-Mischung“ auf diesem Grundstück. Hier blüht vieles, Bekanntes und Unbekanntes, auf einer gemeindlichen Fläche. Einheimische Pflanzen und Exoten – wie das marokkanische Weinkraut – helfen den Insekten. Die einheimischen Pflanzen beenden ihre Blühphase häufig schon im Frühsommer, verwandte Arten aus anderen Ländern blühen lange noch im Herbst. Praktische Tipps zum Anpflanzen der teilweise exotischen Pflanzen gab es aus erster Hand. Die Zwischenfragen der Landwirte, wie man die Mischung am besten ausbringt, pflegt und hegt, führten zu lebhaften Diskussionen.

    Jedem Dorf ein Blühstreifen oder eine Blühwiese

    Zum Abschluss fuhren Land- und Forstwirte, Vertreter der Jägerschaft und anderer Organisationen nach Egenhausen. Dort setzt Landwirt Andreas Römert eine einjährige Blühmischung im Vorgewende eines Kartoffelackers ein.

    Im oberen Werntal soll jedes Dorf „seine Blühwiese oder seinen Blühstreifen“ erhalten, formulierte Anna Katharina Paar ein Ziel für die Allianz. Die Experten versprachen den Landwirten in allen Phasen der Umsetzung zu helfen und verwiesen auf die Meldefristen für das Projekt „Blühflächen“.

     

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