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    Gerolzhofen

    Nitrat im Brunnenwasser: Ergebnisse nicht verallgemeinern

    Regelmäßig berichten die Medien über die kostenpflichtigen Brunnenwasseruntersuchungen des Vereins VSR-Gewässerschutz e.V. in Unterfranken. Eine Untersuchungsaktion des Vereins fand - wie berichtet- auch auf dem Marktplatz von Gerolzhofen statt. Regelmäßig werden dabei zu hohe Nitratbelastungen im Brunnenwasser attestiert und diese Ergebnisse in Pressemitteilungen des Vereins der Landwirtschaft angelastet.

    Die Regierung von Unterfranken nimmt nun aus fachlicher Sicht dazu Stellung. Es sei richtig, betont Pressesprecher Johannes Hardenacke, dass in Unterfranken stellenweise die Nitratbelastungen im Rohwasser teilweise noch zu hoch sind. Richtig sei aber auch, dass die durchschnittliche Belastung in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. 

    Proben aus privaten Gartenbrunnen seien mit einem amtlichen und qualitätsgesicherten Messsystem bzw. den kontinuierlichen Messungen der Wasserversorger nicht zu vergleichen, betont die Regierung. Es sei weder klar, wie diese privaten Brunnen ausgebaut sind beziehungsweise zu welchem Grundwasserleiter diese in Verbindung stehen oder wie die Probenahme erfolgt ist. Nitrateinträge aus dem eigenen Garten seien dabei nicht auszuschließen. "Schlussfolgerungen aus den Untersuchungsergebnissen für das regionale Umfeld sind daher mit äußerster Vorsicht zu genießen", schreibt die Regierung in ihrer Pressemitteilung. "Sie halten einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht Stand."

    Die Nitratbelastungen in Unterfranken hätten viele Ursachen, unter anderem bedingt auch durch die in weiten Teilen vergleichsweise geringen Niederschläge, wodurch selbst geringe Stoffeinträge nur unzureichend verdünnt werden und zu höheren Konzentrationen im Grundwasser führen. Außerdem liegen in Unterfranken meist klüftige Untergrundverhältnisse mit wenig Filterpotenzial vor.

    "Insofern darf die Situation in Unterfranken nicht einseitig der Landwirtschaft angelastet werden. Betreiber von Kleingartenanlagen sollten in jedem Fall auch selbst darauf achten, ihre Gärten nicht zu überdüngen", betont Johannes Hardenacke.

    Bearbeitet von Klaus Vogt

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