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    Schweinfurt

    Norbert Kleinlein zum 75. Geburtstag: Ein streitbarer Künstler

    Norbert Kleinlein.
    Norbert Kleinlein. Foto: Karl-Heinz Körblein

    Norbert Kleinlein ist einer der profiltesten Schweinfurter Künstler, der weit über die Region hinaus Beachtung findet. In Burgellern bei Scheßlitz geboren, hat er  in Oberndorf eine neue Heimat gefunden, wo er als Bewohner des Künstlerhofes nicht nur das Erbe des Malers Gustl Kirchner betreut, sondern mit einer beachteten Reihe von Ausstellung auch wichtige kulturelle Akzente im westlichen Stadtteil Schweinfurts setzt.

    Dass er sich dabei nicht immer ausreichend von der städtischen Kulturverwaltung unterstützt sieht, lässt der streitbare Maler und Bildhauer durchaus auch gerne anklingen. (Nur in Klammern: genauso kann er sich aufregen, wenn es um die ungelöste Frage des Durchgangsverkehrs geht, die in tagtäglich früh ins Atelier treibt, möglicherweise seiner Kreativität auch förderlich ist).

    Erst im Herbst vergangenen Jahres hat Kleinlein Aufsehen erregt, das er so eigentlich nicht gewollt hatte. "Nein zu Missbrauch und Gewalt", ist der Titel eines Zyklus von Zeichnungen überschrieben, der in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden ist. Auf rund 300 Arbeiten beschreitet Kleinlein den Weg von dem Werden eines Kindes im Mutterleib, düsteren Händen die nach ihm greifen, bis hin zu seinem Tod. Die große Aktualität des Themas habe ihn jedoch jetzt veranlasst, an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Neueren Datums sind drei Installationen. Einmal ein purpurfarbenes Gewand, wie es Mächtige, auch Kirchenmänner getragen haben. Dann ein Epitaph mit vielen, auch fremdsprachigen Namen und eine kleine Schachtel mit Fleischerhaken, einem Boxhandschuh, einem weißen Stofftier, in dem Rasierklingen stecken.

    Inzwischen deutet sich an, dass diese Arbeiten auch einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden können.

    Norbert Kleinlein hat an den Werkkunstschulen in Würzburg und Augsburg studiert. 1983 erhielt er den Bayerischen Förderpreis für Bildhauer, ein Jahr später bekam er ein Arbeitsstipendium der Villa Massimo. Weitere Stipendien führten ihn nach Budapest und in die USA.  In der Region und weit darüber hinaus ist Kleinlein durch Arbeiten im öffentlichen Raum und eine rege Ausstellungstätigkeit präsent, oft zusammen mit seiner Frau Heike, der renommierten Keramikerin.

    Köpfe, Körperteile, helmartige Elemente tauchen auch immer wieder in seinen Arbeiten auf, denen er sich oft abstrahierend nähert. Seine Farbgebung ist oft düster. Daneben stehen jedoch stark-farbige Bilder aus den frühen 2000er Jahren, in denen sich Kleinlein sehr intensiv mit dem Blau – möglicherweise - eines Yves Klein beschäftigt hat.

    Am Dienstag, 21. April, hat Norbert Kleinlein 75. Geburtstag gefeiert. Der Kunstverein bereitet ihm zu Ehren eine Ausstellung vor.

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