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    Gerolzhofen

    Notsicherung im Friedhof

    Im Gerolzhöfer Friedhof wurden wieder Grabsteine auf ihre Standfestigkeit überprüft. Die Steine, die beim Test durchgefallen sind, wurden notgesichert. Foto: Klaus Vogt

    Beim Gang über den städtischen Friedhof von Gerolzhofen fällt es sofort auf: Auf einigen Gräbern sind massive Holzpfosten eingeschlagen und die Grabsteine mit Spanngurten daran befestigt. Die Stadt Gerolzhofen hat wieder die Grabmäler auf ihre Standfestigkeit prüfen lassen.

    Einmal im Jahr werden die Grabsteine einem Standtest unterzogen, um die Unfallgefahr zu minimieren, sagt Selina Thurn, die in der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen mit der Friedhofsverwaltung betraut ist. Laut der Friedhofssatzung müssen die Grabsteine standfest sein. Dies ist allerdings längst nicht bei allen Gräbern der Fall. Denn wenn alte Bestattungen einsacken, dann kommt oftmals auch das Fundament des Grabsteins in Schieflage.

    Besonders die Grabsteine, die bereits vor einigen Jahrzehnten aufgestellt worden sind, sind dann gefährdet. In früheren Zeiten haben die Bildhauer ihre Steine in der Regel nämlich noch ohne Dübel oder Metallstifte auf das Fundament gesetzt und zur Befestigung nur Zementschlemme verwendet. Doch diese Schlemme lässt mit der Zeit nach, weil sie unter Witterungseinflüssen ausmergelt.   

    Druck von 50 Kilogramm

    Mit der Prüfung der Grabsteine hat die Verwaltungsgemeinschaft wieder den aus Würzburg stammenden Spezialisten Klaus Stolzenberger beauftragt. Der "Standsicherheitsprüfer für Grabmale" testet mit einem Spezialgerät, das er sich vor die Brust schnallt und womit er gegen den Stein drückt, dessen Widerstandskraft. Die Grabsteine müssen einen Druck von 50 Kilogramm auf die obere Kante aushalten, ohne dass sie umkippen. Wenn der Stein beim Gegendrücken zu wackeln beginnt, ist er beim Test durchgefallen.

    Steinmetz Stolzenberger, der nach eigenen Angaben rund 80 000 Steine pro Jahr in ganz Deutschland prüft, fasst die Ergebnisse der Tests in einem Prüfprotokoll zusammen. Unsichere Steine werden vor Ort als Notsicherung mit Spanngurten an einen massiven Holzpfosten befestigt. Außerdem bekommt jeder instabile Stein einen gelben Aufkleber, mit dem vor der drohenden Gefahr gewarnt wird und die Betreuer des Grabes aufgefordert werden, umgehend die Schäden von einer Fachfirma beseitigen zu lassen. Zusammen mit dem Prüfprotokoll meldet Stolzenberger dann die Grabnummern der Verwaltungsgemeinschaft, auf denen wackelige Grabsteine stehen.

    Zwölf Beanstandungen

    Beim jüngsten Test auf dem städtischen Friedhof hat Stolzenberger zwölf Grabsteine ermittelt, deren Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Nur zwölf. "In der Vergangenenheit hatten wir noch deutlich mehr Beanstandungen", weiß Selina Thurn. Man merkt also, dass sich die alljährliche Kontrolle auszahlt. Dass es sich unstrittig um eine Notwendigkeit handelt, dürfte jedem klar sein, der sich vor Augen hält, dass viele Grabsteine deutlich mehr als eine Tonne wiegen. Wenn sie ausgerechnet dann umfallen sollten, wenn jemand mit der Grabpflege beschäftigt ist, könnte es zu schweren Unfällen führen.

    Die Friedhofsverwaltung wird nun in den kommenden Tagen die Verantwortlichen der Gräber anschreiben und sie unter Vorlage des betreffenden Auszugs aus der Friedhofssatzung und des Prüfprotokolls über die gefährliche Lage informieren. Für die erfolgte Notsicherung wird eine Gebühr von 35,70 Euro erhoben.

    Bestätigung von der Fachfirma

    Es sei dringend geraten, so Selina Thurn, die Reparatur von einer Fachfirma professionell ausführen zu lassen. Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) setzt dazu in der Regel eine Frist von vier Wochen. Damit die VG auch überprüfen kann, ob die Reparatur tatsächlich ausgeführt wurde, wird dem Anschreiben auch noch ein Formblatt beigefügt, auf dem die von den Grabnutzungsberechtigten zu beauftragende Steinmetzfirma ihre Tätigkeit bestätigen muss. Dieses Formblatt muss danach an die VG zurückgeschickt werden. 

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