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    Ohrzucker und Augenschmaus mit Mozart, Beuron, Dvooák

    Bonner Besuch in St.Ludwig: Das Bläserensemble des Hofgartenorchesters präsentierte Dvorak und Mozarts Zauberflöte. Foto: Uwe Eichler

    „Entdecken, was uns verbindet“: Bei der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung in der Klosterkirche St. Ludwig nahm Landrat Florian Töpper am Samstag Bezug auf das Motto des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“. Im Kulturerbejahr erinnere sich Europa an das „Gemeinschaftliche und Verbindende“ seiner Kultur, so Töpper, der zugleich auf den 1100. Geburtstag des Namens Wipfeld als Gastgebergemeinde verwies. Besonders verbindend sei für Europa die Musik, so der Kreischef.

    Die fünfte Kulturveranstaltung des Landkreises verband Anfang und Ende zugleich: Mit der „Vinotonale“ und dem Hofgartenorchester Bonn klang eine Konzertreihe des Klassikfestivals an der Mainschleife aus. Vor der Kirche gab es neben anderen kulinarischen Köstlichkeiten neue Landkreisweine zu probieren, zwei 2016er Domina Barrique der Lage Oberschwarzacher Herrenberg und Stammheimer Eselsberg. Angesichts von mehr als 200 Zuhörern konnte sich Töpper eine Wiederholung des Musikreigens in einer der beiden Mainschleife-Gemeinden gut vorstellen.

    Zuvor hatte Anja Sauerer als Geschäftsführerin des Antonia Werr-Zentrums zahlreiche Prominenz durch die heilpädagogische Jugendeinrichtung geführt, mit zwölf Schwestern und mehr als 70 Schützlingen, Mädchen und junge Frauen aus belasteten Familienverhältnissen. Die langjährige gute Seele des „AWZ“ und Konventsoberin Schwester Agnella ist Quasi-Ehrenbürgerin des Landkreises, als Trägerin der Kreisehrenurkunde.

    „Ohrzucker“ sei das, was das Bläserensemble unter Leitung von David Scharmacher präsentieren werde, versprach Sauerer in ihrem Grußwort. Zum Musikgenuss gesellte sich der Augenschmaus. Die (etwas über 100 Jahre alte) Kirche atme ganz den „Geist der Beuroner Schule“, so die Gastgeberin: „einmalig in Nordbayern“.

    Dieser farbintensive, bildgewaltige, streng geordnete Stil, benannt nach der Abtei Beuron bei Sigmaringen, war geprägt von frühchristlichen, ägyptischen und byzantinischen Motiven und hat seinerseits den Jugendstil beeinflusst. Das weinrote Licht leuchtete allerdings nur zum Konzert im Altarraum.

    Jennifer Müller leitete für das Vinotonale-Team dann zum musikalischen Teil über. Chefdirigent Scharmacher und sein Ensemble hatte im ersten Teil die Bläser-Serenade d-Moll von Antonín Leopold Dvorak im Gepäck: Wie das Konzertgebäude ist auch der Klassiker des tschechischen Komponisten ein prachtvoll illuminierter Rückgriff auf eine „gute alte Zeit“. Geschrieben hat Dvorak sein „Freiluftstück“ 1877 nach einem Besuch in Wien, in wenigen Tagen. Inspiriert wurde es durch böhmische Volkstänze, umrahmt durch einen flotten, marschähnlichen Anfangs- und Schlussteil.

    Vor allem war die luftig-lustvolle Serenade eine Hommage an Mozart, dessen Harmoniemusik zur Oper „Zauberflöte“ dann im zweiten Teil zu genießen war, mit dem „Vogelfänger“ als Auftakt. Zum Finale siegte buchstäblich die Stärke, mit wohlverdientem Applaus.

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