• aktualisiert:

    PRÜSSBERG

    Päusle mit Moisle: Vorsicht Mäuse muss es heißen

    „Vorsicht Katzen“, ich finde, das Schild muss weg. Foto: Vollmann

    Da hat mich doch die Wut erfasst und blankes Entsetzen gepackt als ich dieser Tage auf einem Ausflug in den Steigerwald durch Prüßberg gekommen bin. „Vorsicht Katzen“ lautet die Inschrift auf dem Plakat, das ans Ortsschild gehängt worden ist. Im Ort findet sich das gleiche Schild gleich nochmals.

    Also, das haut doch dem Fass Michelauer Vollburg den Boden aus. Ausgerechnet auf die mir nachstellenden Stubentiger soll hier Rücksicht genommen werden. Doch was ist mit mir? Wer kümmert sich um mich arme, kleine Maus. Wer nimmt auf mich Rücksicht.

    Gerade dieser Tage stehe ich Angst und Schrecken mit meinen Jungen auf den Getreidefeldern aus, wenn diese riesigen Monster unablässig über mein Mauseloch hinwegdonnern und mich Blut und Wasser schwitzen lassen, während mir buchstäblich in meiner Behausung schwarz vor Augen wird.

    Wenn ich das nächste Mal in Prüßberg vorbeikomme, will ich dieses Schild nicht mehr sehen, sondern erleben, dass stattdessen das Schild „Vorsicht Mäuse“ am Ortseingang prangt. Sonst beiße ich dem Plakat den Faden ab. Denn das ist buchstäblich für die Katz.

    Euer verschnupftes Moisle

    Päusle mit Moisle Doppelt Angelus geläutet hält besser
    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das bei der ganzen Sache meine Freundin, die Kirchenmaus von der Stadtpfarrkirche ihre kleinen Pfoten im Spiel gehabt haben muss. Was ist geschehen? Zu früher Morgenstunde weckten mich am Samstag, wie es üblicherweise um 6 Uhr der Fall ist, die Glocken des Steigerwalddoms. Das Angelus-Läuten ruft die Christen täglich am Morgen, Mittag und Abend zum Angelus-Gebet auf. Dieses hat seinen Namen von seinen ersten drei lateinischen Worten, die da lauten: „Angelus Domini nuntiavit Mariae", zu Deutsch: „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft“. Mir brachte das Angelus-Läuten am Samstag die Botschaft, dass es 6 Uhr ist. Denn nach 22 Uhr bis zum ersten morgendlichen Angelus-Läuten um 6 Uhr schweigen schon seit etlichen Jahren aus Rücksicht auf die Nachbarschaft die Glocken der Stadtpfarrkirche, wenn man einmal von der Vor- und Frühwarnung durch drei kurze Schläge um Dreiviertelsechs absieht. Ich bequemte mich also umgehend raus aus den kuscheligen Federn. Doch welche Überraschung. Der Blick auf den Wecker sagte mir unmissverständlich, dass es erst 5 Uhr und nicht schon 6 Uhr ist. Ich wurde also tatsächlich eine Stünde zu früh vom Glockenschlag geweckt. Doch damit nicht genug: Pünktlich um 6 Uhr läutete es nochmals zum Angelus-Gebet. Am Sonntag und Montag dasselbe Spiel. Doch wie konnte das passieren? Nun war meine Neugier geweckt. Ich treffe auf einen ratlosen Glöckner, bei dem allerdings sofort alle Alarmglocken schrillen. War es am Ende möglicherweise gar ein hochspezialisierter Hacker, der das Verwirrspiel um die Uhrzeit durch das doppelte Angelus-Läuten ausgelöst hat? Denn darin war sich Mesner Klaus Schanz sicher: Eigentlich kann niemand Fremdes „eingegriffen“, sprich die Läutanlage manipuliert haben. Dazu muss man wissen, dass die stündlich wiederkehrenden Glockenzeichen und die Läut-Termine vor den üblichen Gottesdiensten über eine entsprechend programmierte Funkuhr in der Sakristei automatisch ausgelöst werden. Zu der Steuerungsanlage haben Unbefugte keinen Zugang. Lediglich beim Läuten außerhalb der Läutordnung, zum Beispiel nach Sterbefällen, muss der Mesner und Küster selbst die jeweiligen Knopftasten drücken. Allenfalls ein Defekt an der Steuerung bot sich somit als Erklärung dafür an, dass diese begonnen hatte, ein unüberhörbares Eigenleben zu früher Morgenstunden zu entwickeln, so dass die Menschen das Angelus-Läuten aus Gewohnheit beim ersten Zusammenschlagen um 5 Uhr für das 6-Uhr-Läuten halten mussten. Am Dienstag hatte dann schon alles wieder seine Läut-Ordnung. Der Fehler in der Programmierung war durch das Löschen des Befehls für das zusätzliche Läuten bereits um 5 Uhr ausgemerzt worden. Alles sieht ganz danach aus, dass die Technik ohne fremdes Zutun von sich aus Glöckner und Glocken einen Streich gespielt hat, so dass diese sowohl um 5 als auch nochmals um 6 Uhr zusammenschlugen. Oder war es am Ende doch meine Freundin, die Kirchenmaus, die sich dachte: Doppelt Angelus geläutet hält besser, um den letzten frühen Vogel zum Beten wie zum Arbeiten aufzurufen. Aber man muss ja nicht gleich alles an die große Glocke im Nordturm des Steigerwalddoms hängen, findet Euer inzwischen wieder in den gewohnten Schlafrhythmus zurückgekehrtes Moisle.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!