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    Sömmersdorf

    Passionsspielverein: Robin-Hood-Inszenierung für 2020 abgesagt

    Der Sömmersdorfer Theaterverein steht vor einer Neuausrichtung: Vorsitzender Robert König tritt bei den Neuwahlen im Herbst nicht mehr an. Auch der Verein wird umgewandelt.
    23 Jahre war er Lenker und Denker des Sömmersdorfer Passionsspielvereins. Im Herbst tritt Robert König als Vorsitzender ab. Aus gesundheitlichen Gründen. Das bringt Veränderungen für den Verein.  Foto: Anand Anders

    Die schlechte Nachricht zuerst: Der Passionsspielverein Sömmersdorf sagt die für 2020 geplante Robin-Hood-Inszenierung ab. Das Gute: Die Aufführung wird auf 2021 verschoben. Bei einer Blitzumfrage unter den Rollenträgern der letztjährigen Passionsspiele hatten spontan 70 Darsteller ihr Mitwirken zugesagt. Sie bedauern nun, dass es im nächsten Jahr keine Eigenproduktion des Passionsspielvereins geben wird. Der Grund ist ein vereinsinterner.

    Im Herbst wird bei der Jahresversammlung ein neuer Vorstand gewählt, und der bisherige Kopf des Dreiergremiums wird nicht mehr antreten. Robert König steht nach 23 Jahren Vorstandsarbeit aus gesundheitlichen Gründen für eine Wiederwahl als erster Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung. Wer in seine Fußstapfen tritt, ist noch offen. Robert König ist jedoch überzeugt, dass sich ein neues schlagkräftiges Team finden wird.

    Robin Hood wurde abgesagt, um den Fokus nun konsequent auf die Vorstandswahl richten zu können. Möglicherweise wird es unter dem neuen Vorstand auch eine Neuausrichtung oder Umstrukturierung des Vereins geben. "Wir wollen deshalb der neuen Mannschaft Zeit geben, sich einzuarbeiten", wirbt König um Verständnis.

    2020 gibt es wieder Fremdproduktionen auf der Freilichtbühne

    Finanziell spiele die Verschiebung der Aufführung keine große Rolle. "Wir werden im Herbst ein solides Finanzergebnis der vergangenen fünf Jahre präsentieren", versichert König, trotz der unerwarteten Mehrkosten für das neue Dach. Aufgrund von Auflagen der Prüfstatik und der daraus resultierenden Massenmehrung an Stahl – von 98 auf 164 Tonnen – sowie von zusätzlichen Planungskosten hatte sich das Projekt von 2,8 auf 3,4 Millionen Euro verteuert und damit der Eigenanteil des Sömmersdorfer Vereins, der bei 600 000 Euro lag, auf 1,2 Millionen Euro verdoppelt. Das Geld muss jetzt erwirtschaftet werden.

    Zur ursprünglichen Finanzierung hatten Zuschussgeber wie die Gemeinde Euerbach (200 000 Euro), der Landkreis Schweinfurt (300 000 Euro), der Bezirk Unterfranken (200 000 Euro), die Diözese Würzburg (125 000 Euro), der Freistaat Bayern über den Kulturfonds (569 000 Euro) und EU-Leadermittel (300 000 Euro) beigetragen. "Nach den nächsten Passionsspielen ist alles bezahlt", ist König optimistisch. Da Robin Hood abgesagt ist, wird es 2020 stattdessen wieder Fremdproduktionen geben, kündigt König an.

    Eine weitere Neuerung ist die geplante Umwandlung des Vereins "Kultur als Passion e.V.", unter dessen Regie die beiden Don-Camillo-Aufführungen 2011 und 2016 erfolgten, in einen "Förderverein für die Fränkischen Passionsspiele". Dies hat rechtliche Gründe, denn wegen der Förderrichtlinien für Baumaßnahmen müssen die Fränkischen Passionsspiele künftig als Veranstalter auf der Freilichtbühne auftreten. Zum anderen will man fördernde Mitglieder für das Kulturprogramm auf der Freilichtbühne gewinnen. Das heißt: Der Sömmersdorfer Verein ist künftig offen für Interessierte aus Nah und Fern.

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