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    Schweinfurt

    Pflegestützpunkt Schweinfurt gestärkt

    Nun ist auch der Bezirk im Pflegestützpunkt mit Beratern vertreten. Über die gelungene Bündelung freuen sich (von links): Ralf Lommel (AOK), Monika Matschiner-Becht (SKD BKK), Petra Licha-Hofmann, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Landrat Florian Töpper und Schweinfurts Sozialreferent Jürgen Montag. Foto: Hans-Peter Hepp

    Als einen "Lotsendienst" bezeichnete Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel das Angebot des Pflegestützpunktes in Schweinfurt. Seit September beteiligt sich auch der Bezirk Unterfranken und führt in den Räumen in der Petersgasse 5 Beratungen durch. Der Pflegestützpunkt war schon zuvor eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Schweinfurt, des Landkreises und der Pflegekassen.  Das Netz der Hilfeleistungen – dazu zählen auch die Sozialstationen, die sozialen Dienste und Nachbarschaftshilfen ist im städtischen Bereich enger als "auf dem Land". Hier habe man derzeit noch größere Probleme, räumte Erwin Dotzel ein.

    Zweiwöchentlich, so Dotzel, beraten nun auch Mitarbeiter des Bezirks Ratsuchende in Schweinfurt. Die "Hilfe zur Pflege" ist ein Lotsendienst durch die Anträge, Gesetze und Möglichkeiten, führte er aus. Ähnliche Angebote hat der Bezirk  auch in Aschaffenburg und Würzburg, er wird diese Beratungen über alle unterfränkische Regionen intensivieren.

    Die Pflege selbst bezeichnete Dotzel als große Herausforderung, erinnerte an den Wunsch vieler älterer Menschen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben. OB Remelé berichtete von der großen seelischen und körperlichen Belastung für pflegende Angehörige, beispielsweise bei Demenzerkrankungen.

    Seit 2011, so  Remelé in seiner Begrüßung, habe sich die zentrale Anlaufstelle bestens bewährt. Die Nachfrage war in den letzten Jahren hoch: 2017 zählte man 948, 2019 994 Beratungstermine.  Auch das Seniorenbüro und die Betreuungstelle der Stadt befinden sich im gleichen gebäude.

    Der Pflegestützpunkt ist eine bürgernahe, niedrigschwellige Einrichtung, lobte Landrat Florian Töpper die Beratungszentrale. Die gebündelte Beratung – auch die enge Zusammenarbeit mit den Pflegekassen - trage zur steten Verbesserung der Arbeit bei. Er lobte alle Mitarbeiter, weil die Gespräche mit  schwer kranken Menschen und deren Angehörigen auch eine emotional belastende Aufgabe sein können.

    Das Netzwerk aus Pflegeheimen und häuslicher Pflege müsse künftig noch mehr gestärkt werden, die zusätzliche Leistungen von "Ehrenamtlichen" in die Pflege als Gemeinschaftsaufgabe integriert werden. Dotzel, Remelé und Töpper waren sich einig, dass das Thema Pflege weiter an Bedeutung gewinnen werde. Dotzel führte aus, dass vermehrt Anträge auf stationäre Pflege zu erwarten sind und dass man zusätzliche Einrichtungen benötigen werde. Auf rund 500 Millionen Euro schätze er den Investitionsbedarf für den Bezirk in den nächsten Jahren

    In erster Linie, so Petra Licha-Hofmann vom Pflegestützpunkt, sind es Angehörige, die sich beraten lassen, Adressen von weiteren Ansprechpartnern wünschen oder Informationsbroschüren möchten. Rund 1000 dieser Kontakte zählt der Pflegestützpunkt im Jahr . Durch die gute Vernetzung mit vielen Akteuren aus dem Bereich der Pflege können die Berater wertvolle Hilfe, oft auch zur Selbsthilfe, leisten. Es gehe häufig auch um Details, um den Umbau von Bädern und Wohnungen, um das Anziehen von Strümpfen.

    Kontakt: Pflegestützpunkt Schweinfurt, Petersgasse 5, Tel.: 09721 533230

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