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    Bergrheinfeld

    Planungen des Bayernwerks vorgestellt

    Umstritten: Der Rückbau der Linksabbiegespur zum Umspannwerk "Bergrheinfeld West" auf der ehemaligen B26, vor vier Jahren als Baustellenzufahrt gebaut. Foto: Horst Fröhling

    Die Planungen der Bayernwerk Netz GmbH im Bereich der Gemeinde standen auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die dazu gehörigen Informationen zu den Leitungsumbaumaßnahmen stellte Peter Hilburger vor.

    Es sei wichtig, das Vorhaben nochmals vorzustellen, da sich beim Maststandort Änderungen ergeben hätten, erklärte Bürgermeister Ulrich Werner zu Beginn. Die Pläne der Bayernwerk Netz GmbH sollten auch öffentlich vorgestellt werden. Abzustimmen seien Maststandort und Dienstbarkeiten.

    Die Bayernwerk Netz GmbH betreibe die Hochspannungsleitungen von 220 bis 110 kV, erklärte Peter Hilburger. Anlass für die Vorhaben sei der Ausstieg aus der Kernenergie und die Integration erneuerbarer Energien. Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld seien der überregionale Knotenpunkt für das Höchstspannungsnetz, betrieben von TenneT. Dazu komme der Neubau des Umspannwerkes Bergrheinfeld/West durch TenneT mit zwei 380/110-kV-Transformatoren.

    Der Neubau bzw. Umbau sei wichtig für die Versorgung von Schweinfurt und der angrenzenden Gemeinden. Geplant sei der Umbau der 110-kV-Netztopologie durch die Bayernwerk Netz GmbH. Erforderlich sei dabei der Neubau von zwei Masten und Überspannung der Leitung Nr. B88B und B88, der Ersatzbau von zwei Masten (Leitung Nr. Ü22.0), Erhöhung von einem Mast (Leitung Nr. B88) und der Anbau von Traversen bzw. die Drehung um 90° von einzelnen Masten (Leitung Nr. B88B, Nr. Ü23.1). Dabei sei ein Maststandort so verändert worden, dass er ganz in der Ecke der landwirtschaftlichen Fläche liegt.

    Altes Umspannwerk außer Betrieb setzen

    Ziel sei hierbei eine durchgehende Verbindung von Bergrheinfeld/West zum Umspannwerk Schweinfurt-Oberndorf und das alte Bergrheinfelder Umspannwerk außer Betrieb zu setzen. Da bestehende Masten nicht nutzbar seien, müssten die beiden neuen gebaut werden. Bestehende Trassen müsse das Bayernwerk nutzen. Insgesamt sei das Ziel, so Hilburger, so wenig wie möglich zu ändern.

    Geplanter Baubeginn sei Frühjahr 2020, da vorher die Planungs- und Genehmigungsphasen anstünden. Notwendig sei dazu die dingliche Sicherung für Bau, Betrieb und Unterhalt des Maststandortes. Das bedeute, dass dies in das Grundbuch eingetragen werden muss.

    Gemeinderat Klaus Eusemann lehnt den Neubau der Masten grundsätzlich ab. Er wolle damit ein Zeichen setzen, weil 170 Strommasten in der Gemarkung genug sind. Bürgermeister Ulrich Werner erklärte, er könne dies nachvollziehen. Doch werde durch die Änderung des Maststandortes die landwirtschaftliche Nutzfläche möglichst wenig beeinträchtigt. Bei fünf Gegenstimmen befürwortete der Gemeinderat das Baugesuch des Bayernwerks einschließlich der dinglichen Sicherung und der Entschädigung.

    Radweg und Abbiegespur zurückbauen

    Vor vier Jahren wurde im Rahmen des Baus des neuen Umspannwerkes Bergrheinfeld West auf der ehemaligen B26 eine Linksabbiegespur gebaut. In diesem Rahmen war auch der Fahrradweg verlegt worden. Diese Sondernutzung der Bundestraße durch den Netzbetreiber und Bauherrn Tennet war auf vier Jahre begrenzt. Nach Fertigstellung des Umspannwerkes sollten die Linksabbiegespur und der verlegte Radweg zurückgebaut werden.

    Jetzt hat Tennet den Antrag gestellt, diesen Sondernutzungsvertrag um zehn Jahre zu verlängern. Der Gemeinderat war gefragt worden, weil der Radweg auf Gemeindegrund liegt. Hintergrund dieses Antrags ist, dass Tennet den Felsenhof mit dem entsprechenden landwirtschaftlichen Flächen gekauft hat, um dort gegebenenfalls die Konverterhalle als Endpunkt für die Stromtrasse "Suedlink" zu bauen. Tennet ist hier bereits kräftig am Planen und den Status Quo der Straße so belassen.

    Die Gemeinde sei von Tennet um eine Stellungnahme gebeten worden, so Bürgermeister Ulrich Werner. Die jetzige Verkehrssituation an dieser Stelle bezeichnete er als übersichtlicher. Er plädierte dafür, den jetzigen Zustand so zu belassen und mit Ressourcen sparsam umzugehen.

    Zweiter Bürgermeister Dieter Wagner erinnerte an den Bauantrag vor vier Jahren. Damals sei signalisiert worden, die Linksabbiegespur bestehen zu lassen. Gemeinderat Klaus Eusemann lehnt den Antrag ab. Grundsätzlich sei dies eine gute Sache für den Verkehr, doch gehe es Tennet seiner Meinung nach nur um die Konverterhalle. Gemeinderätin Anita Krämer findet die beantragten zehn Jahre als in Ordnung, Gemeinderat Günter Seufert sind diese zu lang.

    Der Abbau der Linksabbiegespur sei volkswirtschaftlicher Unsinn, stellte Gemeinderat Achim Hiernickel fest. Doch finde er die Geschäftspolitik von Tennet ungenügend, da der Konzern Informationen immer nur scheibchenweise liefert. Bei der Abstimmung kam es zum Pat (8:8), so dass der Antrag von Tennet abgelehnt wurde.

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