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    Schweinfurt

    Plastikfrei feiern in ganz Schweinfurt

    Die Stadt will dafür sorgen, dass möglichst alle Veranstaltungen plastikfrei sind. Warum der Umweltausschuss skeptisch war, dass ein Spülmobil notwendig ist.
    Plastikgeschirr ist nicht mehr zeitgemäß, in Zukunft sollen die Veranstaltungen in Schweinfurt plastikfrei sein. Die Stadt prüft, ob sie nicht ein Spülmobil anschafft und vermietet, um dort Mehrweggeschirr zu reinigen. Foto: Alexander Heinl

    Zu viel Plastikmüll ist seit vielen Jahren ein großes Thema, vor allem auch wegen der Verschmutzung der Meere. Die CSU-Stadträte Florian Dittert und Oliver Schulte hatten beantragt, dass das Thema Vermeidung von Plastikmüll auch von der Stadtverwaltung als Vorreiter angegangen wird. Es sollten die Abfallwirtschaftssatzung entsprechend geändert und Vorschläge gemacht werden, wie Veranstalter plastikfrei bewirten könnten.

    Die Verwaltung nahm den Antrag wohlwollend auf. Umweltreferent Jan von Lackum erklärte, es sei schon jetzt so, dass Veranstalter auf öffentlichem Grund Speisen und Getränke in pfandpflichtigen und wiederverwertbaren Behältnissen ausgeben müssen. Was bei privaten Parties geschehe, darauf habe man keinen Einfluss. Natürlich wolle man als Stadt "gegenüber Bürgern und Gewerbetreibenden eine Vorbildfunktion einnehmen", so von Lackum.

    Sprich: Die Stadt setzt bei ihren eigenen Veranstaltungen, Besprechungen und Catering nur Glasflaschen und Gläser ein, verzichtet bewusst auf Plastikverpackungen. Außerdem schlug von Lackum vor, ein Spülmobil zu kaufen und zu vermieten, wie es zum Beispiel die Stadt Bamberg oder der Landkreis Bad Kissingen haben. Mit dem Inventar des Spülmobils könnten 500 Personen versorgt werden, die Industrie-Spülmaschine kann das Geschirr vor Ort schnell reinigen. Das Spülmobil könnte die Hemmschwelle bei Veranstaltern beseitigen, für die der Einsatz von Mehrweggeschirr durchaus eine organisatorische Herausforderungen sei.

    Die Verwaltung wollte die geschätzten 20 000 Euro Anschaffungskosten in den Haushalt 2021 einstellen lassen, eine Vermietung wäre ab Frühjahr 2021 geplant. Christiane Michal-Zaiser (proschweinfurt) wunderte sich, dass nicht schon für 2020 Geld bereit gestellt wurde, da der Antrag der CSU schon im Juli gestellt wurde. Sie fragte sich, ob nicht doch eine Vermietung durch einen externen Anbieter besser sei.

    Sinan Öztürk (Linke) beantragte, erstmal zu prüfen, wie viele Veranstaltungen überhaupt betroffen und welche Wartungskosten zu erwarten sind. Dann könne man zu den Haushaltsberatungen 2021 ja darüber reden. Dem schloss sich auch Oliver Schulte an, der vorschlug, die Verwaltung solle im kommenden Jahr einen genauen Blick auf die verschiedenen Veranstaltungen haben und schauen, ob ein Spülmobil wirklich zielführend ist. Aus Sicht von Marianne Prowald (SPD) ist es das sicher, vielleicht sogar Bedarf für ein weiteres. Prowald ist Vorsitzende des Bürger- und Kulturvereins Oberndorf und verwies unter anderem auf die verschiedenen Kirchweihen der Bürgervereine, die auch zeitgleich stattfänden.

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