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    Gerolzhofen

    Praktischer Verkehrsunterricht an der Realschule

    Sicheres Beherrschen des Fahrrades ist wichtig im Straßenverkehr. Foto: Guido Plener

    Ein Bus steht vor einer Schule, mit eingeschalteter Warnblinkanlage. Autofahrer fahren langsam vorbei, doch keiner von ihnen hält sich an die Geschwindigkeit, die dabei vorgeschrieben ist – nämlich Schrittgeschwindigkeit. Die Polizei ist mit ihrer Laserpistole zwar zu sehen, doch dies stört die Autofahrer scheinbar nicht.

    Diese Szene ist laut einer Pressemitteilung Teil des handlungsorientierten Verkehrsunterrichts „Hallo Auto“, mit dem der ADAC Nordbayern in Schulen unterwegs ist. Jetzt besuchte das Team die Ludwig-Derleth-Realschule in Gerolzhofen. Drei fünfte Klassen mit 73 Schülern nahmen mit großem Eifer daran teil.

    Es war erschreckend mitzuerleben, dass die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer überhaupt keine Ahnung hatte, dass man nur in Schrittgeschwindigkeit (7 km/h) am Bus mit der eingeschalteten Warnblinkanlage vorbeifahren darf. Jedes Mal, wenn wieder ein Autofahrer zu schnell war, durften zwei der Fünftklässler den Fahrer zusammen mit den Polizeihauptkommissaren Jochen Belz und Roland Götz anhalten und belehren.

    Auf dem Parkplatz neben dem Taka-Tuka-Land wurden die Schüler von den beiden ADAC-Moderatoren des Projektes „Hallo Auto“ über den Bremsweg aufgeklärt. „Wie lange braucht ein Auto, wenn es mit 50 Kilometern pro Stunde eine Vollbremsung hinlegt, weil plötzlich ein Schüler hinter einen Bus auf die Straße läuft?“ Die Schüler merkten am eigenen Leib, dass sie auch nicht sofort stehenbleiben können, wenn sie aus vollem Lauf stoppen sollen. Zusammen mit den Verkehrserziehern des ADAC lernten sie die Gleichung „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“.

    An einer weiteren Station erprobten die Schüler ihre Geschicklichkeit auf dem Fahrrad oder Roller, indem ein Parcours sicher und ohne Fehler durchfahren werden sollte.

    Der Tote Winkel ist eine Gefahrenquelle beim Aussteigen aus dem Schulbus, die total unterschätzt wird. Oft laufen Schüler hinter dem Bus vorbei, in der Annahme, der Fahrer werde sie schon sehen. Auf dem Betriebshof der Firma Kleinhenz in Gerolzhofen erfuhren die Jugendlichen durch Polizeihauptkommissar Hubert Kimmel, wie groß der Bereich tatsächlich sein kann, in dem der Busfahrer sie nicht mehr sehen kann.

    Guido Plener, Sicherheitsbeauftragter und Verkehrserzieher der Schule, hatte das abwechslungsreiche Programm zusammengestellt. Beteiligt war auch die Verkehrswacht Gerolzhofen sowie der  MSVg 1898 im ADAC Gerolzhofen.

    Die Polizei war mit einer Laserpistole vor Ort. Foto: Guido Plener

    Bearbeitet von Helmut Hickel

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